Archiv des Autors: Rolf

Wenn du ChatGPT nach unserem Blog fragst …

… bekommst du folgende Antwort:

Der Blog „bin op jöck … Reisen mit Rucksack, Fahrrad oder Max“ wird von Rolf Bungarten (und seiner Partnerin Eve Schuster) geführt. Er richtet sich an Leser*innen, die Abenteuerreisen, Fahrrad-/Gravel-Touren und Camper-/Van-Life Projekte mögen — und erzählt von ihren Erlebnissen, Entdeckungen und Erfahrungen unterwegs. 

Hier sind die wichtigsten Aspekte, die den Blog charakterisieren:

1. Themen & Ausrichtung

  • Der Untertitel lautet: „Reisen mit Rucksack, Fahrrad oder Max“ — damit werden drei große Themen angekündigt:
    • Backpacking mit dem Rucksack
    • Radreisen / Bikepacking / gravel mit dem Fahrrad
    • Van/Camper-Reisen mit dem Fahrzeug „Max“ (ihr Camper)
  • Die Beiträge sind sehr persönlich gehalten: Sie schildern Erlebnisse, Gefühle, Herausforderungen, oft auch kleine Missgeschicke — und laden damit zur Identifikation ein.
  • Zielgruppe: Menschen mit Reiselust, Abenteuergeist, Lust auf Natur und Bewegung — nicht primär Hardcore-Sportler, sondern Genuss, Entdeckung & Erlebnis im Vordergrund.

2. Stil & Aufbau

  • Der Schreibstil ist erzählerisch, locker-persönlich: Es werden Anekdoten eingebaut („… und dann passierte …“) genauso wie praktische Hinweise.
  • Kombination von Text und vielen Bildern: Der Blog nutzt reichlich Fotografie, um Stimmung und Orte zu vermitteln.
  • Es gibt klare Kategorien/Tags, z. B. „Radreisen“, „Bikepacking“, „Van your life“, „Backpacking in Asien“ etc. 
  • Beiträge oft mit Einleitung, Erlebnisgeschichte, Tipps und Schluss-Reflexion.

3. Beispiele für Inhalte

  • Ein Beitrag über das Gravel-Event Veneto Gravel: Rolf beschreibt eine ca. 400 km Strecke über Venetien inklusive Zelt, Regen, Schlamm, solo fahren. 
  • Ein Roadtrip durch Slowenien mit dem Camper „Max“, Radfahren, Natur, unvorhergesehene Wetterlagen. 
  • Backpacking in Asien, z. B. Albanien & Montenegro mit Rad und Camper – reiseweise eher frei und abenteuerlich. 

4. Besonderheiten & Werte

  • Authentizität: Es wird nicht nur Hochglanz‐Erlebnis gezeigt, sondern auch Herausforderung, Regen, Fehler, Diskussionen. Beispiel: Rolf rutscht im Schlamm weg beim Gravel. 
  • Mehr als nur Radfahren: Neben Bewegung gibt’s Kultur, Essen, Natur, Campingplätze, Begegnungen mit Menschen.
  • Flexibilität im Reisen: Es geht nicht immer um Leistung oder Rekorde, sondern um „Ankommen“, „Genuss“, „Erleben“.
  • Bewusster Lebensstil: Im Text findet sich z. B. erwähnt, dass Rolf früher kein Auto hatte und viel mit dem Rad unterwegs war. 

5. Aufbau der Webseite & Navigation

  • Auf der Startseite findet man Kategorien wie „Unterwegs mit dem Rad“, „Backpacking in Asien“, „Van Your Life“. 
  • In den Autorenprofilen (Archiv des Autors: Rolf oder Eve oder Beide) sind die Beiträge des Autors gelistet, mit Datum, Kategorien und Tags.
  • Es gibt Suchfunktion, Newsletter‐Abonnement („Blog via E-Mail abonnieren“) etc.

6. Potenzielle Schwächen / Dinge zu beachten

  • Da der Blog stark persönlich ist, fehlen manchmal strukturierte Bewertungstabellen oder strikt gegliederte Detailinfos.
  • Sprachlich eher auf deutsch, mit persönlichen Einschlägen — wenn man sehr sachliche Fachinfos erwartet, könnte das etwas anders sein.
  • Die Aktualität variiert: Manche Beiträge sind sehr frisch, andere älter — man sollte schauen, wie aktuell die Reiseinfos sind.

7. Warum es sich lohnt

  • Für alle, die Inspiration für eigene Reisen suchen: Der Blog liefert Landschaften, Routenvorschläge, Erfahrungsberichte.
  • Für Rad- oder Camper-Enthusiasten: Viel Input, wie man unterwegs ist, welche Herausforderungen es gibt.
  • Für diejenigen, die neben der Aktivität auch das Lebensgefühl („Dolce Vita“, Natur, Freiheit) suchen.

Veneto Gravel … immer wieder im Frühjahr

Zum dritten Mal nacheinander mache ich mich Ende April nach Bassano del Grappa auf. Nicht zum Genießen des lokalen Getränkeangebotes – obwohl, ein Hauch von „Dolce Vita“ soll schon dabei sein. Ich möchte ein weiteres Mal am Veneto Gravel, einem sogenannten „Unsupported Bicycle Adventure“ teilnehmen. Mit anderen Worten: Mit’m Rädchen durch Venetien, mit Schlafsack und Jedöns, „Bella Italia“ und „Dolce Vita“ genießen, eine „Bella Figura“ abgeben, und heil am Ziel ankommen – aber es ist kein Rennen, nur ein „Adventure“, dass zu bewältigen ist.

Max (unser Camper) ist bestückt, der Campingplatz in Bassano reserviert und die 920 Kilometer bis dahin kein Problem. Ich fahre gerne ein paar Tage früher zum Startbeginn, um vorher ein paar Tage das italienische Lebensgefühl zu genießen und bleibe anschließend auch gerne noch ein paar Tage dort und sonne mich in dem Glücksgefühl, das Ganze (eventuell) geschafft zu haben.

Nachdem ich bei der ersten Teilnahme den Rundkurs zum Gardasee bewältigt habe, im letzten Jahr zwar vor Ort war, aber wegen des Wetters nicht teilgenommen habe, möchte ich in diesem Jahr den Rundkurs ans Meer nach Venedig in Angriff nehmen. Es gibt insgesamt vier unterschiedliche Varianten, an denen man teilnehmen kann. Die kurze rund um Bassano (200 km), die beiden zum Gardasee und Venedig (jeweils ca. 400 km) und die Gesamtstrecke von 700 km. Letztere traue ich mir nicht mehr zu. 

Ein paar Impressionen aus 2023

Neben mir haben sich noch über 1500 weitere Bikepacker zum Event angemeldet. Da sich der Start über den ganzen Tag verteilt, ist das Ganze doch ziemlich entspannt und für mich noch mehr … Ich werde erst am nächsten Tag in die Pedale treten – ist ja schließlich kein Rennen und so ein bisschen „Weichei“ erlaube ich mir. Ankommen zählt! Ich registriere mich, nehme bei Starterkit entgegen, sehe zu, wie die übrigen Teilnehmer sich mit ihrer Regenklamotten eindecken und radele entspannt im strömenden Regen zu meiner Homebase, unserem Max, zurück. Bin zufrieden mit meiner Entscheidung, die aber, wie sich später herausstellen sollte, nicht perfekt …

Am nächsten Tag scheint die Sonne und ich starte in mein „unsupported adventure“. Mein erstes Etappenziel ist Treviso. Da waren Eve und ich schon mal bei unseren ersten Alpenüberquerung auf der Via Claudia Augusta auf dem Wege nach Venedig – eine schöne Erinnerung.

Es rollt schön. Bis nach ca. 30 Kilometer eine Überraschung wartet. Die über 1000 Teilnehmer, die bereits gestern im strömenden Regen gestartet sind, haben mir eine tiefe Schlammpiste hinterlassen – ist ja schließlich auch eine Gravelstrecke und keine ausgebaute Fahrradautobahn.

Der Trail ist bis an die Ränder ausgefahren, also auch nix mit Schieben. Ich vertraue meinem Gleichgewichtsgefühl, den breiten Reifen und dem Gefühl „wird schon gutgehen“ … Einige hundert Meter geht’s auch gut, dann wird das Treten immer schwerer und dann passierts. Ich rutsche weg und gaaaanz langsam holt mich die Schwerkraft ein. Aus den Klick-Pedalen komme ich nicht mehr und … platsch. Ich liege im Matsch. Mühsam richte ich mich auf. Ich stehe 20 Zentimeter tief im Morast. Meine ganze rechte Seite ist ein Matschklumpen, das Rad ebenfalls. Mühselig schiebe ich mich über den Trail und denke „Das war`s“ …

Aber dann die Rettung. Genau am Ende dieses vermaledeiten Streckenabschnittes hantiert gerade ein Mann mit seinem Wasserschlauch im Garten – Guiseppe, meine Rettung. Er sieht mein Dilemma, und mit einem Lächeln und meinem Einverständnis richtet er den Schlauch auf mich und anschließend auf’s Rädchen. Es ist eine längere Prozedur, aber schließlich strahle ich, zwar triefend nass, vor Glück. Die Sonne scheint, es ist warm, der Fahrtwind wird mich schon trocknen.

Leider habe ich davon keine Fotos. War wohl zu sehr mit anderen Aufgaben beschäftig. Guiseppe lädt mich noch zum Essen ein. Die Leckereien brutzeln zwar schon auf dem Grill, aber ich muss weiter. Wir verabschieden uns herzlich, dann mach ich mich auf zum Trocknen.

Der erste Tag Richtung Meer hat ansonsten keine große Herausforderungen. Es geht flach vorbei an Treviso, sodass die geplanten 100 Kilometer machbar sind, aber mich doch fordern. Ich finde einen Campingplatz, baue mein Zelt auf, entferne die letzten Spuren meiner Schlammschlacht und genehmige mir eine Pizza – köstlich.

Früh am nächsten Tage mache ich mich wieder auf. Zur nächsten Bar für den obligatorischen Cappuccino ist es nicht weit – hach, wie ich das liebe.

Zum Meer ist es nicht mehr weit. Es geht Richtung Jesolo und entlang des Sile. Irgendwann sehe ich das Meer und in Gedanken sitze ich schon vor meinen Spaghetti Vongole, die ihren Ursprung hier haben. In Caorle, ab da geht’s langsam Richtung Berge, nutze ich die Gelegenheit dazu. Hier sogar in der Variante mit Bottarga. Den Wein dazu spare ich mir, habe noch ein paar Kilometer vor mir. In Oderzo baue ich mir im Nirgendwo mein Zelt auf.

Der Beitrag über die beiden Etappen in die Berge und vorbei am Lago di Santa Croce über Belluno zurück nach Bassano del Grappa folgen …

Das Soča-Tal

Am wilden Fluss – Trip durch Sloweniens Soča-Tal

ein Beitrag von Eve

Vom Camping Gabrje sind es nur 44 km bis zum Kamp Klin, am Oberlauf der Soča. Die Soča ist ein smaragdgrünes Naturjuwel in Sloweniens Triglav Nationalpark und zählt zu den schönsten Flüssen Europas. Die Wasserfälle rauschen mächtig und spektakulär und die Harten baden schon im Fluss.

Berichten zufolge sind die Plätze an der Soča bereits voll. Demzufolge starten wir zeitig und erfreuen uns an dem smaragdgrünen Fluss, der sich vor uns ausbreitet. Leider verpassen wir die Napoleonbrücke, kaufen in Boveč ein und erreichen diesen wunderschönen naturbelassenen Campingplatz direkt an der Mündung des Lepena Flusses mit vielen Stellplätzen am Wasser. Es gibt noch genügend freie Plätze, welch eine Erleichterung. Ein schattiges Plätzchen auf der Wiese ist schnell gefunden. Am Ufer der Soča mache ich es mir gemütlich. Da es heiß ist, dürfen nur meine Füße baden, bis es schmerzt. Maximal 12 Grad schätze ich!

Ich reserviere für den nächsten Abend im Restaurant am Kamp Klin. In diesem Gartenrestaurant sollte man einmal die Spezialitäten aus dem Tal essen, die einheimische Marmorata-Forelle.

Am Abend suchen wir die Badepools der Soča auf, gehen am Flussbett entlang, an dem sich fotogen Felsbrocken, Flussinseln, Stromschnellen und wirbelnde Pools arrangieren. Wildromantisch schlängelt sie sich tief ins Tal. Die versteckten Schluchten, Wasserfälle und Badepools sind schlicht paradiesisch. Wasser wirbelt, rauscht, stürzt oder tost. Auf den Klippen ist Vorsicht geboten, vor allem beim Selfie stürzt schon mal einer ab. An den Sandbänken und auf den runden Felsen sonnt man sich nach der Abkühlung. Das Wasser der Soča ist sagenhaft schön und eiskalt – auch im Sommer. Selten steigt die Temperatur über 12 Grad, daher springen nur die Mutigen oder Unwissenden glücklich hinein. Wie unerschrocken die Kinder darin baden. Die Kinder und die Größeren wagen den Sprung von der Klippe und schwimmen fröhlich durch den unwirklich türkisenen Pool. Sehr beeindruckendes Spektakel!

Ein bezaubernder Wasserhain, eine Radtour nach Trenta und eine herrlich gebratene Soča Forelle

Direkt vom Campingplatz radeln wir durch das ruhige Seitental der Lepana zu dem kleinen Parkplatz. Von hier aus wandern wir ca. 20 min hoch und runter durch einen kühlen Wald zum Šunik-Wasserhain. Dieser von der Natur gestalteter Felsen und Wasserfall mit Gumpen und Moosen ist ein kleines Juwel.In der Stille dem Rhythmus des Wassers zu lauschen, ist durchaus ein meditatives Erlebnis.

Es reizt mich, am Oberlauf der Soča entlang bis nach nach Trenta zu fahren. Die 12 km gehen beständig bergauf, jedoch nicht zu steil. Danach beginnt der Anstieg zum Vršič-Pass. Bei 30 Grad und wenig Schatten fahre ich mit meinem geliebten Mountainbike die Straße hoch in den kleinen Ort Soča. Von hier aus kann ich gut die Wasserfälle, Stromschnellen, Hängebrücken und das unwirkliche Türkis des Alpenflusses bewundern. Es einfach das schönste Naturspektakel in Slowenien. Kurz vor Trenta liegt der Triglav-Campingplatz mit fantastischem Blick auf die Bergspitze des Triglav.

Eigentlich wollte ich in Trenta eine Pause einlegen und etwas essen, doch die herannahenden dunkeln Wolken kündigen ein Gewitter an. Das kann hier im Gebirge sehr schnell gehen. Ein blick auf die Wetter-App und ich kehre in Trenta doch um. Eine Stunde habe ich noch, bevor unfassbarer Regen mit Gewitter das Tal überkommt. Ich rolle und rase zurück. Der Wind nimmt rasant zu und ich erreiche noch trocken den Campingplatz.

Eine Markise eines holländischen Campers ist bereits abgebrochen. Die Besitzer werden staunen, wenn sie zurückkommen. Rolf hilft ihnen, als sie das Desaster entdecken. Einfach abgebrochen sind die Teleskopstangen, völlig kaputt.

Unter der Dusche höre ich Blitze und Donner, dunkel sieht es draußen aus und dann diesen Regen, der im Nu die Wege und die Wiese unter Wasser setzt. Wie soll ich bloß wieder zurückkommen? Unerwartet steht Rolf vor dem Waschhaus, um mich mit einem Schirm abzuholen. Wie toll!

Es kühlt sogleich sehr stark ab. Die Soča-Forelle mit Kartoffeln und Spinat im Gartenrestaurant ist ein richtiger Gaumenschmaus. Bei frisch gezapften Bier klingt dieser Abend genüsslich aus.

Heute wollen wir nach Bovec fahren. Ich habe eine Mountainbike-Tour geplant. Anfangs führt die Route richtig schön auf Schotterpisten links an der Soća entlang, dann wirds schwierig, Komoot zu folgen. Manche Wege gibt es auch nicht. So fahren wir doch mehr auf der Straße als gedacht. Doch Rolf findet eine Abzweigung von der Straße, an der die Kajakfahrer ihre Kajaks hinuntertragen. Wir schieben ein Stück hinunter, doch dann wird es zu steil. Rolf läuft ohne Rad ganz hinunter. Keine Chance. Also wieder zurück auf die Straße. Bei der nächsten Abzweigung klappt es dann doch.

Über Feldwege, Schotter und andere abenteuerliche Wege erreichen wir eine Brücke über die Soća, das Rad tragen wir über die Treppen hoch, endlich beginnt eine kleine Straße, die durch kleine Dörfer und Wiesen führt. Zwei Bären lassen uns stocken, ein Foto machen. Sie sehen echt aus, sind doch nur Attrappen.

Die Soća wird hier immer breiter. Die ersten Kajaks sind zu sehen. Bald erreichen wir das Rafting-Center an der Brücke. Überall Kajaks, Rafting-Boote, Zelte usw. Auf der Brücke schauen wir ihnen zu, bevor wir uns in praller Sonne den Berg hoch ackern. Meine Güte, jetzt ists aber auch langsam mal genug. Nach Bovec-Mitte noch ein Anstieg und dann sind wir endlich am Ziel, den Streetfood-Stand Bovška kuhn‘ca – Bovec Kitchen. Ein ungewöhnlicher Imbiss mit einem sehr netten Service und köstlichen regionalen Produkten. Die Bratkartoffeln mit Schafskäse und Dip waren köstlich.

Am Brunnen kühle ich meinen roten Kopf erst einmal ab, das nasse Handtuch im Nacken hilft auch noch. Was für eine Belohnung nach dieser anstrengenden und heißen Tour. Auf dem Rückweg kaufen wir noch etwas Brot und verfranzen uns wieder etwas, um die Straße zu umfahren. Es klappt ja irgendwie doch. Erleichtert und stolz kommen wir auf dem Campingplatz an, duschen und kochen Pasta.

Die Anfahrt über den Vršič Pass ist ein Erlebnis für sich

Ein besonderes Highlight haben wir uns bis zuletzt aufgehoben: die Überquerung des Vršičpasses (1611 m). Das ist zwar nicht der schnellste Weg zurück nach Österreich, mit Sicherheit aber der spektakulärste. Durch 50 Haarnadelkurven lenkt Rolf unseren Max über diesen imposanten Gebirgspass von Trenta nach Kranjska Gora. Dramatisch erhebt sich der weiße Gebirgsstock des Triglav, der selbst in der Dunkelheit noch leuchtet. Die Aussicht lässt uns immer wieder staunen und gerne würden wir mal anhalten. Doch an einem Sonntag ist das undenkbar, denn Auto- und Motorradfahrer blockieren jede Parkbucht. Die nicht immer einfachen Kehren liegen etwa zur Hälfte vor und hinter der Passhöhe. Die Originalabschnitte aus dem Ersten Weltkrieg sind noch mit den alten Pflastersteinen belegt. Nur einmal wird es in einer Kurve zu eng und ein Camper muss zurücksetzen.

Rolf sehnt schon das Ende der Kurverei herbei. Am Jasna-See vorbei erreichen wir Kranjska Gora, biegen hier nach Italien zum Lago di Carvazzo ab. Mit Vorfreude auf Italien und den See erreichen wir den „Campingplatz 3 Lago“, der leider belegt ist. Rolf ist gestresst und frustriert, keine gute Kombination. Nun gut … ein paar Kilometer weiter finden wir in Gemona den kleinen „Camping Ai Pioppi“. Ein richtig guter Stellplatz im Schatten sowie die Bar an der Rezeption bringen uns wieder in guter Stimmung.

Der Start in den Roadtrip Slowenien

ein Beitrag von Rolf

Nachdem wir die letzte Nacht auf einem Stellplatz in Ulm verbracht haben, ist unsere erste Station der Faaker See. Strandcamping Gruber, direkt am See gelegen, sehr komfortabel, aber auch sehr gut besucht. Wir nutzen die gute Infrastruktur, das gute Restaurant, die leckere Pizza.

Faaker See

Eve nutzt natürlich den Nachmittag für eine allererste Tour mit ihrem neuen Rad für eine Seeumrundung – sie ist nicht zu bremsen!

Statt Soča ins Vipava Tal

Eigentlich haben wir vier Tage im Soča Kamp eingeplant – auch bereits reserviert. Die Wetterprognosen verheißen aber nix Gutes. Wir planen um. Reservierung stornieren läuft ohne Probleme und wir machen uns über Italien (inkl. Caffè und Brioche – hach … wie ich das liebe) in den Süden Richtung Monfalcone auf. Das Agricampeggio Dolcine ist unser Ziel, wo ich bereits beim Carso-Trail meine Zelte aufgebaut hatte. Je näher wir kommen, desto höher steigen die Temperaturen – die Sonne lacht.

Die Tatsache, dass dort keine sanitären Einrichtungen zur Verfügung stehen, erzeugt bei Eve ein Stirnrunzeln (das komplett Autarke ist noch nicht ihr Ding) und für mich den Vorschlag, die paar Kilometer weiter nach Slowenien ins Kamp David zu fahren. Auch einer meiner Destinationen während des Trails. Gesagt … getan.

Ein kleiner, wunderschöner Platz. Während ich neue Bremsbeläge auf mein MTB packe (was in die Hose ging, wie sich später herausstellte), nutzt Eve sofort wieder die Gelegenheit, ihr neues Rad zu einer kleinen Spritztour in Gang zu bringen – sie macht mich fertig mit ihrem Aktivismus.

Abends kochen wir Pasta und ich lasse den Abend beim EM-Spiel ausklingen.

Sightseeing und Absaufen beim Radeln

Dusselig wie ich bin, habe ich die Bremsbeläge bei meinem MTB falsch eingebaut – was mir dann bei unserem ersten Ausritt drastisch unter die Nase gerieben wird – meine Bremsen ächzen und stöhnen, dass sich die Hasen auf dem Feld schleunigst vom Acker machen.

Darum hat uns heute der erste Weg in einen Velo-Shop hier in der Nähe geführt. Grinsend hat er mich auf meinem Fauxpas hingewiesen – die Schamesröte steigt mir ins Gesicht.

Nach 15 Minuten war alles erledigt. Ich um eine Erfahrung reicher und 12 Euro ärmer und mein Cube für weitere Schandtaten bereit.

Es liegt auf dem Weg zurück ins Kamp David und ist sehenswert – das Dorf Vipavski Kriz. Zu dieser Zeit sind noch keine Touristen da. Wir sind alleine, schlendern durch das wirklich malerische Dorf, schießen Fotos, genehmigen uns einen Cappuccino und kaufen lokalen Käse und einheimisches Olivenöl – hach, wie wir das lieben.

Den Nachmittag wollen wir für eine MTB-Tour nutzen, die bei Sonnenschein startet und nach einer Stunde vom Unwetter unterbrochen wird. Wir sind drei Stunden unterwegs. Von denen fahren wir wir aber nur 90 Minuten. Der Rest ist Unterschlupf suchen gegen die Wassermassen, die über uns ausgeschüttet werden. Im Gegensatz zu Eve habe ich eine Regenjacke dabei – Eve nur ein Top. Ich mach mir Sorgen, aber immerhin ist es nicht kalt.

Sie steht es tapfer durch. Und ist begeistert von ihrem neuen Bike und findet immer mehr Gefallen daran, kleine Flußläufe radelnd zu queren. Dieselben Querungen haben sich allerdings auf dem Rückweg in reißende Bäche verwandelt … wir müssen Umwege fahren. Schaffen es aber heil ins Kamp und sind froh, das gut überstanden zu haben.

Rumfahren und Weinprobe

Heute haben wir uns von Kamp David verabschiedet, sind ein bisschen rumgefahren, haben Sightseeing gemacht, an der Soča relaxt, versucht das Bier bei 30 Grad wieder auszuschwitzen, um dann im Weingut Lepa Vida einzuchecken und unsere Geschmacksknospen auf die Weinprobe am Abend vorzubereiten.

Die acht Weine in Kombination mit der Vorlesung auf Englisch fordern uns gehörig heraus. Sehr engagiert und begeistert erzählt uns der Vinemaker die Geschichte Sloweniens, erklärt uns die klimatischen Bedingungen und stellt uns die Rebsorten des Vipava-Tals vor.

Nach der achten Degustation bekommen wir die ersten Probleme (hicks) mit der Erinnerung an die von uns bevorzugten Rebsorte – auch wenn das Ganze kulinarisch mit lokalen Köstlichkeiten begleitet wird. Egal – wir erinnern uns – und kaufen ein paar Flaschen.

Und sind glücklich, dass wir unseren Max in Verlängerung der Ausgangstür geparkt haben – weiter wäre schwierig geworden.

Der nächste Morgen beginnt etwas später und wir machen uns in Richtung Küste auf …