Archiv des Autors: Rolf

Museum, Selfies und eine Busfahrt ins Landesinnere

Ein Beitrag von Rolf

Unser nächstes Etappenziel, das Friendship Guesthouse in Ketambe westlich des Gunung Leuser Nationalparks mitten in Sumatra haben wir erreicht – nach 18 Stunden im Minibus. Auch wenn es eine anstrengende Angelegenheit ist, sich stundenlang in einem vollbesetzten Bus, teilweise mit Kleinkindern auf dem Schoß (mir ist es ein Rätsel, wie die Mütter es schaffen, selbst Babies über Stunden dahin zu bringen, keinen Laut von sich zu geben – Narkose, Drogen etc. ? Nein, ich glaube, sie sind es einfach gewohnt hier), Raucher !!!, keine Beinfreiheit, wenn der Vordermann seine Rückenlehne zurück stellt, er dir auf dem Schoß liegt, auf kurvigen Schotterpisten durchrütteln zu lassen.

Die Route … letztlich waren es 18 Stunden

Auf den Fahrstil möchte ich erst gar nicht eingehen – ohne Hupe läuft hier gar nichts. Wie soll man sich auch sonst bemerkbar machen, wenn jede Kurve und ist sie noch so wenig einsichtbar, geschnitten wird – aber es funktioniert. Die Hupe ist hier Kommunikationsmittel Nummer eins, man grüßt sich, macht sich bemerkbar, bedankt sich (2x hupen) oder teilt mit, dass man jetzt mal ’ne rote Ampel überquert …

Unser Transportmittel

Aber wir wollen es genauso – auch wenn wir es manchmal verfluchen – es lässt uns die ohnehin schon starken Eindrücke noch intensiver erleben. Die Stewardess ist hier ein Busfahrer, der dir zwar keinen Drink reicht, dir aber unmissverständlich klar macht, dass wir zusammenzurücken haben, da noch ein Gast zusteigt. Die Raststätten sind hier Streetfoodstände, wo es das leckerste Localfood gibt und gleichzeitig jeder ein Selfie mit dir machen will oder du plötzlich vor brodelnden Woks stehst, wo frische Kartoffelchips bruzeln, die vorher auf einer abenteuerlichen Maschine geshaped wurden – Alles das möchten wir nicht missen und nehmen die Strapazen dafür gerne in Kauf.

Chipsfabrik …

Apropos Selfie … Vor unserer Busfahrt hatten wir noch Zeit genug, uns im Tsunami Museum umzuschauen. Banda Aceh wurde 2004 während des Tsunamis am härtesten getroffen, da das Epizentrum des Bebens in unmittelbarer Nähe zur Küste gelegen war und die Bilder davon wurden mir direkt wieder vor Augen geführt – es ist unvorstellbar, welche Verwüstungen mit tausenden von Toten angerichtet wurden. In Banda Aceh gibt es jetzt noch ein riesiges Boot zu sehen, das kilometerweit ins Landesinnere gespült wurde.

Jeder Einzelne von Ihnen wollte ein Selfie …

Das Museum hat alle diese Vorkommnisse erschütternd mit wissenschaftlichen Ergänzungen aufgearbeitet. Bei all dieser Tragik bleibt uns auch in Erinnerung, dass wir neben den hunderten von Einheimischen die einzigen Europäer im Museum waren. Das führte schließlich dazu, dass wir selbst ungewollt zur Attraktion wurden. Eves Erscheinung (groß und blond, dazu unverschleiert – ich war nur lästiges Beiwerk, durfte aber auch mit aufs Bild) führte zu tuschelnden Teenis und wenn sich mal jemand traute und uns für ein Selfie ansprach, standen plötzlich alle Freunde und Freundinnen Schlange … so ging es die ganze Zeit. Ich glaube, ich habe jetzt auch das ‚Rote-Teppich-Lächeln‘ auf Knopfdruck drauf …

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Sumatra 2017

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Ketambe: 3.689960, 97.511200
Banda Aceh: 5.552850, 95.319300
Sibayak: 3.222860, 98.513700
Lake Toba: 2.583330, 98.833300
Bukit Lawang: 3.551910, 98.124300
Long Beach: 5.881993, 95.244577

Die Anreise …

ein Beitrag von Rolf

Ich wusste, dass ich mich auf Eves Spürnase für traumhafte Urlaubsorte verlassen kann, es übertraf sogar meine Erwartungen … Freddies Santai Sumurtiga auf Pulau Weh, eine kleine Insel nördlich von Sumatra, praktisch der nördlichste Teil Indonesiens. Ihre Gabe, immer wieder Paradiese ausfindig zu machen, zeigt sich spätestens dann, wenn auf dem letzten Flug nur noch ganz wenige Touristen gebucht sind und am Immigration-Schalter für „foreign countries“ nur wenige Einreisende stehen. Das erinnert mich an unsere erste gemeinsame Reise nach Sulawesi und meine Frage: „Warum müssen wir eigentlich dorthin reisen, wovon es keinen Reiseführer gibt?“

Dafür ist die Anreise auch immer etwas beschwerlicher. Flug von Düsseldorf über Dubai nach Kuala Lumpur mit kurzer Übernachtung. Am nächsten Morgen weiter nach Banda Aceh mit anschließender Höllenfahrt (Eve konnte nicht hinschauen und meine Hände fühlten sich auch irgendwie feuchter an) mit dem Taxi, um die Fähre noch rechtzeitig zu erreichen – es gelang. Jetzt nur noch eine kurze Fahrt zum Resort und wir waren am Ziel – nach 39 Stunden.

Aber es hat sich gelohnt. Unser Bungalow ist geradezu luxuriös ausgestattet, etwas erhöht direkt am Strand und vom Balkon können wir ins Meer spucken …

Freddie selbst ist ein Original. Sein 4-Gänge-Menü ist legendär und seine persönliche Ansprache davor auch. Jeder Gast wird persönlich begrüßt und nach seinem Tag und seinem Wohlbefinden gefragt. Der über 60jährige Freddie erklärt dann mit einer Begeisterung das international ausgerichtete abendliche Menü, dass den Gästen schon im Vorfeld der Mund wässrig wird. So sind wir nun gut verwöhnt – um nicht zu sagen „versaut“ – für alles andere, was uns hier in Sumatra noch begegnen wird. Seine südafrikanischen Wurzeln finden sich genauso wieder wie seine vielseitigen Reiseerfahrungen in den Küchen der Welt. Wir genießen die Zeit bei ihm.

Er kam seinerzeit als UN-Mitarbeiter nach dem Tsunami, der Banda Aceh am härtesten traf, zum Wiederaufbau nach Sumatra. Um sich von den grauenvollen Bildern zu erholen fuhr er nach Pulau Weh, verliebte sich in die Insel, baute dort einen Altersruhesitz, aus dem dann letztendlich ein Restaurant und einige Bungalows wurden – ein Paradies …

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Sumatra

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Sumatra: 5.809330, 95.298200

Unsere AlpeAdria-Tour im Überblick

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AlpeAdria 2016

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Lago di Cavazzo: 46.330121, 13.076326
Kranjska Gora: 46.484528, 13.785715
Spittal an der Drau: 46.676297, 13.546143
Prien am Chiemsee: 47.856181, 12.349098
Salzburg : 47.809490, 13.055010
Aquileja: 45.765085, 13.367416
Monfalcone: 45.799100, 13.543400
Pian del Grisa: 45.696075, 13.767176
Izola: 45.531047, 13.634024
Buje: 45.408941, 13.660743
Porec: 45.233710, 13.604402
Rovinj: 45.081000, 13.642400
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Lago di Cavazzo
Lago di Cavazzo, Udine, Italien
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Kranjska Gora
Kranjska Gora, Slowenien
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Spittal an der Drau
Spittal an der Drau, Österreich
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Prien am Chiemsee
Prien am Chiemsee, Deutschland
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Salzburg
Salzburg, Österreich
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Aquileja
Aquileia, Italy
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Monfalcone
Monfalcone Friuli Venezia Giulia, Italien
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Pian del Grisa
Camping Pian del Grisa, Trieste, Italy
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Izola
Camping Belvedere, Slovenia
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Buje
Buje, Croatia
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Porec
Poreč, Croatia
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Rovinj
Rovinj Kroatien

Eco Gecko’s Mini Autokamp

Es sollte nur eine Nacht werden – Jetzt sind wir schon den 4. Tag hier in Buje auf dem Eco Gecko’s Mini Autokamp und unsere Weiterfahrt an die Küste nach Poreč und Rovinj verzögert sich und damit auch die Tage am Meer, bevor wir von Rovinj mit der Fähre nach Triest, von da mit einem Busshuttle nach Salzburg mit abschließender Zugfahrt zurück nach Köln unsere vierwöchige Tour beenden – dafür muss es Gründe geben … img_5589.jpg
Wir sind hier an einem Ort im Inneren Istriens in aller Abgeschiedenheit voller Ruhe, wo die Menschen einen total entspannten Lebensrhythmus haben, der nix mit der Quirlichkeit und touristischen Hektik an der Küste gemein hat und auch nur einem Drittel des dortigen Preisniveaus. Der Campingplatz hat nur vier Stellplätze, obwohl genügend Platz für viel mehr wäre (ist wohl ein Problem von Genehmigungen), von denen 2 von Holländern belegt waren. Es gibt Wasser und Strom, sanitäre Einrichtungen, aber vor allem die Gastgeber Mike und Vanja, bei deren Herzlichkeit man sich eher als Familienmitglieder fühlt. Sie helfen einem auch mal mit einem kalten Pivo aus, wenn die nebenan gelegene Konoba/Trattoria (dazu schreibt Eve noch etwas) geschlossen hat, oder spendieren Zitronen, wenn wir diese im nächstgelegenen Supermarkt (5 km entfernt) vergessen haben , da wir abends den liebevoll gemauerten Grillplatz nutzen möchten, wobei es sich Mike nicht nehmen lässt, den auch eigenhändig zu entfachen …img_5610.jpg
img_5611.jpgAber vor allem ist es diese Ruhe am Tag und in der Nacht, die nur von Vogelgezwitscher unterbrochen wird, von denen ich jedenfalls noch nie etwas gehört habe. Morgens davon aufzuwachen, sich den ersten Caffè zu kochen und den Sonnenaufgang über den Bäumen zu erleben … Ist einfach gigantisch!img_5590.jpg
Jeden Morgen taucht Mike auf und fragt nach dem Wohlbefinden und wenn wir dann äußern, noch eine Nacht länger zu bleiben (Eve und ich werden uns da ganz schnell einig), quittiert er das nur mit einem breiten Grinsen.
Der nächstgelegene Ort – Buje – ist 5 km entfernt, natürlich auch hügelig, aber absolut empfehlenswert – ein mittelalterliches Bergdorf.img_5602.jpg
Am Donnerstag waren wir im Agrituhrizum Radešić essen, um die lokalen Spezialitäten zu genießen – so weit so gut – aber … Meine Fahrradnavi hatte mir eine 6 km lange Anfahrt (natürlich wieder mit auf und ab) vorgeschlagen, wobei es vergessen hatte, mir im Vorfeld den Tipp für den Kauf einer Machete zu geben, denn irgendwann wurde die Strecke zu einem einzigen Dschungel mit Brombeergestrüpp u.ä. – keine Durchkommen. Also Route umgemodelt und plötzlich wurden es 11 km mit diversen Steigungen – egal. Ich vorneweg, bloß um Eve keine Möglichkeit zu geben, Protest zu äußern. Der Gedanke an die Rückfahrt in der Dunkelheit nach einem guten Essen und entsprechendem Alkoholgenuss bereitete mir aber doch einiges Kopfzerbrechen …
Nach dem opulenten Mal, bei dem sich Eve beim Wein im Hinblick auf die Rüchfahrt doch merklich zurückhielt, meinten wir den vorgeschlagenen Digestif ablehnen zu müssen, da ich ansonsten wohl auch einige koordinative Probleme bekommen würde. Das veranlasste aber den Patrone dazu, uns vorzuschlagen, dass er uns mit seinem Auto ja nachhause bringen könnte … Ungläubiges Staunen unsererseits, aber nachdem er es wiederholte, glaubten wir es. Wir verstauten unsere Räder in den Caddy, mussten aber beim Losfahren einen Plattfuß feststellen. Aber auch das war kein Problem … Kurzer Pitstop und los ging’s. Wir konnten unser Glück nicht fassen, zumal wir auf der Rückfahrt nochmal registrierten, was uns alles bevor gestanden hätte. Wir glauben, die Tatsache, dass wir den Weg zu ihm in die Einsamkeit per Rad auf uns genommen hatten, ihn zu dieser generösen Tat bewogen hat …

Toskana Trail

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10 Tage unterwegs mit dem Mountainbike in der Toskana – auf dem Toskana-Trail –  das ist meine Planung für den Herbst. Eve hat mir für diese eine Woche frei gegeben, da sie in den Osterferien mit einer Freundin durch Goa tourt – ohne mich … tststs 😉

Start wird in Massa, in der Nähe von La Spezia, sein und nach 600 km und ca. 12000 hm hoffe ich dann in Monte Argentario an der Küste im Süden der Toskana wieder heil anzukommen.

Die Route wird zwar auch die Highlights wie Florenz, San Gimignano und Siena kreuzen, aber dazwischen querbeet über Stock und Stein, Wald und Wiesen und natürlich auch Berge, mit Strecken, die nur mit Schieben bewältigt werden können, beinhalten …

Da das Ganze mit dem Mountainbike und als Bikepacking-Tour (das Pendant zum Backpacking) geplant ist, liegt ein Schwerpunkt natürlich im sehr reduzierten Gepäck. Statt Zelt ist ein Tarp angesagt, mit anderen Worten habe ich vor, in freier Wildbahn zu übernachten, da viel Zeit außerhalb der Zivilisation verbracht werden wird. Werde mich aber auch nicht „scheuen“ mal ’ne Pension  in Anspruch zu nehmen – was aber nicht zwangsläufig der Fall sein wird.

Die Tour gibt es jährlich als Veranstaltung im Frühjahr und es gibt Fahrer, die diese Tour in drei !! Tagen schaffen … Das ist aber absolut nicht mein Ding und deshalb nehme ich mir auch ca. 10 Tage Zeit dafür und das finde ich schon leicht stressig … An- und Abreise ist mit dem Zug geplant.

Teil 12 – Ein Paradies mit kleinen Schönheitsfehlern

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Nachdem uns der Tuk-Tuk-Fahrer an unser Ziel gebracht hatte, einem Resort, das wir uns im Stefan Loose ausgesucht und uns in einem Telefonat angekündigt hatten, traute ich meinen Augen nicht: Bambushütten direkt am Wasser (bei hoher See kommt das Wasser bis auf 5 Meter an die Hütte heran), das Schlafzimmer im 1. Stock offen zum Meer hin, eine Terrasse und ein Balkon hin zum Meer und ein kleines idyllisches Restaurant direkt neben an – ich wollte es nicht glauben – für mich das Paradies … Den Preis konnte ich auch noch auf 3500 Rps (ca. 25 Euro) runterhandeln – uns war sofort klar, hier verbringen wir unsere letzten Tage, bevor es wieder zurück in heimische Gefilde (jedenfalls für mich) geht …

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Ich habe auf unseren Südostasien-Reisen schon viele Hütten am Strand kennen gelernt, aber das hier – das Sandy’s Cabanas – übertrifft alles … Seit vier Tagen „erholen“ wir uns jetzt von den „Strapazen“ in den vergangenen zwei Wochen, in denen wir permanent unterwegs waren, stundenlang in Zügen und Bussen gehockt und uns durch das Hochland mit seinen Teeplantagen, Bergen und kühlen Temperaturen gekämpft haben – und genießen es …

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Aber da waren ja noch die kleinen Schhönheitsfehler, die wir aber gerne bereit sind in Kauf zu nehmen, da die positiven Dinge überwiegen und diese Dinge bei unserer Art des Reisens einfach dazugehören. Das wir hin und wieder mal einer oder zwei Kakerlaken über den Weg laufen, ist noch das Normalste in diesen Regionen und kaum beachtenswert, aber daß wir nach unserer ersten Nacht eine in kleinste Fetzen zerlegte Klopapierrolle und unsere als Mitbringsel gedachten Gewürze aus Sri Lanka halb aufgefressen vorfanden, war dann doch ’ne kleine Überraschung, die unsere Begeisterung in Grenzen hielt, aber auch Ratten gehören hier dazu … In diesem Zusammenhang muß ich Eve mal wieder ein Riesenkompliment machen, wie cool sie diese »Unannehmlichkeiten« in Kauf nimmt und als »dazugehörig« betrachtet – ich kenne wenige Frauen, die das mitmachen …

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Wir waren dann die nächsten Tage schon fast gespannt darauf, was uns am Morgen erwartete. Das Angebot war ja schon stark reduziert worden, aber wir wurden immer wieder aufs neue überrascht. Einmal versuchten unsere Mitbewohner ein Cremefläschen zu erobern – vergebens, aber zum Erstaunen brachte uns die Tatsache, daß sie auch vor Luftballons nicht Halt machten, die Eve am Vortag für die Kids in Nepal gekauft hatte – wie heißt es so schön: die sinn für nix fies … Gehört haben wir in der Nacht Dank unserer Ohrstöpsel natürlich auch nix, da die Brandung hier zwar wunderschön, aber auch ohrenbetäubend ist – vielleicht ganz gut so …

 Aber wie schon gesagt, das sind für uns nur kleine Schönheitsfehler, da das Ganze hier einfach viel zu schön ist, als es sich von solchen Kleinigkeiten vermiesen zu lassen … Morgens aufzuwachen und unsere Augen erblicken als Erstes das tobende Meer mit seinen Gerüchen ist ein Erlebnis, was ich ab morgen leider vermissen werde …

Teil 9 – Ella’s Rock

Einmal noch um 5.30 Uhr aufstehen und hoch auf den Berg – das war die Devise für unseren letzten Tag in Ella. Ziel war Ella’s Rock, eine fast vierstündige Wanderung auf einen Berg mit einem fantastischen Ausblick, der aber aufgrund des diesigen Wetters eingeschränkt war.

Auf den Gleisen gehen ist verboten ...

Auf den Gleisen gehen ist verboten …

Man hatte uns zwar empfohlen, einen Guide mitzunehmen, aber dank meines GPS-Gerätes und den guten Erfahrungen von Little Adam’s Peak war ich zuversichtlich, die Route auch alleine zu finden. Die erste Stunde führte uns auf die Bahngleise, was zwar verboten ist, aber selbst im „Loose“ empfohlen wird und von den Locals sehr intensiv als Fußweg genutzt wird. Da die Züge hier aber sehr langsam unterwegs sind, man sie von weitem schon hört und wir auch von den Singhalesen darauf hingewiesen wurden „the train is coming“, war das alles kein Problem.

Nach einer Stunde verließen wir die Gleise und machten uns auf den Weg bergauf, vorbei an Teeplantagen, durch dichtes Gebüsch und Eukalyptuswälder, den wir ohne Navi nie gefunden hätten. Trotzdem verpassten wir eine Abzweigung und keine zwei Minuten später stand ein Singhalese neben uns, auf einer Betelnuss kauend, die Zahnstümpfe tiefrot gefärbt, eine Machete in der Hand haltet und machte uns wild gestikulierend deutlich, dass wir auf dem falschen Weg seien. Kaum das wir uns versahen, hatten wir einen Guide am Hals, ohne das wir es verhindern konnten und zusätzlich hatte Eve wenige Minuten später auch einen perfekt geschnitzten Wanderstab.

Kokosnuss - lecker ...

Kokosnuss – lecker …

Langsam trotteten wir im hinterher und nach zwei Stunden anstrengendem Bergauf über Stock und Stein erreichten wir die Bergspitze, die uns dunstig empfing, trotz allem aber noch einen passablen Ausblick bot. Wir entlohnten unseren „Zufallsguide“ und konnten noch einige Minuten die Ruhe geniessen, bis weitere Wanderer auftauchten – natürlich Chinesen – was sonst … Woran erkennt man sie (unter anderem), richtig, am Selfiestick. Es gab Zeiten, in denen ich mir überlegt hatte, mir solch ein Gerät zuzulegen – davon habe ich jetzt Abstand genommen – es sieht einfach zu bescheuert aus, mit so ´nem Stab vor der Nase durch die Gegend zu laufen.

Chinesen mir ihrem Lieblingsgerät

Chinesen mir ihrem Lieblingsgerät

Wir genossen noch einen köstlichen Tee im „Bergrestaurent“, bevor wir uns wieder auf den Weg machten, einen anderen dieses Mal, der vom Navi (Outdooractive) durch das dichteste Dickicht führte, sodass wir doch manchmal an ihm zweifelten, letztlich aber alles seine Richtigkeit hatte, da wir irgendwann auch wieder die Bahngleise erreichten.

Bergrestaurant

Bergrestaurant

Teekessel kocht ...

Teekessel kocht …

Auf dem Rückweg fanden wir, unmittelbar neben den Gleisen gelegen, ein kleines Restaurant, wo wir uns fragten, wie denn die Gäste hier hin finden, denn es geht nur über die Gleise dorthin. Das Essen war köstlich, wie uns auch alle Gästebucheinträge bestätigten, die sich hier verewigt hatten. Müde, aber rundum zufrieden, letztlich auch froh, die Trekkingtouren alle gut überstanden zu haben, freuten wir uns auf die nächsten Tage und die Meeresküste …

Das Essen hier war köstlich ...

Das Essen hier war köstlich …

Teil 8 – Reisen mit dem Bus

Anhalten an der Bushaltestelle ist nicht unbedingt die Sache der Busfahrer hier – Geschwindigkeit verringern, okay, aber mehr auch nicht. Ist ja auch zuviel verlangt, wenn es ausreicht, am Straßenrand die Hand zu heben und das an jeder x-beliebigen Stelle, um einzusteigen. Beim Aussteigen verhält es sich nicht viel anders …

Aber wir mögen diese Art der Fortbewegung hier in Asien. Nachdem wir die ersten acht Tage nur mit dem Zug unterwegs waren, wurden im weiteren Verlauf unserer Tour die Busse zu unserem stetigen Begleiter. Um Land und Leute kennenzulernen gibt es kaum eine bessere Möglichkeit, als sich soweit in den Alltag zu integrieren, wie es unseren Möglichkeiten entspricht, d.h. über einheimisches Essen und eben deren Transportmittel.

Auch dabei zeigt sich unser immer wieder die offene und freundliche Art der Singhalesen. Wir brauchen nur irgendwo zu stehen und einen halbwegs fragenden Blick zu haben, weil wir wieder mal die Schriftzeichen nicht entziffern oder die Speisekarte nicht lesen können, schon ist Hilfe da. Zugegeben, nicht immer hilft mir das weiter (Eve hat das besser drauf), denn ich hab’ schon meine Probleme mit dem nuscheligen englischen Akzent hier. Auch steckt da hin und wieder ein finanzieller Aspekt dahinter, denn schließlich kann man an uns Reisende auch die eine oder andere Rupie verdienen – aber das ist selten aufdringlich. Zwei Sätze fallen immer zuerst: »What’s your name?« und »where you come from?«.

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Zurück zum Busfahren … Ich hatte den Fehler begangen und mich einmal direkt hinter den Busfahrer gesetzt – das habe ich kein zweites Mal gemacht. Es unterscheidet sich in keinster Weise von den anderen, mir bekannten ostasiatischen Ländern – sie heizen, als gäbe es kein morgen. Hupen ist hier eine normale Art der Kommunikation, Dauerhupen nur eine kleine Untermalung … man unterhält sich halt. Gegenverkehr ist eine lästige, aber nicht ernstzunehmende Erscheinung und auf engen Straßen passen auch mal zwei Busse, zwei Tuk-Tuks und ein PKW nebeneinander, man bremst halt etwas ab – ein bisschen – und lässt dem Entgegenkommenden seinen Freiraum. Ich weiß nicht wie – aber es funktioniert – auch wenn man da nicht wirklich zuschauen mag.

Ein Erlebnis sind auch die Busbegleiter, die selbst im rappelvollen Bus es hinkriegen, jeden einzelnen Fahrgast abzukassieren und wenn sie sich bis hinten durchgearbeitet haben, springen sie dort raus aus dem Bus, laufen nach vorne und springen wieder rein – abenteuerlich. So ähnlich mussten wir es auch mal machen. Rucksäcke waren verstaut, Eve und ich standen noch draußen, was aber den Fahrer nicht davon abhielt abzufahren. Was blieb uns anderes übrig als ebenfalls aufzuspringen – Eve’s Reaktion möchte ich hier nicht näher beschreiben …

Verhungern werden wir auch im Bus nicht, denn die fliegenden Imbissbuden beherrschen natürlich auch die „Währendderfahrtaufspringtechnik“. ich freue mich schon auf die nächste Fahrt …

Unsere Stationen

Wo wir bisher waren und wo wir noch hin wollen …

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Sri Lanka

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Colombo: 6.927079, 79.861243
Kandy: 7.290572, 80.633726
Nuwara Eliya: 6.954399, 80.782401
Ella: 6.866699, 81.046553
Arugam Bay: 6.837977, 81.825169
Kirinda: 6.230482, 81.332838
Tangalle: 6.044241, 80.836758
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Colombo
Colombo, Westprovinz, Sri Lanka
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Kandy
Kandy, Zentralprovinz, Sri Lanka
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Nuwara Eliya
Nuwara Eliya, Zentralprovinz, Sri Lanka
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Ella
Ella, Uva, Sri Lanka
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Arugam Bay
Arugam Bay, Ostprovinz, Sri Lanka
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Kirinda
JC Guest House And Cabana, Kirinda, Sri Lanka
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Tangalle
Sandy's Cabanas, Tangalle, Südprovinz, Sri Lanka

 

Teil 5 – Ella – ein echtes Highlight

Wir haben es schon auf der Zugfahrt hier hin gespürt, es wurde wärmer und wärmer. Die Westhälfte der Insel mit seiner Regenzeit und dem Hochland mit seinen Regenwäldern, monsunartige Niederschlägen und kühleren Temperaturen verschwanden immer mehr hinter uns und die Osthälfte mit seiner Trockenzeit lag vor uns. Zugegeben, die Regenzeit hat uns ziemlich verschont und wir wurden nur selten nass, aber der Unterschied zu unserem jetzigen Aufenthaltsort Ella ist schon enorm, obwohl auch hier noch Regenzeit vorherrschen sollte.

Zwischendurch eine frische Mango

Zwischendurch eine frische Mango

Uns empfingen 30 Grad und strahlender Sonnenschein. Vom Bahnhof brachte uns wieder das übliche Tuk-Tuk in unsere Pension, das „Rawana Holiday Resort“, das wir uns als Loose-Empfehlung ausgesucht hatten, u.A. weil es auch ein Restaurant beherbergt, das mit seinen vielen vegetarischen Currys ein Highlight bildet (am Abend getestet und für fantastisch befunden – und das mir als fleischfressende Pflanze …). Außerdem bietet es eine traumhafte Aussicht (s. Bilder) von unserer Terrasse auf die umliegenden Berge und das zu einem Preis von 2500 Rps. – umgerechnet 20 Euro pro Nacht – da kann man nicht meckern, aber es ist ja auch noch Nebensaison. Ella selbst besteht nur aus einer Mainstreet, wobei street doch eher übertrieben ist, es handelt sich doch eher um eine Schotterpiste mit kleinen Läden und Restaurants rechts und links – hat aber was Backpackingmäßiges. Jedenfalls gefällt es uns hier super und wir haben unseren Aufenthalt direkt von 2 auf 3 Übernachtungen verlängert.

Little Adam's Peak

Little Adam’s Peak

Den heutigen Vormittag haben wir dann auf einer Trekking-Tour (eher kleine Wanderung) zum „Little Adam’s Peak“ bei herrlichem Sonnenschein und wenigen Touris, da wir doch früh aufgestanden sind. Anschließend war relaxen und schreiben angesagt …