Archiv der Kategorie: Van Your Life

Roadtrip Griechenland Teil 2

Die ersten Tage in Griechenland

 Wir haben die schlimmsten Geschichten über die Fährgesellschaft Grimaldi im Kopf, als wir in Ancona den Fährhafen ansteuern. Aber es kommt alles anders …

Der CheckIn geht ratzfatz. Die Fähre ist halbleer. Unsere Doppelkabine sauber. Das Restaurant top und außer uns nur wenige Mitreisende – das kennen wir anders. Am Abend des nächsten Tages legen wir in Igoumenitsa an und steuern – wie im letzten Jahr – den in der Nähe gelegenen Campingplatz Elena‘s Beach an und verbringen dort die ersten Tage.

Heute beginnt unsere eigentlicher Roundtrip über den Peleppones. Aber vor müssen wir – wie so oft – noch eine Besichtigungstour durch unseren Camper machen. Wir kommen immer in einen angenehmen Austausch, da diese Interessenten nahezu auf die gleiche Art und Weise ticken wie wir. Was wir noch nicht wissen: Das wird auf längere Zeit der letzte Austausch mit Gleichgesinnten sein. Die nächsten Tage (und Wochen) wird uns nahezu nur noch eine besondere Spezies von Campern begegnen. Joghurtbecher in riesigen Ausmaßen, Moped oder E-Bikes, meistens der männliche Teil in hohem Maße übergewichtig und der Bewegungsdrang konzentriert sich auf die Strecke von Kühlschrank zum Liegestuhl. Achso … und fast vergessen: ein Hund. Das haben wir so nicht erwartet.

Unser erster Stop: eine Schildkröte, die heil über die Straße wollte …

Dann der eigentliche Stop: Parga

Direkt im Ort und damit günstig zum Erkunden liegt der Campingplatz Valtos.

Durch die verwinkelten Gassen der Altstadt mit typische Souvenirs aus Griechenland, Olivenöl und Kitsch aller Art treibt uns der Hunger in eine typisch griechische Taverne. Zwei kühle Bier und Souvlaki Pita sind genau das, was wir gerade gesucht haben. Die noch überschaubaren Touristen und Griechen lassen uns erahnen, welche Menschenmassen sich hier in der High-Season drängeln.

Viele Tavernen mit ihren modernen Stühlen und Tischen wirken leider weniger traditionell griechisch. Blaue Holzstühle und Tische mit karierten Tischdecken sehen wir nur wenige. Mit einer Packung Oliven im Rucksack machen wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz.

Der nächste Morgen beginnt mit Caffè und dem Studium der Spezies Camper. In diesem Fall ist es eine fünfköpfige Familie aus Slowenien. So weit so normal, aber da sind drei mindestens jugendliche, wenn nicht sogar erwachsene Mitreisende, davon offensichtlich auch ein Pärchen und dann mit den Eltern unterwegs – wir wundern uns.

Dann frühstücken sie. Übrig bleibt ein 100-Liter-Müllsack. Kein Wunder. Der Airfryer ist noch das kleinste Küchenequipment.

Jedenfalls – wir werden bestens unterhalten.

Das heutige Ziel ist Olympia, 350 Kilometer entfernt, davon viele neue Autobahnkilometer, die sich auch in den Mautgebühren ausdrückt. 61 Euro sind eine stattliche Gebühr.

Der erste Campingplatz in Olympia (Camping Diana) gleicht eher einem Parkplatz. Steil und kurvig geht es zum Camping Alfios, der von der resoluten Oma geführt wird. Der schön gelegene Campingplatz verfügt über einen Pool ohne Wasser, eine Taverne und etwas veraltete dennoch saubere Sanitäranlagen. Irgendwie hat dieser Platz Charme und Olympia ist auch zu Fuß und mit dem Rad – so denken wir – problemlos zu erreichen.

Da Olympia mehr ist als ein Haufen alter Steine, schlage ich zur Vorbereitung auf unseren Besuch den Film „Olympiaden der Antike – ZDF 2000“ vor. Diese Dokumentation informiert über die Geschichte, die Gebäude, die Tempel, die Disziplinen und Rituale etc. Ich bin tief beeindruckt zum einen von der Brutalität und zum anderen von den Athleten, die unfassbare Leistungen erbringen.

Die mangelnden Regeln beispielsweise für das Boxen oder Wagenrennen führten zu qualvollen Verletzungen bis zum Tod. Die Spiele dienten nicht nur dem Wettbewerb, sondern auch dem Frieden zwischen den griechischen Stadtstaaten. Aus aller Welt reisten alle 4 Jahre über 40.000 Besucher an, um sich die Spiele anzusehen.

 Mit großem Interesse und unserem Vorwissen machen wir uns auf dem Weg runter zur Ausgrabungsstätte und dem angegliederten Museum, um uns über die Geschichte, Fundgegenstände usw. zu informieren. Mit diesem gesammelten Wissen laufen wir zu dem riesigen Ausgrabungsgelände.

Für den Besuch der Anlage und der beiden Museen bezahlen wir zusammen nur 10 statt 40 Euro. Senior zu sein, kann auch sehr vorteilhaft sein (auch wenn wir häufig über diese Spezies lästern).

Digitale Audioguides helfen dabei, sich das antike Olympia besser vorstellen zu können.

Nächster Stop: Ochsenbauchbucht

Roadtrip Griechenland

Ein Beitrag von Eve und Rolf

Aber vorher geht‘s zum SprinterVan-Treffen in Bayern

Voller Vorfreude starten wir von Köln ins Herz des bayrischen Waldes nach Viechtach. Die Fahrt beginnt schon wegen einer aufleuchtenden Motorleuchte nervenaufreibend. Was das wohl sein kann? Handbuch raus, googeln … nächste Werkstatt aufsuchen. Aber wir treffen ja am Ziel jede Menge Sprinter-Fachleute. Die werden uns schon die richtigen Tipps geben …

Wie eine Familie werden wir warmherzig begrüßt. Mit bereits vertrauten und neuen Mitgliedern der Flowcamper-Community stellen wir uns im Kreis mit 10 weiteren Sprintern – Modell Max – auf. In den nächsten Tagen dreht sich alles rund um die Sprinter – von individuellen Ausbauten bis hin zu innovativem Zubehör. Wer seinen Van für Abenteuer, Camping oder den Alltag optimieren will, ist hier genau richtig. Hier gibt es die neuesten und verrücktesten Produkte angefangen von den bunten Sonnensegeln, Teppiche, oder Kuscheldecken bis zu Seilwinden, Bergegurte, Sandbleche, Bodenschäkel o.Ä. Workshops zu Elektronik im Van, Diagnose und Fernwartung, Back- und Kochkurs, diverse Reisevorträge und Yoga am See ergänzen das Programm. An der coolen Bongo Bar mit Beach-Vibes lässt sich prima chillen.

Wir Flowcamper bereichern uns gegenseitig sowohl mit Reiseberichten, Lösungen für den Sprinter-Ausbau und die ein oder anderen Herausforderungen. Die kreativen Inspirationen und Technologien optimieren unseren Camper-Alltag, dazu der Austausch mit Experten, einer Prise Humor und Besichtigungen der anderen Sprinter. Die spannenden Gespräche am wärmenden Lagerfeuer bescheren uns ein unvergessliches Festival mit der Community! Wir kommen gerne wieder und vermissen euch jetzt schon.

Und wieder müssen wir erkennen, dass wir es immer wieder schaffen, dusselige Fehler bei der Nutzung unseres Campers einzubauen – ich möchte jetzt nicht in die Details gehen …

Das fängt ja gut an …

Der Plan war so:

Auf der Route zur Fähre nach Ancona am Dienstag Abend machen wir einen Zwischenstopp am Lago di Caldonazzo und verbringen dort zwei Nächte, um dann am Dienstag tagsüber die letzte Etappe nach Ancona in Angriff zu nehmen.

Daraus wurde …

Wenige Kilometer, nachdem wir Viechtach hinter uns gelassen haben, leuchtet wieder die vermaledeite Motorkontrollleuchte auf und wenig später wird auch die Motorleistung gedrosselt. Jetzt ist klar. So können wir unsere geplante Reise nach Griechenland nicht überstehen.

Google zeigt uns ganz in der Nähe eine große Mercedes-Vertretung an. Aber es ist Sonntag. Wir finden ganz in der Nähe einen gemütlichen Stellplatz, um dort den restlichen Tag und die Nacht zu verbringen.

Eine ungeplante Übernachtung in Deggendorf

Am nächsten Tag stehen wir um 7 Uhr vor den Toren der Werkstatt und hoffen nur, dass uns geholfen werden kann, wir keine Unsummen bezahlen müssen und noch rechtzeitig die Fähre erreichen.

Schnell kümmert sich ein mehr als freundlicher Meister um uns. Wir schildern unser Problem und sind ganz irritiert, als er uns als erstes fragt, ob wir Kontakt zu einem Marder gehabt hätten. „Nö“ antworten wir, um eines besseren belehrt zu werden, nachdem wir die Motorhaube geöffnet haben. Tatsächlich sind die Spuren dieses Lebewesens deutlich zu sehen. Das könnte die Ursachenfindung sehr erschweren – Panik macht sich bei uns breit.

Das Auslesen der digitalen Daten sagt glücklicherweise etwas anderes aus. Dabei kommt auch heraus, dass bei uns längst ein Softwareupdate eingespielt hätte werden müssen – über dies wir auch von Mercedes hätten informiert werden müssen. Man macht uns Hoffnung, dass dies die Ursache sein könnte und wir kostenlos aus der Sache herauskommen.

Es ist es leider nicht. Laienhaft ausgedrückt ist es eine Mischung aus dem Verhältnis von Kraftstoff, Sauerstoff und Lambdasonden, die in einem Missverhältnis stehen. Das Verhältnis wird wieder harmonisiert und offensichtlich ist Mercedes auch bereit, die Kosten zu übernehmen, sodass wir nur einen Restbetrag von 18 Euro bezahlen müssen. Wir sind sooo happy.

Die Reise kann weitergehen. Und wir fühlten uns von Mercedes und seinen Mitarbeitern bestens versorgt – inklusive leckeren Cappuccino.

So schaffen wir es bis zum frühen Abend nach Caldonazzo zu einem schön gelegenen Agricampeggio in einer Apfelplantage – Ai Prati. Wir genießen den Abend bei einer leckeren Pizza am See und sind einfach nur glücklich, dass es sich alles zum Guten gewendet hat und wir unseren Trip nach Griechenland in Angriff nehmen können.

Nächster Halt Ancona …

Frankreich Roadtrip zur wilden Ardèche Schlucht

Diese 10 Tage in den Süden Frankreichs sind eine „Reise in die Vergangenheit“ von Eve in die Zeit, als sie mit ihren noch kleinen Kindern und kleinem Budget eine abenteuerliche Zeit dort verbracht hat …

Ausflug nach Aiguèze – eines der „schönsten Dörfer Frankreichs“

Tatsächlich gibt es in Frankreich rund 160 Dörfer mit diesem Label. Das hört sich vielleicht viel an, aber Frankreich ist groß. Neben Aiguèze zählen an der Ardèche nur Balazuc und Vogüé dazu.

Von Saint-Martin-d’Ardèche radeln wir über die besonders schöne und einspurige Hängebrücke über die Ardèche. Dieses mittelalterliche Dorf liegt am rechten Ufer auf einem Felsvorsprung hoch über dem Tal der Ardèche, am Ende der Gorges de l’Ardèche.  Autofahrer*innen müssen auf dem Parkplatz vor dem Ortseingang parken. Das ist auch gut so, denn so bleibt der Ort ruhig und verschlafen. Verwinkelt, alt, mit dem Charme des leicht verkommenen, aber nicht wirklich ungepflegten, verzaubert uns dieses mittelalterliche Örtchen.

Für diese Orte kann man Frankreich wirklich lieben. Durch die kleinen Gassen zu schlendern, ist ein Vergnügen. Mit Blumen dekorierte Schlagläden, uralte Holztüren, burgähnliche Mauern und in die Felsen gebaute Häuser. Wir fotografieren um die Wette, genießen das klassische Treiben in der Dorfmitte und wunderbare Ausblicke auf die Ausläufer der Ardèche-Schlucht bis zum Mont Ventoux in der Ferne. Der Dorfplatz mit Kirchlein, Café unter Platanen, netter Weinbar, Galerie und Bouleplatz wirkt so wunderbar südfranzösisch, dass wir uns nicht satt sehen können.

In einem keinen Laden für regionale Produkte (La grange des producteurs ) kauft Rolf (natürlich) Olivenöl.

Back to Camping de la Grotte

In meiner Erinnerung war ich 3 Mal hier: 

1988: mit den Motorrädern (Kawasaki) mit Wieland, Saskia nimmt alle 5 Kinder im Bus mit, Jürgen, Angela und Otto und Martina sind auch dabei – Alex 8 Jahre, Timmy 6 Jahre.

1989:  mit Wieland und Thorsten und der Guzzi.

1990: mit Alex, Timmy, Heike und Kerstin und dem roten Mercedes/8, Timmy hatte den Arm gebrochen, weil er vorher aus dem Etagenbett gefallen war, Alex 10 Jahre, Timmy 8 Jahre.

Eine Phase in meinem Leben, die geprägt war Abenteuerlust, Fürsorge,  Arbeit als Erzieherin/ Leiterin und Taxifahrerin. Ich hatte sehr wenig Geld und dieser Campingplatz so günstig, naturbelassen und wild … hier konnten wir eigentlich machen, was wir wollten. Die Kinder hatten extremen Freiraum, lernten sich auf Felsen zu bewegen, zu klettern, von Felsen ins Wasser zu springen, Kanu fahren, mit dem Kanu nach St. Martin Baguette holen, sich selbst zu beschäftigen. Genügend Kinder und eine anregungsreiche Umwelt reichten völlig aus, um ständig neue Spielideen zu entwickeln. 

An was kann ich mich erinnern?

  • Kanufahrt mit Alex und Kerstin von Vallon-Pont-d’Arc nach Saint Martin
  • Ich jongliere nackt am Strand
  • wir baden FKK
  • Wir schlafen draußen auf einer großen Luftmatratze ohne Zelt und schauen in die Sterne
  • wir hatten oft ein Lagerfeuer neben unserem Schlafplatz
  • Unzählige Knäckebrote “Leicht & Cross” mit Frischkäse
  • Jürgens geröstetes Brot mit Olivenöl und Knoblauch
  • Jürgens Kochkünste für alle hier
  • an Jürgen in der Hängematte
  • an reichlich Rotwein aus dem Pappkarton
  • an Großeinkäufe im Aldi
  • an unser Grillen auf den Steinplatten: wir sitzen immer auf dem Boden, denn Stühle oder eine Tisch hatten wir nicht
  • Nick, der in einer Felsspalte gefallen war und Otto ihn gerettet hat
  • an eine schöne Gemeinschaft, die super zusammengehalten hat
  • an Saskia, die beinahe mit den 5 Kindern im VW-Bus in die Schlucht gestürzt wäre
  • einmal Essen gehen im Restaurant in Aigueze
  • einkaufen in St. Martin
  • diese unglaubliche Schotterpiste hier runter
  • nur eine eiskalte Dusche und 2 Stehklos
  • an die Bar
  • an Wannen voller Geschirr, die wir den Berg hoch getragen haben
  • die Kinder hielten sich an den Seilen der Kanus fest und hatten Spaß, weil sie die Kanuten damit reichlich ärgern konnten

Und nun 35 Jahre später … was ist alles passiert? Was habe ich alles erlebt? Welche Träume habe ich verwirklicht? Welche beruflichen Ziele erreicht? Welche Länder, welche Kulturen konnte ich bereisen? Welche persönliche Entwicklung habe ich genommen? Welchen Lebenspartner gefunden? Es ist soooo unglaublich viel passiert.

Ein ganz wichtiger und prägender Teil meines Lebens ist vorbei. Meine Söhne sind nun selbst Eltern, haben Familie gegründet und sich beruflich gut entwickelt. Ich bin in Rente und habe mein Berufsleben abgeschlossen. Meine Erkrankungen haben mir zwar Hindernisse vor die Füße geworfen, doch meine Lebensfreude konnten sie mir nicht nehmen. Rolf an meiner Seite ist mein wichtigster Mensch, der mir immer zur Seite steht und mich unterstützt. Wir beide sind ein unglaublich gutes Team. Was wir alles zusammen auf die Beine gestellt haben, ist grandios. Mit ihm hier zu sein, bedeutet mit sehr viel. 

Die Panoramastraße der ‚Belvederes‘ 

Nach 3 Nächten ziehen wir nun weiter. Der einzige Regentag in diesen 2 Wochen scheint für die Höhlentour der Grotte Saint Marcel prädestiniert zu sein. Um 12:15 Uhr beginnt die Führung auf Englisch. Über 400 Stufen führen in das 600 m tiefe Höhlensystem rauf und runter. Wir entdecken mit Hilfe unseres engagierten Guides riesige Räume und Galerien mit ihren Stalagtiten, Stalagmiten und Monoliten in faszinierenden Farben und Formen. Das Wasser hat im Laufe von Millionen von Jahren diese Kunst vollbracht. Insgesamt gibt es ein 60 km langes Netz an Hohlräumen, eine der größten Grotten Frankreichs. 

Sie enthüllt eine Stunde lang die geologische, menschliche und tierische Geschichte der Höhle. Über 3 Meter große und über 450 kg schwere Bären haben hier gelebt. 

Zwei Ton- und Lichtshows verstärken die Wirkung dieser Formationen, insbesondere an den Sinterbecken, die stufenförmig angelegt sind. Diese in unterschiedlichen Farben angeleuchtete Vertiefungen aus Kalksinter bilden mit der Musik und dem Licht eine faszinierende Inszenierung.

Wir haben keine Worte mehr für dieses beeindruckende Erlebnis, dieses nationale Naturerbe. Hungrig nehmen wir gerne Jürgens Empfehlung an und steuern die nah gelegene  „Auberge Augustin Pouzat“ an. Phantastisch. So liebevoll und lecker. Spezialitäten aus der Ardèche mit großer Tradition.

Auf unserer Platte mit köstlichem Käse, Wurst, Walnüssen und Marmelade befinden sich nur hochwertige regionale Produkte. Wir sind  absolut begeistert von diesem charmanten Ort. Absolut empfehlenswert. So macht Gastronomie in der Ardèche Spaß.

Über 10 Belvederes bieten fantastische Ausblicke auf immer neue Flusswindungen und  Schluchten. Da wir von Süd nach Nord fahren befinden sich die Parkbuchten nicht in Fahrtrichtung, weswegen wir nur 2-3 mal anhalten. 

Campingplatz mit Kanu-Verleih

Der Campingplatz Les Tunnels ist für uns perfekt. Er liegt vor den Toren der Schlucht am Flussufer, ist naturbelassen, einfach und ruhig – inklusive Baguette/Croissant-Service. Der kleine Sand- und Kieselstrand ist im Sommer herrlich zum Schwimmen und zum Sonnenuntergang. Nett ist auch die Restaurant-Bar mit Terrasse. Die Stellplätze sind größtenteils beschattet, einige haben freien Blick auf die Ardèche. 

Einzigartig abenteuerlich – eine Paddeltour durch die Ardèche Schlucht 

Die große Show der Gorges de l’Ardèche beginnt kurz hinter unserem Camping les Tunnels an der Pont d’Arc. Die Ardèche windet sich fortan durch atemraubende Schluchten, in die sie bewegte Reliefs gegraben hat. Der spektakuläre Canyon setzt sich 35 km lang fort bis nach St-Martin-d’Ardèche. 

Azur Canoë beim Camping Les Tunnels mit direktem Zugang zum Fluss bietet das komplette Kanu-Progamm. Von hier aus können wir direkt starten inklusive Rücktransfer.

Am Vortag organisieren wir die Einführung samt Paddel, Schwimmwesten und Tonne. Am nächsten Morgen starten wir gegen um 8:30 Uhr in unserem Zweier-Kajak. 

Da das Kanu nass ist, trockne ich die Sitze mit meinem Handtuch ab, was eine blöde Idee ist, wie wir gleich noch merken. Gegen 08:30 Uhr legen wir etwas aufgeregt los. Ich hinten am Ruder, Rolf vorne.

Völlig ruhig gleiten wir alleine über den stillen Fluss in den Morgen hinein. Zum Warmwerden erfordert die erste Stromschnelle schon einen leichten Slalom. Der Pont d’Arc direkt vor uns. In mehr als fünfzig Meter Höhe hat sich die Ardèche an der engsten Stelle dieser Flussschleife durch den Kalkstein gegraben. Wir paddeln unter dieser natürlichen Steinbrücke hindurch, die jetzt menschenleer ist. Neben uns die steile Schlucht, die noch Schatten wirft.

Die Strömung zieht uns so stark häufig in die falsche Richtung, dass ein Gegenlenken nicht mehr möglich ist … und patsch knallen wir vor oder auf die Felsen, das Kajak kippt und wir rudern dagegen. Der Bug taucht auch so tief ein, dass er untertaucht und die komplette Welle ins Boot schwappt. Trockene Sitze waren einmal …

Meistens umfahren wir die Felsen so gut, denn als Team sind wir unschlagbar, doch einmal drückt uns die Strömung direkt vor einen dicken Felsen und patsch dreht sich das Kajak und wir landen im Wasser. Rolf treibt ab genauso wie die Paddel. Ich halte das Kajak fest und sehe mein Paddel davonschwimmen.  Jetzt kann mich nichts mehr schrecken!

Die nächste sonnige Stelle wird unsere erste Pause. Alles legen wir zum Trocknen auf die Steine und aufs Kajak. Die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite. Hinter jeder Kurve ein neues Panorama, eine Badestelle ist schöner als die andere. An Felsen, Sand- und Kiesstränden legen die Kanuten an, packen ihr Picknick aus, gehen schwimmen. 

Diese Felsbrocken, die wie getarnt knapp unter der Wasseroberfläche lauern, sind die heimtückischsten.  Eine letzte Stromschnelle noch und dann wird es ruhig. Bei Gegenwind müssen wir noch einmal richtig zum Paddel greifen.

An der Plage de Sauze bei Saint-Martin-d’Ardèche sind wir am Ziel. Hier werden dann alle Kanuten eingesammelt und zurückgebracht. Wir sind geschafft, müde und auch stolz, überglücklich über unsere Leistung und über diesen Tag. Ach Ardèche, was hast du uns verzaubert.

Hier ein paar Tipps:

  • Paddelzeit komplette Schlucht: ca. 7 Stunden plus 2 Stunden Pausen. Start: 7:30 – 08:00 Uhr vom Campingplatz
  • Allgemeiner Rücktransfer: 16:30 Uhr von der Plage de Sauze bei Saint-Martin-d’Ardèche.
  • Zwischendurch gibt es keine andere Möglichkeit auszusteigen bzw. abgeholt zu werden,
  • Schwimmwesten auf dem Wasser nie ausziehen,
  • Wasserschutz oder andere Schuhe, die nass werden können, tragen,
  • Mitnehmen: Proviant für 7 Stunden, Wasser, Sonnenschutz, Käppi, wasserfeste Beutel/Taschen, Rad- oder Neoprenhandschuhe, 
  • Fotografieren: wir haben das Handy auf dem Wasser in der Tonne gelassen. Fotografen machen an einigen Stromschnellen Fotos, die man sich herunterladen kann. Den Flyer zur Homepage erhält man beim Verleih.
  • Besser nicht in der Hochsaison fahren, da die Ardèche dannvöllig überfüllt ist.

Von der Ardèche zur Cèze

Für die letzten 2 Tage ziehen wir noch weiter, denn die Cèze wollen wir uns nicht entgehen lassen. Die etwas über 30 km zum „Camping Domaine des Bords de Cèze“ sind schnell geschafft. Es ist sehr ruhig auf diesem etwas abgelegenen Platz, nur noch 1-2 Camper sind hier.

Radtour über Goudargues zur Cèze an die Cascades du Sautadet

Der Einstieg zur Tour bringt mich doch sehr an meine Grenze, da ich immer wieder die steilen Schotterpisten hoch- und runter schieben muss. Es wird immer heißer und der Wind nimmt zu. An Feldern und alten Höfen vorbei bergauf und bergab gelangen wir nach Goudargues.

Erstaunt und entzückt sind wir von dem alten Waschhaus und natürlich dem Markt. Er befindet sich zwar bereits in der Abbauphase, aber wir bekommen noch reichhaltigen Zugang zu dem kulinarischen, lokalen Angebot der Umgebung. Für ein Olivenöl (natürlich) in Rolfs Rucksack reicht es allemal. Den Ort merken wir uns fürs nächste Mal.

Letztendlich kürzen wir die Route um einige Höhenmeter ab und erreichen am Nachmittag die Kaskaden an der Cèze. Wir fotografieren den Wasserlauf in den Felsenbecken und laufen über die heißen Platten – eine beeindruckende Kulisse.

Den letzten Abend sind wir damit beschäftigt, dass Rolf an einer Videokonfernz seines so geliebten Pickleballclubs teilnimmt, ich mich unseren Tagebucheinträgen beschäftige und wir anschließend köstliche Burger aus den lokalen kulinarischen Produkten herstellen.

Eines ist klar … das war nicht das letzte Mal, dass wir uns in diesem so herrlichen Landesteil Frankreichs aufhalten werden.

Unser gesamter Roadtrip mit den einzelnen Stationen lässt sich auch auf Polarsteps nachverfolgen:

Montenegro, Bosnien-Herzegowina und
Kroatien

Ein Beitrag von Eve

Grenzübergang nach Montenegro

Nach der flachen Region rund um den Skutari-See geht es auf die SH 25 in die Albanischen Alpen. Eine sehr abgelegene und wunderschöne Region Albaniens bietet uns fantastische Ausblicke auf die riesigen schroffen Berge, die sich hinter jeder Kurve aus einer anderen Perspektive zeigen. Mit wenig Verkehr geht’s über die Serpentinen zum Pass “Leqet e Hotit“, durch Tamare am Cem River entlang bis zu dem „Restorant & Camping Selca Cem“. Empfehlen können wir zwei fantastische gegrillte Forellen.

Die Albanischen Alpen

Am Grenzübergang ist die Einreise nach Montenegro relativ unspektakulär.

Camp Lipovo – mehr als nur ein Camp

Kurz nach dem Hauptort Kolašin wird die Straße zum Camp Lipovo wieder einspurig, später schottrig und steiler. Robin, der niederländische Inhaber begrüßt uns sofort freundlich und zeigt das Camp. Was für eine wunderbare Oase der Ruhe! Der Blick auf die umlegenden Berggipfel, der Grill, das Restaurant, die Feuerstelle,  einfach eine einladende Atmosphäre. Die Duschen sind fantastisch, dazu noch zwei Waschmaschinen und einen Spülplatz, wie ich ihn zuvor noch nicht gesehen habe, machen dieses Camp zu einem Top-Standort. Und das alles für nur 12 Euro pro Nacht.

MTB-Touren in den wilden Bergen

Insgesamt starten wir zwei Versuche, bei über 33 Grad die Berge Montenegros zu erkunden. Schon der Blick auf Komoot prophezeit unglaubliche Höhenmeter, d.h. 600 hm ist das Minimum. Auf den Hauptstraßen dominieren wilde Truck- und Busfahrer, auf den Nebenstraßen sind es die Steigungen. Spannend sind die Brückenkonstruktionen über die glasklare Tara. Einige Schritte wage ich mich mit meinem Rad darauf, doch löchrige Holzbretter und Eisenplatten knarzen unter mir. Das kann nicht gut gehen, denke ich gerade, als ein Jeep mit Anhänger auf mich zukommt, Gas gibt und einfach drüberbrettert.

Wie ich den Fahrstil hier beschreiben würde?  Wild, schnell und ohne Skrupel! Als Radfahrerin springe ich jedenfalls ins Gebüsch, wenn Trucks auf mich zu rasen.

Diese wilden und steilen Berge zwingen uns letztendlich zur Umkehr. Ursächlich sind zum einen die enormen Steigungen und zum anderen die extreme Hitze. Und beim Schieben in praller Sonne vergeht jeglicher Spaß.

Wildes Montenegro im Durmitor Nationalpark

Von hier aus macht es den Eindruck, dass fast alle zum Nationalpark fahren. So auch ein Radlerpärchen, die uns sehr dankbar dafür sind, dass wir eine große Tasche für sie mitnehmen können.

Über eine kurvenreiche und einsame Gegend geht es nach Zabljak, das touristische Zentrum und Ausgangspunkt für Outdoor-Aktivitäten wie Rafting, Kajakfahren, Canyoning, Ziplining, Bergsteigen, Klettern, Wandern, Reiten und im Winter Skifahren.

Es wird angenehm kühler, denn Zabljak liegt auf einer Höhe von 1456 Meter und ist damit die höchstgelegene Stadt Montenegros. Plötzlich verändert sich die Landschaft extrem. Statt grüner Nadelbäume und Büsche fallen die kargen Hügel vor atemberaubender Berglandschaft auf.

Direkt hinter dem Besucherzentrum erscheint am Hang das AutoCamp Mlinski Potok inklusive Panorama-Blick auf die majestätische Bergwelt. Als am Nachmittag schwarze Wolken mit starkem Wind aufziehen, geht es blitzschnell. Erst Regen, dann klopfen Hagelkörner auf die Dachfenster plus Donner grollen über die Berge hinweg.

Die  Wanderung zum „Schwarzen See“, der von hier aus gut erreichbar ist, stelle ich mir als leichten Spaziergang vor. Die Sonne scheint auch wieder und wir  laufen über unzählige noch feuchte Wurzeln und Steine den Waldweg entlang. Der erste See lässt sich gut durch den Wald umrunden, bis zu der Stelle, die ihn mit dem zweiten See verbindet. Ein Naturerlebnis sind die Spiegelungen im See vor dem grün der Wälder. Wegen des Regens gestern ist der Übergang nicht passierbar. Als wir das Schild „Dangerous“ passieren, wird es tatsächlich so. Wie auf einem Klettersteig geht es über glatte Steine und Wurzeln steil hoch und runter, teilweise mit Handlauf. Sportschuhe sind dafür weniger geeignet und die Stöcke hätte ich auch besser mitgenommen.

Trotz des Nebels und des bewölkten Himmels wollen wir am nächsten Tag die unberührte Wildnis Montenegros erleben und fahren über die Südroute tief hinein in den Park. Spektakuläre Gipfel über 2000 Meter mit klaren Gebirgsseen können wir von der rauen Hochebene beobachten. Diese weitläufige Landschaft gehört seit 1980 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Für dieses wunderschönen Naturjuwel bezahlen wir auch gerne die 5 Euro an den Ranger am Viewpoint mit Fotorahmen.

Durmitor Nationalpark

Rolf bewältigt gekonnt die steilen Serpentinen mit wenig Gegenverkehr, denn die meisten fahren die Südroute von Zabljak aus. Zum Sedlo-Pass wäre ich auch gerne mit dem Rad gefahren, denn die Steigungen halte ich für machbar. Doch der stürmige kalte Wind heute hätte mir jeden Spaß daran geraubt. Nach einigen Fotostops verlassen wir diese raue karge Bergwelt und werden von dem nächsten Highlight überrascht. Das Canyon der Piva tut sich vor uns auf.

Tara-Schlucht in Bosnien-Herzegowina

Doch dann folgt das nächste Highlight. Die kurvige Straße durch unzählige Naturstein-Tunnel bietet zwischendurch eine fantastische Aussicht auf den türkis-blau schimmernden Fluss Piva. Dieser ist eingebettet in den Canyon und setzt sich farblich so ab, dass es einem die Sprache verschlägt.

Wo Tara, Drina und Piva zusammenfließen ist auch die Grenzstation. Die Ausreise aus Montenegro dauert länger als die Einreise nach Bosnien-Herzegowina. Bei über 35 Grad ist es im Camper angenehmer als draußen.

Hier ist das Rafting-Mekka schlechthin. Menschen in Neopren und Schwimmwesten kommen uns entgegen, als wir ins „Tri vodenice Camp“ inklusive Stehklos einkehren. In allen Rafting-Camps kann man in Holzhüttchen übernachten. Am Abend wird’s richtig laut, denn in jedem Camp geht die Party ab. Auch wir finden  Live-Rockmusik auf bosnisch richtig cool. Voller Power heizt die Band hier ein und nicht nur die, auch die offene Feuerstelle im Raum …

Naturpark Lonjsko Polje / Kroatien

An der Grenze zu Kroatien erleben wir noch mal einen Grenzübergang wie früher. Schließlich reisen wir von einem Nicht-EU-Land in ein EU-Land. Bei unerträglichen 35 Grad warten wir über eine Stunde. Und das Internet funktioniert kurz hinter der Grenze wie auf Bestellung.

Bis nach Lonja zieht es sich noch über den Deich neben der Save. Kleine sehr alte Bauernhöfe aus Holz säumen die kleine Straße.  In was für einer abgelegene Region sind wir denn hier gelandet? Und da soll sogar noch einen Bauernhof Camp, der Campingplatz Zelen-Gaj und ein Restaurant kommen? Nach ein paar Minuten über den Deich erscheint ein Schild nach rechts. Tatsächlich … hinter dem Hühnerstall sehen wir ein paar Camper und eine große Scheune.

Ein älterer Herr, Josef, der Patron, erklärt mir in gebrochenem Deutsch, wo alles ist. Was hier geboten wird, erkennt man erst auf den 2. Blick: Ruhe, Felder, Hühner, Lagerfeuer-Möglichkeit, Grillhaus, Küche, ein wunderschönes und komfortables im Posavina-Stil erbautes Sanitärhaus, was eigentlich wie eine alte Scheune aussieht.

Sogar das Restaurant,  indem auch die Rezeption untergebracht ist, erreichen wir nach 150m und bekommen auch noch eine riesige Portion Gulasch zu essen. Josef setzt sich zu uns und wir erfahren noch so manches Wissenswertes zum Naturpark Lonjsko Polje.

Einiges davon wird uns nochmal vor Augen geführt, als wir am nächsten Tag wieder aufbrechen und auf fast jedem Haus ein Storchennest entdecken.

Sehenswert sind auf jeden Fall die Dörfer entlang der Save: Lonja, Čigoć, Mužilovčica, Kratečko, Gušće, Krapje und Puska.

Unsere gesamte Route: 5500 Kilometer und 9 Länder