{"id":3122,"date":"2019-03-21T09:39:56","date_gmt":"2019-03-21T08:39:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/?p=3122"},"modified":"2019-03-21T16:43:55","modified_gmt":"2019-03-21T15:43:55","slug":"authentisches-indien-in-kalkutta-und-ein-herzliches-wiedersehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/2019\/03\/21\/authentisches-indien-in-kalkutta-und-ein-herzliches-wiedersehen\/","title":{"rendered":"Authentisches Indien in Kalkutta und ein herzliches Wiedersehen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\"><em>Wie sind wir blo\u00df auf die Idee gekommen, uns ausgerechnet in Kalkutta zu verabreden?&nbsp;<\/em>War es etwa der Romanautor Dominique Lapierre mit<b> \u201eKalkutta &#8211; Stadt der Freude&#8220;<\/b>, der so ber\u00fchrend und fesselnd den ungebrochenen Lebenswillen und das positive Lebensgef\u00fchl der Bewohner trotz schier aussichtsloser Zukunft, Armut und Hunger beschreibt? Dieses Buch ist so fesselnd, so spannend und ber\u00fchrend, dass ich nur jedem Westler mit Hang zum N\u00f6rgeln und Pessimismus empfehlen kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Voller Vorfreude reisen wir also in die Stadt der Freude. Denn hier sind wir mit meiner Schwester, Saskia, und ihrem Freund, J\u00fcrgen, am 01. M\u00e4rz 2019 verabredet. Wir freuen uns riesig aufeinander, denn nach so langer Zeit ohne Freunde und Familie fehlt es uns sehr, mit vertrauten Menschen zusammen zu sein.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/2CB7A67D-CC84-478B-B02C-1720267AEDCE.jpeg?ssl=1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"4032\" height=\"2268\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/2CB7A67D-CC84-478B-B02C-1720267AEDCE.jpeg?fit=625%2C352\" alt=\"\" class=\"wp-image-3139\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/2CB7A67D-CC84-478B-B02C-1720267AEDCE.jpeg?w=4032&amp;ssl=1 4032w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/2CB7A67D-CC84-478B-B02C-1720267AEDCE.jpeg?resize=650%2C366&amp;ssl=1 650w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/2CB7A67D-CC84-478B-B02C-1720267AEDCE.jpeg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/2CB7A67D-CC84-478B-B02C-1720267AEDCE.jpeg?resize=624%2C351&amp;ssl=1 624w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/2CB7A67D-CC84-478B-B02C-1720267AEDCE.jpeg?w=1250&amp;ssl=1 1250w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/2CB7A67D-CC84-478B-B02C-1720267AEDCE.jpeg?w=1875&amp;ssl=1 1875w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><figcaption>Saskia (Eves Schwester) und J\u00fcrgen &#8211; die Freude ist riesig, die Beiden in Kalkutta wiederzusehen <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em><b>F\u00fcr was ist Kalkutta eigentlich ber\u00fchmt?<\/b>&nbsp;<\/em>F\u00fcr Viele ist Kalkutta zum Inbegriff des Elends geworden, mit dunklen Gassen, in denen Menschen elendig verhungern. Und \u00fcber allem schwebt Mutter Theresa in wei\u00dfem Gewand und breitet ihre H\u00e4nde g\u00fctig aus.<em>Typische Assoziationen zu Kalkutta, oder?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dass Kalkutta mal die Hauptstadt Indiens war und an einem der heiligsten Fl\u00fcsse Indiens, dem Hugli (Hoogly), einem Seitenarm des Ganges liegt und voller Prachtbauten aus der Kolonialzeit ist, wussten wir vorher auch nicht. Sp\u00e4ter erfahren wir, dass Kalkutta, die heimlichen Kunst-und Kulturhauptstadt Indiens, sogar Autoren wie <a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/wiki\/Rabindranath_Tagore?wprov=sfti1\"><strong>Rabindranath Tagore<\/strong><\/a> und ber\u00fchmte Filmgr\u00f6\u00dfen hervorgebracht hat. Nun, wir begeben uns mitten hinein in diese ambivalente und faszinierende Stadt, die sogar einst Indiens ehemaliger Premierminister Rajiv Gandhi (1984-1989) als eine sterbende Stadt bezeichnete.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/04095F03-D678-4415-9AF8-335E8BD00A32.jpeg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"351\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/04095F03-D678-4415-9AF8-335E8BD00A32.jpeg?resize=625%2C351&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3130\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/04095F03-D678-4415-9AF8-335E8BD00A32.jpeg?resize=1024%2C575&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/04095F03-D678-4415-9AF8-335E8BD00A32.jpeg?resize=650%2C365&amp;ssl=1 650w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/04095F03-D678-4415-9AF8-335E8BD00A32.jpeg?resize=624%2C351&amp;ssl=1 624w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/04095F03-D678-4415-9AF8-335E8BD00A32.jpeg?w=1250&amp;ssl=1 1250w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/04095F03-D678-4415-9AF8-335E8BD00A32.jpeg?w=1875&amp;ssl=1 1875w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><figcaption>Der Ambassador &#8230; unverw\u00fcstlich und nicht wegzudenken im Stra\u00dfenbild von Kalkutta<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der uralte gelbe Ambassador (Amby), der das Stra\u00dfenbild von Kalkutta pr\u00e4gt, brummelt gewichtig \u00fcber die Stra\u00dfen. Mit seinem rundlichen Design, der durchgehenden Bank, die drei Pl\u00e4tze erm\u00f6glicht, einem gro\u00dfz\u00fcgigen Kofferraum, einer weichen, ungeteilten R\u00fcckbank mit antik-roten Polstern und den vergitterten R\u00fcckleuchten, wirkt diese buckelige Limousine mit ihren Chromsto\u00dfstangen wie ein Schlachtschiff neben den kleinen Blechb\u00fcchsen. Ein Urgestein von Auto!<\/p>\n\n\n\n<p>Gem\u00e4chlich gelangen wir gegen Mitternacht in unser Viertel, Lake Gardens. Die gro\u00dfe Wohnung, die wir \u00fcber Airbnb gebucht haben, ist trotz Adresse &#8211; wie zu erwarten &#8211; schwer zu finden, zumal unser Fahrer kein Wort Englisch spricht. Wir gehen zu Fu\u00df weiter, stehen erstmal bl\u00f6d rum, wissen nicht weiter. Per WhatsApp gibt Saskia uns Hilfestellung. Wir laufen verwirrt durch das dunkle Viertel, bis wir sie am Ende der Stra\u00dfe entdecken. Mit Tr\u00e4nen in den Augen fallen wir Vier uns in die Arme. Es wird sp\u00e4t in dieser Nacht bis wir nach vielen Geschichten ins Bett fallen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Am Morgen fallen uns erst einmal die vielen Kunstwerke in unserer Wohnung auf.&nbsp;<em>In welcher Stadt sind wir hier? U<\/em>nterschiedliche Kunststile, Zeichnungen, Motive, Miniaturen und gro\u00dfe Bilder zieren die W\u00e4nde, wenn auch etwas zu dicht gedr\u00e4ngt und weniger \u00e4sthetisch platziert. Unsere Besitzer stammen wohl aus der Kunst- und Filmszene Kalkuttas. Wir staunen nicht schlecht. Die harten und alten Matratzen bekommen unseren R\u00fccken nicht gut. F\u00fcr den Preis von 80\u20ac pro Nacht f\u00fcr uns Vier, was hier in Indien wirklich viel ist, h\u00e4tten wir doch mehr von dieser Wohnung erwartet, die zwar reichlich Platz und jede Menge Sitzm\u00f6bel bietet, sogar \u00fcber eine Terrasse verf\u00fcgt, aber in puncto Sauberkeit und Betten noch Nachhilfe ben\u00f6tigt. In der K\u00fcche klebt eigentlich alles wie Schmiere. Aus den verstaubten Gl\u00e4sern in der Vitrine m\u00f6chte auch niemand trinken und die Anzahl der Kaffeetassen reicht nicht f\u00fcr uns Vier. Dass mir auch noch eine riesige Kakerlake im Bad entgegen kommt, bringt mich in nullkommanix auf den Stuhl und Rolf in die Rolle eines Kammerj\u00e4gers, die er mit Bravour l\u00f6st!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/623BD430-F8D0-411D-9078-EDDAD1598ABD.jpeg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/623BD430-F8D0-411D-9078-EDDAD1598ABD-1024x576.jpeg?resize=625%2C352&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3127\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/623BD430-F8D0-411D-9078-EDDAD1598ABD.jpeg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/623BD430-F8D0-411D-9078-EDDAD1598ABD.jpeg?resize=650%2C366&amp;ssl=1 650w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/623BD430-F8D0-411D-9078-EDDAD1598ABD.jpeg?resize=624%2C351&amp;ssl=1 624w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/623BD430-F8D0-411D-9078-EDDAD1598ABD.jpeg?w=1250&amp;ssl=1 1250w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/623BD430-F8D0-411D-9078-EDDAD1598ABD.jpeg?w=1875&amp;ssl=1 1875w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Dennoch ist dies hier unser einziger Ruheort. Als wir am Vormittag ein Caf\u00e9 zum Fr\u00fchst\u00fcck suchen, irren wir erst einmal durch das Viertel und landen meist vor noch geschlossenen L\u00e4den. Hier \u00f6ffnet man erst ab 10 Uhr. Mein Magen knurrt schon seit geraumer Zeit, so dass ich das lange Warten und das Kopfsch\u00fctteln der Inder im&nbsp;<em>The Tavern Caf\u00e9&nbsp;<\/em>nur mit missmutiger Laune ertragen kann. Gem\u00e4chlich wird die Kaffeemaschine angestellt und die Bestellung mit verwirrendem Blick entgegen genommen.&nbsp;<em>Das klappt doch niemals! <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Hausbesitzerin hat uns erkl\u00e4rt, warum hier niemand Englisch spricht.&nbsp;<em>Das kann ja lustig werden!&nbsp;<\/em>Als nach ca. einer Stunde die Chefin, eine moderne, geschminkte Inderin kommt und die F\u00e4den in die Hand nimmt, fluppt es. Kaffee kommt. Essen kommt. Komische Smoothies mit grellen Farben kommen auch. Nicht unbedingt das Bestellte! Egal. Wir haben alle Hunger. Nat\u00fcrlich m\u00f6chte die Chefin, dass wir wiederkommen. Ein Selfie zum Abschluss, damit sie ein Foto f\u00fcr Ihre Homepage hat. Das brauchen wir nun wirklich nicht die n\u00e4chsten f\u00fcnf Tage. In dem kleinen und engen Supermarkt erwerben wir den gesamten Joghurt-Vorrat, Milch, M\u00fcsli und Kekse. Bier gibt es nur in den Alkohol-Shops, kleine, dunkle L\u00e4den, meist mit einem Gitterfenster und einer Luke, wo abends M\u00e4nner in Gruppen anstehen und wo wir auf die indische Art des Anstehens zur\u00fcckgreifen m\u00fcssen \u2013 Ellbogen ausfahren und vordr\u00e4ngen \u2013 ansonsten w\u00fcrde man verdursten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gest\u00e4rkt und unternehmungslustig gehen wir zur Metro. Jemanden zu finden, der uns versteht, der uns sagen kann, wo wir ein- und aussteigen sollen, bringt uns immer wieder in netten Kontakt. Auch in der vollen Bahn selbst, werden wir bestaunt. Ist ein halber Platz neben dir frei, setzt sich ein Inder hin. K\u00f6rperkontakt inklusive.&nbsp;&nbsp;Von der Haltestelle \u201eMahatma Ghandi\u201c treibt es uns Richtung Hugli, der \u00e4hnlich wie der Rhein, Kalkutta in zwei Seiten teilt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/E8C96394-8703-44AB-9146-C9E26DD63EF3.jpeg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/E8C96394-8703-44AB-9146-C9E26DD63EF3.jpeg?resize=625%2C352&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3129\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/E8C96394-8703-44AB-9146-C9E26DD63EF3.jpeg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/E8C96394-8703-44AB-9146-C9E26DD63EF3.jpeg?resize=650%2C366&amp;ssl=1 650w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/E8C96394-8703-44AB-9146-C9E26DD63EF3.jpeg?resize=624%2C351&amp;ssl=1 624w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/E8C96394-8703-44AB-9146-C9E26DD63EF3.jpeg?w=1250&amp;ssl=1 1250w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/E8C96394-8703-44AB-9146-C9E26DD63EF3.jpeg?w=1875&amp;ssl=1 1875w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><figcaption>Anlieferung im Bazar<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ehe wir uns versehen, befinden wir uns an einer von alten dunklen Kolonialh\u00e4usern, die langsam in W\u00fcrde verfallen, umgebenden Hauptachse wieder, auf der Waren aller Art auf Fahrzeugen und Menschen aller Art transportiert werden. Diese \u00fcberqueren wir mutig und landen in den engen Gassen des <a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Burrabazar?wprov=sfti1\"><strong>Bara Bazars (Burrabazar)<\/strong><\/a>, der sich von einem Garn- und Textilmarkt zu einem der gr\u00f6\u00dften Gro\u00dfhandelsm\u00e4rkte entwickelt hat. Ein s\u00fc\u00dfer Chai aus Tonschalen gibt uns Energie f\u00fcr das chaotische Gew\u00fchle hier im Bazar. Unsere Augen wissen gar nicht mehr, wohin sie zuerst schauen sollen. So viele neue Reize f\u00fcr alle Sinne.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/94AEEF42-38B2-498E-BA83-6421B57CCCCF.jpeg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"415\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/94AEEF42-38B2-498E-BA83-6421B57CCCCF.jpeg?resize=625%2C415&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3126\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/94AEEF42-38B2-498E-BA83-6421B57CCCCF.jpeg?resize=903%2C600&amp;ssl=1 903w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/94AEEF42-38B2-498E-BA83-6421B57CCCCF.jpeg?resize=650%2C432&amp;ssl=1 650w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/94AEEF42-38B2-498E-BA83-6421B57CCCCF.jpeg?resize=624%2C414&amp;ssl=1 624w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/94AEEF42-38B2-498E-BA83-6421B57CCCCF.jpeg?w=1250&amp;ssl=1 1250w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/94AEEF42-38B2-498E-BA83-6421B57CCCCF.jpeg?w=1875&amp;ssl=1 1875w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><figcaption>Masala Chai gibt\u2018s an jeder Stra\u00dfenecke<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein faszinierendes Flair, so authentisch indisch. Vor und in den fragilen, br\u00f6ckeligen H\u00e4usern wird gekocht, gebraten, rasiert, ges\u00e4gt, gebohrt, Haare geschnitten und verkauft. Blumenketten, Fr\u00fcchte, Gem\u00fcse, Stoffe, Saris, Handys, T\u00f6pfe, Ton und so vieles mehr. St\u00e4ndig springen wir auf Seite, wenn hinter uns eins der unz\u00e4hligen Lastenr\u00e4der klingelt. Auf einer gro\u00dfen Holzlade transportieren sie Kisten so hoch wie ein Kamel, lange Bambusstangen, Mangos, Kartoffeln und vieles mehr. Auch auf dem Kopf tragen Inder Kisten durch die verwinkelten Gassen. Einem Ameisenhaufen gleich geht hier jeder seiner Arbeit nach.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/E94A6CA4-2698-4BEB-9136-824C00D6D8AD.jpeg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/E94A6CA4-2698-4BEB-9136-824C00D6D8AD.jpeg?resize=625%2C352&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3124\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/E94A6CA4-2698-4BEB-9136-824C00D6D8AD.jpeg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/E94A6CA4-2698-4BEB-9136-824C00D6D8AD.jpeg?resize=650%2C366&amp;ssl=1 650w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/E94A6CA4-2698-4BEB-9136-824C00D6D8AD.jpeg?resize=624%2C351&amp;ssl=1 624w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/E94A6CA4-2698-4BEB-9136-824C00D6D8AD.jpeg?w=1250&amp;ssl=1 1250w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/E94A6CA4-2698-4BEB-9136-824C00D6D8AD.jpeg?w=1875&amp;ssl=1 1875w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><figcaption>Am Ende hilft nur noch schieben &#8230;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Kreuzung an der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Howrah_Bridge?wprov=sfti1\"><strong>Howrah Br\u00fccke<\/strong><\/a> zu \u00fcberqueren, um zum Blumenmarkt und zum Flussufer zu kommen, ist die Mutprobe des Tages. An dem Ghat schlafen Inder im Schatten oder waschen sich im Hugli, der f\u00fcr die Bewohner eine gro\u00dfe religi\u00f6se Bedeutung hat. Kalkutta liegt n\u00e4mlich gar nicht am Ganges, wie dies in Vico Torrianis 50er Jahre Schlager hei\u00dft.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es wimmelt von Tauben, Taubenkacke und M\u00fcll.&nbsp;<em>Wo ist denn hier mal ein Caf\u00e9 oder ein Biergarten, um uns von den Ger\u00fcchen, Ger\u00e4uschen und visuellen Zumutungen der Megametropole zu erholen.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/760A2903-EF4A-48B2-AF02-98A8F9C4CCED.jpeg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"415\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/760A2903-EF4A-48B2-AF02-98A8F9C4CCED.jpeg?resize=625%2C415&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3132\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/760A2903-EF4A-48B2-AF02-98A8F9C4CCED.jpeg?resize=903%2C600&amp;ssl=1 903w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/760A2903-EF4A-48B2-AF02-98A8F9C4CCED.jpeg?resize=650%2C432&amp;ssl=1 650w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/760A2903-EF4A-48B2-AF02-98A8F9C4CCED.jpeg?resize=624%2C415&amp;ssl=1 624w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/760A2903-EF4A-48B2-AF02-98A8F9C4CCED.jpeg?w=1250&amp;ssl=1 1250w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/760A2903-EF4A-48B2-AF02-98A8F9C4CCED.jpeg?w=1875&amp;ssl=1 1875w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><figcaption>Waschen im Hugli<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Schwei\u00dfperlen rinnen uns \u00fcber die Stirn. Doch kein Pl\u00e4tzchen in Sicht. So ist es in Kalkutta. Also weiter durch die Stra\u00dfen, in denen wir immer wieder extreme Armut wahrnehmen. Hier leben Familien am Stra\u00dfenrand unter einer Plane, in H\u00fctten aus Pappkarton, Lehm oder Wellblech. Eine neben der anderen, den ganzen Gehsteig hinunter. Schmutzige Kinder spielen Cricket. Eine Frau sitzt jeden Tag in einem M\u00fcllberg an der Stra\u00dfenecke in unserem eher wohlhabenden Viertel und sucht nach verwertbarem M\u00fcll. In der Parkstreet mit Starbucks, Apple, McDonald und Modeshops wird diese Frau niemals zu finden sein. So nah beieinander, so extrem. Bettler mit verkr\u00fcppelten F\u00fc\u00dfen oder H\u00e4nden, Kinder oder Frauen mit Babys auf dem Arm betteln an roten Ampeln um Almosen. Als ich die H\u00e4lfte meines Mittagessens einem Bettler geben will, lehnt er ab. Es ist so unbeschreiblich, was wir hier an Eindr\u00fccken pr\u00e4sentiert bekommen. Das Stra\u00dfenleben, die Bazare, die Ghats am Hugli \u2026 das sind unvergessliche Eindr\u00fccke.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/DE156487-6C31-437E-853E-DFC45BDCC51D.jpeg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/DE156487-6C31-437E-853E-DFC45BDCC51D.jpeg?resize=625%2C352&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3135\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/DE156487-6C31-437E-853E-DFC45BDCC51D.jpeg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/DE156487-6C31-437E-853E-DFC45BDCC51D.jpeg?resize=650%2C366&amp;ssl=1 650w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/DE156487-6C31-437E-853E-DFC45BDCC51D.jpeg?resize=624%2C351&amp;ssl=1 624w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/DE156487-6C31-437E-853E-DFC45BDCC51D.jpeg?w=1250&amp;ssl=1 1250w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/DE156487-6C31-437E-853E-DFC45BDCC51D.jpeg?w=1875&amp;ssl=1 1875w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><figcaption>Der M\u00fcll wird nach Verwertbarem durchsucht<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit dem Amby (Ambassador) brummeln wir zum <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Victoria_Memorial,_Kolkata?wprov=sfti1\"><strong>Queen Victoria Memorial<\/strong><\/a>, das von einem gro\u00dfen Park umgeben ist. Das weitl\u00e4ufige, 1921 eingeweihte Queen Victoria Memorial aus wei\u00dfem Marmor erinnert von seiner Form an den Taj Mahal. Den Eintritt f\u00fcrs Museum (500IR\/6\u20ac) halten wir f\u00fcr \u00fcbertrieben, weswegen wir uns mit dem Park begn\u00fcgen, in dem sich indische und bengalische Familien tummeln. Sitzen zusammen auf der Wiese, spielen, machen Sport und freuen sich \u00fcber ein Selfie mit uns. Auf dem Plateau eines riesigen, verzierten Steinquaders thront auf einem Stuhl die Skulptur der ehemaligen &#8222;K\u00f6nigin von England und Kaiserin von Indien\u201c, in den H\u00e4nden Weltkugel und Zepter. Angesichts unseres Bed\u00fcrfnisses nach Pause und Essen suchen und laufen wir wieder durch das laute Gro\u00dfstadtgewirr. So wenig Caf\u00e9s wie hier haben wir noch nie gesehen. Doch Tante Google ist uns behilflich. Im Chai Caf\u00e9 werden uns nach fast einst\u00fcndiger Wartezeit endlich leckere Fritten mit scharfer Sauce serviert. Wir sind geschafft, wollen nur noch in unsere Ruheoase. Auf dem R\u00fcckweg holen wir am Alkohol-Shop unser Kingfisher-Bier und vergn\u00fcgen uns damit bei der Stunksitzung.&nbsp;<em><strong>Ach, Karneval ist K\u00f6ln, das ist Heimat!<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/DA91E830-F9C6-46E3-BA4F-24086A0895D3.jpeg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/DA91E830-F9C6-46E3-BA4F-24086A0895D3.jpeg?resize=625%2C352&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3134\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/DA91E830-F9C6-46E3-BA4F-24086A0895D3.jpeg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/DA91E830-F9C6-46E3-BA4F-24086A0895D3.jpeg?resize=650%2C366&amp;ssl=1 650w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/DA91E830-F9C6-46E3-BA4F-24086A0895D3.jpeg?resize=624%2C351&amp;ssl=1 624w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/DA91E830-F9C6-46E3-BA4F-24086A0895D3.jpeg?w=1250&amp;ssl=1 1250w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/DA91E830-F9C6-46E3-BA4F-24086A0895D3.jpeg?w=1875&amp;ssl=1 1875w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><figcaption>Kononialh\u00e4user kurz vor dem Verfall <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Zentrum irren wir eher zwischen gro\u00dfen Kolonialh\u00e4usern herum, landen im Uhrenviertel und finden am Streetfood-Stand leckere gebratene Kartoffeln. Der Stra\u00dfenrand ist ges\u00e4umt von erb\u00e4rmlichen Behausungen aus Planen und Wellblech.&nbsp;&nbsp;Mal wieder auf der Suche nach einem Restaurant ist das <b>Arsana<\/b> am Ende der Parkstreet eine gute Wahl. Flotte Kellner, viele G\u00e4ste und k\u00f6stliche Ger\u00fcche sprechen f\u00fcr sich. Unsere letzte Sehensw\u00fcrdigkeit, das Haus von Mutter Theresa, steht an. An einem Friedhof und M\u00fcllbergen, in denen Ziegen und K\u00fche nach Essbarem suchen, vorbei, erreichen wir die Einfahrt.&nbsp;Bevor wir in Mutter Theresas Haus eintreten, \u00fcberrascht uns ein Barista mit dem k\u00f6stlichsten Cappuccino in seinem kleinen Caf\u00e9. Diese Ruhepausen vom h\u00f6llischen Stra\u00dfenl\u00e4rm sind so wichtig wie der Kaffee am Morgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mutter Theresa Ordensgemeinschaft k\u00fcmmerte sich um Sterbende, Waisen, Obdachlose und Kranke, insbesondere um Leprakranken. Am 5. September 1997 starb sie hier in Kalkutta. Das Haus beherbergt heute ihre Grabst\u00e4tte, ihren Wohnraum, eine kleine Kapelle und eine Pr\u00e4sentation ihres Lebensweges und -werkes.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em><b>Warum wird Kalkutta von seinen Bewohnern aber &#8222;Stadt der Freude&#8220; genannt?<\/b><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>&nbsp;<\/em>Durch unsere westliche Brille betrachtet, ist das schwer nachvollziehbar, denn die allgegenw\u00e4rtige Armut, die unz\u00e4hligen Stra\u00dfenkinder und Bettler sind erst einmal verst\u00f6rend. Prunkbauten und Verfall, \u00c4sthetik und Schmutz, Armut und Reichtum. Diese Gegens\u00e4tze sind hier omnipr\u00e4sent.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wer nach Kalkutta reist, ist hart im Nehmen. Denn Hotels, Restaurants, Caf\u00e9s, Parks oder andere Orte der Ruhe hat Kalkutta wenig im Angebot. Daf\u00fcr bietet es Extreme, wie wir es bisher noch nicht erlebt haben \u2026 extrem laut und schmutzig, extrem chaotisch und lebendig, extrem arm und hei\u00df, extrem stinkig und \u00fcberf\u00fcllt. Kalkutta wirkt so authentisch indisch wie kein anderer Ort in Indien, die wir bisher kennengelernt haben.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unser Abenteuer mit der indischen Post<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Unsere warmen Sachen aus Nepal sollen zur\u00fcck nach Deutschland, damit die Rucks\u00e4cke um ein paar Kilos erleichtert werden. Auf den komplizierten Ablauf hat uns meine Schwester vorbereitet, z.B. dass man das Paket vom Schneider einn\u00e4hen lassen muss. Ein Karton bekommen wir von unserer Hausbesitzerin. Der Parcel-Service hier im Haus, der anfangs als einfache L\u00f6sung schien, nimmt fast 100\u20ac. So geht\u2019s also nicht! <\/p>\n\n\n\n<p>Demnach geht kein Weg an der indischen Post vorbei. Wir packen alles in den Karton, ohne ihn zuzukleben. Wir sch\u00e4tzen ihn auf 4 kg und ziehen mit starken Nerven im Gep\u00e4ck los. Dass uns diese Aktion mindestens den halben Tag kosten wird, davon gehen wir mal aus. Bei der n\u00e4chsten Poststelle sagt man uns, dass es hier nicht m\u00f6glich sei, doch in der Poststelle in ca. 1 Kilometer sei dies m\u00f6glich. Unsere Versuche ein Tuktuk zu bekommen, scheitern alle, weil&nbsp;&nbsp;&#8211; was wir nicht wissen &#8211; die Stra\u00dfe \u00fcber die Schienen f\u00fchrt, die mit ihren permanent geschlossenen Schranken jedes motorisierte Fahrzeug am \u00dcberqueren hindern. Gut, zu Fu\u00df geht\u2019s auch bis hinter die Schienen, wo uns ein Tuktuk zur Post bringt. <\/p>\n\n\n\n<p>Anstellen, die Erste! Zwei gleiche Formulare sollen wir ausf\u00fcllen, was genau drin ist, wieviel jedes Teil wiegt und welchen Wert es in Rupien hat. Einen Kopierer gibt\u2019s scheinbar nicht. In Rolfs Gesicht lese ich Verzweiflung und Ungeduld. Gleich gibt er auf und schmei\u00dft die Brocken hier durch die indische Post! Geduldig packe ich unsere Sachen auf einen Stehtisch und bitte Rolf geduldig, die Teile auf Englisch zu beschreiben. Nur widerwillig geht er darauf ein. Ich schreibe: 1x Underwear, 1x T-Sirt usw. Wir sch\u00e4tzen das Gewicht und den Wert Pi mal Daumen. Die Werte \u00fcbertrage ich auf das zweite Formular. <\/p>\n\n\n\n<p>Anstellen, die Zweite! Der indische Beamte \u00fcberpr\u00fcft kritisch die Angaben und weist uns an, das Paket einn\u00e4hen zu lassen. Drei\u00dfigste Minute! Wunderbarerweise sitzt direkt vor dem Posteingang der besagte Schneider, der geschickt und professionell den Karton zuklebt und geduldig den wei\u00dfen Stoff zuschneidet und um das Paket n\u00e4ht. Mit einem Filzschreiber versucht Rolf auf dem rubbelnden Stoff die Adresse zu schreiben. Vierzigste Minute \u2026 das geht doch! <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/D6EAFCF7-D97E-46C0-9C4D-D3E7603069BF.jpeg?ssl=1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"4032\" height=\"2266\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/D6EAFCF7-D97E-46C0-9C4D-D3E7603069BF.jpeg?fit=625%2C351\" alt=\"\" class=\"wp-image-3152\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/D6EAFCF7-D97E-46C0-9C4D-D3E7603069BF.jpeg?w=4032&amp;ssl=1 4032w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/D6EAFCF7-D97E-46C0-9C4D-D3E7603069BF.jpeg?resize=650%2C365&amp;ssl=1 650w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/D6EAFCF7-D97E-46C0-9C4D-D3E7603069BF.jpeg?resize=1024%2C575&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/D6EAFCF7-D97E-46C0-9C4D-D3E7603069BF.jpeg?resize=624%2C351&amp;ssl=1 624w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/D6EAFCF7-D97E-46C0-9C4D-D3E7603069BF.jpeg?w=1250&amp;ssl=1 1250w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/D6EAFCF7-D97E-46C0-9C4D-D3E7603069BF.jpeg?w=1875&amp;ssl=1 1875w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><figcaption>Das Paket wird erstmal zugen\u00e4ht<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Anstellen, die Dritte! Wir warten angespannt, w\u00e4hrend der indische Beamte alles in seine Computer eintippt. Das Paket mit 4,3 kg kostet nun 3000 IR\/ca. 39\u20ac. \u201eFertig?\u201c, fragen wir Vorsicht den Beamten. Als er nickt, lachen wir uns zu, klatschen uns ab. F\u00fcnfundvierzigste Minute. Wenn es einen Wettbewerb in \u201e<em>Indische Pakete schicken\u201c <\/em>g\u00e4be, h\u00e4tten wir ihn ganz bestimmt gewonnen und zuk\u00fcnftig l\u00e4cheln wir \u00fcber die 15 Kilogramm-Beschr\u00e4nkung so mancher Airline.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kalkutta &#8211; mehr als ein vor Dreck erstarrtes Armenhaus&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Das ehemalige Fischerdorf Kalikata wurde von den Engl\u00e4ndern 1690 in Kalkutta umbenannt. Aufgrund der zahlreichen Handelsniederlassungen und des Zugangs zum Meer entwickelte sich Kalkutta zur Hauptstadt. Der florierende Handel brachte Wohlstand, viktorianische Prachtbauten und gro\u00dfe Parkanlagen. Dieses koloniale Erbe ist bis heute sp\u00fcrbar, bildet es doch einen befremdlichen Kontrast.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Megametropole, die seit 2011 offiziell Kolkata genannt wird, leben mittlerweile rund 15 Millionen Menschen, inoffiziell sch\u00e4tzt man mehr als 30 Millionen. Wie Schiffbr\u00fcchige, die dem Hunger entfliehen, landen sie hier an. Jahr f\u00fcr Jahr. Damit hat das Elend Einzug gehalten, wof\u00fcr sie Ber\u00fchmtheit erlangt hat. Ihre koloniale Vergangenheit und ihre Bauwerke, ihre Kultur-und Kunstszene gerieten in Vergessenheit. Diese immer dichter werdende Besiedelung reduzierte den Platz pro Einwohner auf k\u00fcmmerliche 3,7 Quadratmeter, wobei sich die vier bis f\u00fcnf Millionen in den Lehm-, Wellblech- und Pappkartonvierteln mit einem Quadratmeter pro Kopf begn\u00fcgen. Mangels Toiletten verrichten sie ihre Notdurft auf offener Stra\u00dfe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Menschen der niederen sozialen Kasten ist jeder Tag ein \u00dcberlebenskampf. Sie hungern, schlafen auf der Stra\u00dfe oder unter Planen, arbeiten als Tagel\u00f6hner f\u00fcr ein bis drei Euro am Tag, meist ohne Arbeitsvertrag, d.h. ohne Rechte und Sicherheit, dass sie ihr Geld auch bekommen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/C0902493-B3DD-4942-A1E4-CE7B57778115.jpeg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/C0902493-B3DD-4942-A1E4-CE7B57778115.jpeg?resize=625%2C352&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3137\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/C0902493-B3DD-4942-A1E4-CE7B57778115.jpeg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/C0902493-B3DD-4942-A1E4-CE7B57778115.jpeg?resize=650%2C366&amp;ssl=1 650w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/C0902493-B3DD-4942-A1E4-CE7B57778115.jpeg?resize=624%2C351&amp;ssl=1 624w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/C0902493-B3DD-4942-A1E4-CE7B57778115.jpeg?w=1250&amp;ssl=1 1250w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/C0902493-B3DD-4942-A1E4-CE7B57778115.jpeg?w=1875&amp;ssl=1 1875w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Doch Kalkutta ist viel mehr, mehr als Armut, Elend und mehr als ein Haufen Schei\u00dfe, denn Kalkuttas kulturelle Vielfalt sucht Ihresgleichen in Indien. Sie beherbergt die gr\u00f6\u00dfte Bibliothek mit rund neun Millionen B\u00e4nden, die landesweit gr\u00f6\u00dfte Anzahl von Verlagen, zahlreiche Theaterb\u00fchnen und Museen und eine lebendige Filmszene, die ohne Kitsch und Tanz auskommt, stattdessen politischen und sozialen Lebensumst\u00e4nde kritisch hinterfragt. Die Plakate des internationalen Filmfestival sind allgegenw\u00e4rtig. Am Victoria Monument werden Fotografien von Nachwuchsfotografen pr\u00e4sentiert. Mindestens 10 weitere Veranstaltungsorte werden in dem Flyer aufgef\u00fchrt. Wer Lust und Zeit mitbringt, kann hier Filme und Fotografien von hoher Qualit\u00e4t erleben. Heute gilt Kalkutta als das geistige Zentrum Indiens mit einer hohen Alphabetisierungsrate.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das macht den Reiz Kalkuttas aus. Ja, die Stadt ist reich, reich an Kultur, reich an starken, widerstandsf\u00e4higen und kreativen Menschen, reich an Authentizit\u00e4t, an Faszination und Freude.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich vorurteilsfrei auf all dies einl\u00e4sst, wird jedenfalls reich belohnt.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0210B04F-8B85-43BF-A80E-18E2F5CE1DE0-1024x576.jpeg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0210B04F-8B85-43BF-A80E-18E2F5CE1DE0.jpeg?resize=625%2C352&#038;ssl=1\" alt=\"\" data-id=\"3136\" data-link=\"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/0210b04f-8b85-43bf-a80e-18e2f5ce1de0\/\" class=\"wp-image-3136\" 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href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0E0079C8-9B33-4C8F-B4C7-BFD154D3445F-1024x575.jpeg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"351\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0E0079C8-9B33-4C8F-B4C7-BFD154D3445F.jpeg?resize=625%2C351&#038;ssl=1\" alt=\"\" data-id=\"3128\" data-link=\"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/0e0079c8-9b33-4c8f-b4c7-bfd154d3445f\/\" class=\"wp-image-3128\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0E0079C8-9B33-4C8F-B4C7-BFD154D3445F.jpeg?resize=1024%2C575&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0E0079C8-9B33-4C8F-B4C7-BFD154D3445F.jpeg?resize=650%2C365&amp;ssl=1 650w, 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class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F03001F1-1D14-44DB-8693-F45A5DF8E9A4-857x600.jpeg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"438\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F03001F1-1D14-44DB-8693-F45A5DF8E9A4.jpeg?resize=625%2C438&#038;ssl=1\" alt=\"\" data-id=\"3131\" data-link=\"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/f03001f1-1d14-44db-8693-f45a5df8e9a4\/\" class=\"wp-image-3131\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F03001F1-1D14-44DB-8693-F45A5DF8E9A4.jpeg?resize=857%2C600&amp;ssl=1 857w, https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F03001F1-1D14-44DB-8693-F45A5DF8E9A4.jpeg?resize=650%2C455&amp;ssl=1 650w, 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Am Flughafen klappt alles wie am Schn\u00fcrchen. Rolf bestellt ein gro\u00dfes Uber-Taxi, dass uns durch die gut ausgebauten Stra\u00dfen, die von bunten Gesch\u00e4ften ges\u00e4umt sind, recht z\u00fcgig in unser Viertel bringt. Weniger M\u00fcll, weniger Verfall, daf\u00fcr modern, sauberer und bunt. Der Verkehr wirkt normal. Dass Chennai f\u00fcr die Filmindustrie ebenfalls eine gro\u00dfe Bedeutung hat und sogar Bollywood \u00fcberholt haben soll, erfahre wir erst sp\u00e4ter. In Chennai ist es ebenso hei\u00df und schw\u00fcl wie in Kalkutta. Auch am Abend bei unserer Ankunft im&nbsp;<em>Hotel Broads Land&nbsp;<\/em>rinnt uns der Schwei\u00df, als wir unser Gep\u00e4ck die steilen und engen Treppen hochschleppen. In dem Zimmer schl\u00e4gt uns extrem hei\u00dfe Luft entgegen, wie wenn du den Backofen \u00f6ffnest.&nbsp;<em>Wie sollen wir hier denn schlafen? Ein Bier w\u00fcrde uns helfen.<\/em>&nbsp;Sechs Fensterl\u00e4den \u00f6ffnen, Ventilatoren einschalten, durchatmen \u2026 es ist nur f\u00fcr eine Nacht und f\u00fcr 6\u20ac wollen wir nicht meckern.&nbsp;<em>Tomorrow is another day!<\/em>Das Bett mit harter Matratze steht fast mittig in dem ger\u00e4umigen Zimmer, das Bad k\u00f6nnte eine General\u00fcberholung gebrauchen. Immerhin kommt Wasser aus den Leitungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch unser ehemalige Palast im Stadtteil Tripicane punktet mit einem besonderen Ambiente mit gr\u00fcnem Innenhof. Wir f\u00fchlen uns zur\u00fcckversetzt in eine andere Zeit. Der marode Charme dieses alten Herrenhauses ist schon beeindruckend. Dass es direkt neben der gro\u00dfen Moschee liegt, h\u00f6ren wir erst in der Nacht, als per Lautsprecher zum Gebet gerufen wird. Die nahe Einkaufsstra\u00dfe \u00fcberrascht uns mit einer riesigen Auswahl an Restaurants, Gesch\u00e4ften und Caf\u00e9s. Sogar gegrilltes Fleisch wird angeboten, was im mehrheitlich vegetarischen Indien seltener ist. Die Luft ist selbstverst\u00e4ndlich schlecht und der Verkehr laut. Immerhin gibt es B\u00fcrgersteige, auf denen man teilweise laufen kann. Schlie\u00dflich bemerken wir den hohen Anteil muslimischer Bewohner und ahnen, dass es hier kein Bier geben wird. In einem gut gek\u00fchlten Restaurant k\u00f6nnen J\u00fcrgen und Rolf ihren Appetit auf Fleisch stillen. Auf der Suche nach einem Nachttrunk landen wir in einer&nbsp;<em>Secret Bar&nbsp;<\/em>eines Hotels in der 5. Etage.&nbsp;<em>Na, geht ja doch! Gewusst wo!&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich wird diese Nacht grauenhaft. Moskitos umkreisen meine Ohren wie Motten das Licht. Ein quietschender Deckenventilator verteilte die stickige Luft im Raum. Ich f\u00fchle mich wie in einer Dampfsauna. Der Muezzin ruft lauthals zum Gebet. Ich sehne nur noch den Morgen herbei, denn die universelle Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Auroville?wprov=sfti1\"><strong>Auroville<\/strong><\/a>, in der Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen zusammen in Frieden und Harmonie leben, wird eine ber\u00fchrende und intensive Bereicherung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sind wir blo\u00df auf die Idee gekommen, uns ausgerechnet in Kalkutta zu verabreden?&nbsp;War es etwa der Romanautor Dominique Lapierre mit \u201eKalkutta &#8211; Stadt der Freude&#8220;, der so ber\u00fchrend und fesselnd den ungebrochenen Lebenswillen und das positive Lebensgef\u00fchl der Bewohner trotz schier aussichtsloser Zukunft, Armut und Hunger beschreibt? Dieses Buch ist so fesselnd, so spannend [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3133,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[111,105,133],"tags":[71,195,104,194,134],"class_list":["post-3122","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-backpacker-in-asien","category-indien","category-sabbatical","tag-backpacking","tag-chennai","tag-indien","tag-kalkutta","tag-sabbatical"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/D68ADC97-3DC7-48CC-999C-45E327D9AA06.jpeg?fit=2983%2C1678&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p3plSY-Om","jetpack_sharing_enabled":false,"jetpack_likes_enabled":false,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3122"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3122\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3155,"href":"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3122\/revisions\/3155"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3133"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bungarten.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}