{"id":1624,"date":"2016-04-01T11:54:03","date_gmt":"2016-04-01T10:54:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/?p=1624"},"modified":"2016-04-01T21:16:15","modified_gmt":"2016-04-01T20:16:15","slug":"von-kollam-nach-coimbatore","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/2016\/04\/01\/von-kollam-nach-coimbatore\/","title":{"rendered":"Von Kollam nach Coimbatore"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"text-align: justify;\">Durch die Zeitverschiebung in Deutschland weckt uns mein Handy eine Stunde zu fr\u00fch, was wir nicht direkt bemerken. So stehen wir um 5 Uhr auf und wunderten uns, das Francis nicht im 5:15 mit seinem Tuk-Tuk vor dem Eingang steht. Nach ca. 15 unruhigen Minuten wecken wir einen der Mitarbeiter, der auf dem Tisch schl\u00e4ft und uns verwundert anschaut. Aha &#8230; eine Stunde zu fr\u00fch &#x1f61e;&#8230;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1653\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Image-30.03.16-at-18.42.jpg?resize=625%2C352&#038;ssl=1\" alt=\"Image 30.03.16 at 18.42\" width=\"625\" height=\"352\"><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider bringt Francis uns nicht zum Bahnhof hinein und nun beginnt unser indisches Suchspiel \u201eZ\u00fcge finden in Indien\u201c. Wie zuvor stehen wir nur auf der Warteliste, obwohl wir ein Ticket haben. Scheinbar m\u00f6gen die Inder diese Wartelistenaktion, da man so noch mal zu einem Schalter muss. Per Hand wird die Sitzplatznummer, die Stelle des Bahnsteigs und die Waggon-Nr. eingetragen &#8230; nur welche Nummer bedeutet was? Wir verwechseln nat\u00fcrlich die Waggonnummer (S4) mit der Nummer der Einstiegsstelle (13)&nbsp; und laufen den ganzen Bahnsteig hinunter, fragen nach und werden wieder an das andere Ende geschickt. Da um 7:10 Uhr ein Zug einf\u00e4hrt, denken wir, dass dies unser Zug sein muss. Wir suchen Waggon Nr. S4, finden ihn nicht, fragen wieder nach, werden weit ans Ende geschickt, wir laufen mit den Rucks\u00e4cken wie verr\u00fcckt und steigen kurz bevor er losf\u00e4hrt ein &#8230; doch dann frage ich 3 M\u00e4nner im&nbsp;Zug, ob er nach Coimbatore f\u00e4hrt und als sie dies dann verneinen, rufe ich \u201eBettina raus!\u201c und prompt stehen wir wieder auf dem Bahnsteig. That\u2019s Indian Railway!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1651\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Image-30.03.16-at-18.42-1.jpg?resize=625%2C352&#038;ssl=1\" alt=\"Image 30.03.16 at 18.42 (1)\" width=\"625\" height=\"352\"><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am richtigen Gleis steht zur richtigen Zeit ein Zug, aber nicht deiner. Vom ersten Schrecken erholt, stellen wir uns in Abschnitt 13 und warten auf den n\u00e4chsten Zug. Nat\u00fcrlich versichern wir uns vorher, ob dies auch wirklich unser Zug ist und ja, er war es &#8230; doch, oh Schreck, dieser Zug unterscheidet sich extrem von unserem ersten Zug. Es ist stickig, hei\u00df und schmutzig &#8230; sehr einfache Kategorie eben &#8230; local class &#8230; wir kommen schnell in Kontakt mit der alten Dame uns gegen\u00fcber, die ein Ayurveda-Institut in Kerala betreibt und schon einige Male u. A. in Frankfurt, Bremen und auch Leverkusen war. Dort kennt sie auch eine Evelyn, die in einem Labor arbeitet und die sie regelm\u00e4\u00dfig besucht. So klein ist die Welt. Wir tauschen uns \u00fcber Ayurveda, Leverkusen, Deutschland und unsere bisherige Reise aus und lachen viel miteinander. Nat\u00fcrlich bekommen wir eine Visitenkarte mit Einladung nach Trivandrum. Auch die Zugkellner, die stetig \u201eCoffee &#8230; Chai\u201c oder&nbsp;\u201eSamosas\u201c rufen, bleiben gerne bei uns h\u00e4ngen und machen Sp\u00e4\u00dfe mit uns, vor allem weil ich zu Beginn 4 Kaffee geordert habe, ohne zu wissen wie die Toilette aussieht &#8230; Zwischendurch versuchen wir auf der oberen Liege zu schlafen, doch die Luft ist oben so stickig hei\u00df, dass es kaum m\u00f6glich ist. Auf den Sitzen und an den R\u00fcckenlehnen klebt der Schwei\u00df von tausend Indern und unserer kommt jetzt noch dazu. Diese 7,5 Stunden bei gef\u00fchlten 40 Grad in diesem Zug sind wahrlich eine wahre Herausforderung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1649\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Image-30.03.16-at-18.30.jpg?resize=625%2C352&#038;ssl=1\" alt=\"Image 30.03.16 at 18.30\" width=\"625\" height=\"352\"><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An gr\u00f6\u00dferen Bahnh\u00f6fen str\u00f6men jede Menge fliegende H\u00e4ndler in die Abteile und wollen alles M\u00f6gliche verkaufen: Schl\u00fcsselanh\u00e4nger, Kitschfiguren, \u201efrisch gepresste\u201c S\u00e4fte, Wasser, Cola, Seven-Up, Tee und Kaffee aber auch Schmuck und selbstverst\u00e4ndlich leckeres, indisches Essen. Nach dem Essen wird einfach alles aus dem Zugfenster geworfen. Das scheint hier so \u00fcblich zu sein, denn es gibt wirklich nirgends einen M\u00fclleimer. Ich hab in ganz Indien nur wenige gesehen. Wahrscheinlich werden auf diese Weise wieder Arbeitspl\u00e4tze geschaffen, denn zumindest an den Bahnh\u00f6fen tummelten sich einige Menschen, die den groben Unrat sofort in blauen M\u00fclls\u00e4cken verschwinden lie\u00dfen. Aber wie gesagt nur den wirklich groben Unrat. Alles andere liegt einfach so rum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir dann gegen 15:30 Uhr endlich Coimbatore erreichen, suchen wir unseren Taxifahrer, finden ihn jedoch nicht direkt, laufen die Treppe rauf in die falsche Richtung zum anderen Ausgang des Bahnhofs, wo uns auch die Polizei nicht weiterhelfen konnte, auf die andere Seite zu gelangen. W\u00e4hrend wir mit dem Tuk-Tuk r\u00fcberfahren, klingelt mein Handy. Gowshi, unser Fahrer erwartet uns. Nach einem kalten Drink geht\u2019s nun gem\u00fctlicher in seinem Auto mit AC weiter nach Mettupalayam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1652\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Image-30.03.16-at-18.42-2.jpg?resize=625%2C352&#038;ssl=1\" alt=\"Image 30.03.16 at 18.42 (2)\" width=\"625\" height=\"352\"><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Hotel, das er uns empfiehlt, ist zwar sauber aber mehr als geschmacklos eingerichtet. F\u00fcr knapp 1800 IR (ca. 25\u20ac) bleiben wir, gehen kurz duschen, damit Gowshi uns die Stadt zeigen kann. Nach einer Rundfahrt durch das Gew\u00fchle, einem Fotostop, an dem er unbedingt Fotos mit uns machen wollte, suchen wir ein Restaurant auf, dass ebenso geschmacklos wie das Hotel eingerichtet ist. Unter geschmacklos verstehen wir hier gekachelte B\u00f6den, Plastikst\u00fchle, kahle und oft schmutzige W\u00e4nde. Beim Essen haben wir zusammen um so mehr Spa\u00df, denn unsere Themen \u00fcber Liebe und Heiraten in Indien und Deutschland, \u00fcber die M\u00fcllprobleme und Bier trinken, bringen ihn immer wieder aus der Fassung. Mit weit aufgerissenen Augen lacht er sich kaputt. Nat\u00fcrlich gibt es hier kein Bier, doch in unserem Hotel ergattern wir noch 2 gro\u00dfe Flaschen und verschwinden damit ins Bett.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[mapsmarker marker=&#8220;39&#8243;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch die Zeitverschiebung in Deutschland weckt uns mein Handy eine Stunde zu fr\u00fch, was wir nicht direkt bemerken. So stehen wir um 5 Uhr auf und wunderten uns, das Francis nicht im 5:15 mit seinem Tuk-Tuk vor dem Eingang steht. 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