Philippinen Teil 3 – Ein Besuch im Takatuka-Land und unsere letzten Tage auf Siquijor

Mit einem privaten Fahrer fahren wir die vier Stunden bis Sipalay, von wo uns ein Boot in 10 min zum Suger Beach bringt. Dass diese Unterkunft, die Takatuka Lodge, ganz besonders sein würde, wussten wir schon 2012. Aufgrund der Stürme haben wir es damals nicht geschafft. So eine Unterkunft gibt es kein zweites Mal, denn sie ist extrem individuell und künstlerisch. Jeder Bungalow ist zu einem anderen Thema gestaltet, wie z.B. Cave, Bono Bongo, Treasure, Marco Polo, El Castillo, Nautilus, The Garage, 70er Jahre usw. In unserem ersten Bungalow, die Cave, müssen wir uns an jeder Türe bücken, denn Eingänge sind in Höhlen bekanntlich niedrig. In Ockergelb gestrichene und gewölbte Wände mit Lichtlöchern und schiefen Fenstern umgeben unser Bett, Wandmalereien und Accessoires wie Fledermäuse, Dino-Skelette und Schädel ergänzen das Höhlen-Feeling. Dass aus dem Maul des riesigen Dino-Skeletts vor der Tür das Wasser für den Sand an den Füßen kommt, wenn man am Auge dreht, nehmen wir erst am nächsten Tag wahr. Eine Minibar, Trinkwasserbehälter, kleine Lampen am Bett, Kaffee und Tee, Kekse und Chips und vor allem die vielen Haken (!!) an der Wand lassen uns staunen. Hier hat mal einer mitgedacht. 

Takatuka Lodge auf Negros

Nach zwei Tagen müssen wir ins Nautilus umziehen, da die Cave gebucht ist. Dieser Bungalow übertrifft wirklich alles, was wir bisher gesehen haben. Nach Jules Verne ist hier bis ins kleine Detail gestaltet worden. Aus einer Schiffsschraube wird eine Lampe, aus einem Schiffsmotor ein Tisch, aus Wasserohren Handtuchstangen, aus alten Gasflaschen Seitenwände für Regale usw. überall, wo wir hinschauen, entdecken wir neue Dinge. Bis ich den Lichtschalter im Bad finde, dauert es etwas … versteckt in einem ausgedienten Atemregler … fast nichts ist hier normal! 

Das umfangreiche Frühstück im Restaurant ist das Beste, was wir bisher auf den Philippinen hatten. Wenn du Eier möchtest, drückst du auf das Gummihuhn am Buffet, damit jemand kommt. Das Restaurant bietet ausgefallene und sehr schmackhafte Gerichte. Kathy und Kalle müssen ihrem Team extrem lange und geduldig ihre Vorstellung von Service gelehrt haben. 

Beide betreiben die Lodge seit 2002 mit ganzen Herzen. Kalle ist wohl ein Handwerks-Genie, der aus wertfreien Materialien undenkbare Sachen baut. Jedes alte Teil wird umfunktioniert und zu neuem Leben erweckt. Aus was er alles Lampen und Lichtschalter gebaut hat, fasziniert uns total. Wie lange sie wohl gebraucht haben, um all diese künstlerischen Extras zu bauen? Und wo bekommen sie nur all diese Sachen her? Hier, wo alles mit dem Boot hingebracht werden muss. Er muss ein riesiges Lager haben! Pipi Langstrumpf hätte ihre Freude daran! 

Der Internet-Empfang ist leider zu schwach, als dass wir neue Beiträge auf den Blog stellen könnten. Wir nutzen die Tage zum Schreiben und Recherchieren bei Workaway. Beim Joggen am Strand freue ich mich wie ein kleines Kind. Endlich mal wieder! Auch fürs Yoga finde ich ein schönes Plätzchen. 

Am Strand gibt es ein paar Fischerboote und Resorts, die auffällig häufig in Schweizer Hand sind. Wir laufen den einsamen Strand hinunter, beobachten einheimische Fischer und Kinder, die Blinde Kuh spielen. Die wenigen Unterkünfte mit Hütten aus Naturmaterialien befinden sich gut versteckt hinter den Palmen, so dass sie kaum auffallen. Was für eine wunderbare Idylle! 

Einziges Manko für uns sind die Gäste hier (die Taucher unter unseren Freunden mögen uns verzeihen) … rauchende und dickliche Taucher, die gerne unter sich fachsimpeln, ältere Männer, die tätowiert im Muscle-Shirt an der Bar viel Bier trinken … viele scheinen hier Stammgäste zu sein, so dass wir als Schnorchler eh nicht zu deren Kreis gehören … schade, keine Backpacker hier … nicht ganz unsere Wellenlänge. Aber wahrscheinlich geht’s den Tauchern hier umgekehrt mit uns ebenso.

Wir haben 5 tolle Tage bei Kathy, Kalle und ihrem Team im Takatuka-Land verbracht, aber wir haben noch ein letztes Ziel auf den Philippinen auf unserer Liste: Siquijor, eine kleine Insel vor Negros. Dafür müssen wir wieder zurück nach Dumaguete, um uns von dort mit einem Speedboot nach Siquijor bringen zu lassen. Die gute Stunde hat es in sich, rauher Seegang, das Boot knallt immer wieder ohrenbetäubend aufs Wasser – Eve sucht mit Ihren Blicken den Horizont, aber es geht gut. 

Am Hafen von Siquijor, der Hauptstadt der gleichnamigen Insel, erwartet uns schon der Fahrer des U.Story Guesthouse. Die Bezeichnung “Guesthouse” ist hier aber eher Understatement. Uns erwartet eine wirklich schöne Anlage im balinesischen Stil mit nur 5 sehr komfortablen Bungalows, einem Restaurant mit einer Küche im philippinisch/französischen Mix in einer Qualität, die wir schon lange nicht mehr genossen haben, mit jeder Menge Chill-Ecken an einer Felsenküste gelegen. Wir freuen uns auf die letzten Tage auf den Philippinen, mit etwas mehr Luxus, als wir uns normalerweise gönnen, aber immer noch nicht jenseits unseres täglichen Budgets.

Der Garten des U.Story Guesthouse

Die Rahmenbedingungen sind eigentlich ideal, da es Platz zu Genüge gibt, dazu noch viel Gras, um unsere tägliche Yoga-Einheit wieder einzuführen. Nur leider zeigt sich das Gras als ausgesprochen störrisch, mehr als Stoppelfeld, was eher Fakir-Eigenschaften fordert (für meine Fakir-Vorstellung während der Zirkuswoche in der Schule mochte es ausreichend sein), hier lässt es unser Vorhaben verpuffen.

Wir nutzen einen Tag zu einer Mopedtour quer über die Insel, die noch von wenig Tourismus belästigt wird. Die Straßen sind auch nicht ganz so komfortabel, Schlaglöcher dominieren den Belag – aber wir haben ja Zeit. Kleine Dörfer am Meer wechseln sich ab mit Dschungelpassagen und unser Weg ins Landesinnere führt uns hoch in die Berge und wir können uns wieder nicht satt sehen an dieser schönen Landschaft. Es macht großen Spaß mit den Mopeds über die Insel zu düsen, aber manchmal vermisse ich schon das Radfahren …


Abends genießen wir jedes Mal die vorzügliche Küche, die außergewöhnlich fantasievoll und einfach köstlich ist – ein Kompliment dem jungen Koch, der wohl auch zu den Eigentümern zählt.

Nach fünf Tagen packen wir wieder unsere Rucksäcke. Ein Tricycle bringt uns wieder zur Fähre, die Überfahrt gestaltet sich diesmal noch eine Nummer heftiger, aber auch das überstehen wir. In Dumaguete geht’s direkt zum Flughafen, von wo wir mit Zwischenaufenthalten mit Übernachtungen (um uns den ewigen Stress mit pünktlichen Anschlussflügen zu ersparen) in Manila und Kuala Lumpur schließlich in Kathmandu, unserer ersten Station in Nepal, landen.

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