Monatsarchiv: Juni 2026

Jablanica: Eine spektakuläre Eisenbahnbrücke und ihre bewegte Geschichte

Ein Beitrag von Rolf

Manchmal entdeckt man auf Reisen Orte, an denen Natur und Geschichte auf ganz besondere Weise zusammenkommen. In Jablanica, in Bosnien und Herzegowina, ist das definitiv der Fall. Hier, mitten in einer beeindruckenden Berglandschaft, liegt eine alte Eisenbahnbrücke, deren ungewöhnliche Konstruktion sofort ins Auge fällt.

Unter ihr fließt die Neretva. Das Wasser leuchtet türkisgrün, die Hänge sind dicht bewaldet, und am Horizont ragen die schroffen Gipfel der umliegenden Berge in den blauen Himmel. Eine traumhafte Kulisse – und zugleich ein Ort, der eine bewegte Vergangenheit hat.

Eine Eisenbahnbrücke mit einem ungewöhnlichen Knick

Schon von Weitem ist die alte Stahlkonstruktion zu erkennen. Das Brückengerüst überspannt den Fluss, bevor sich die Gleise auf der anderen Seite steil nach oben ziehen. Ein Anblick, der zunächst etwas rätselhaft wirkt.

Die Geschichte dieser Eisenbahnverbindung reicht allerdings noch weiter zurück als bis zum Ersten Weltkrieg: Die ursprüngliche Brücke wurde bereits 1888 während der österreichisch-ungarischen Herrschaft errichtet. Sie gehörte zur schmalspurigen Narentabahn, die das Landesinnere mit der Adriaküste verband.

Über Jahrzehnte war die Bahn eine wichtige Verkehrsverbindung durch die bergige Landschaft. Heute erinnert die ungewöhnliche Stahlkonstruktion an diese Zeit und an die Ingenieurskunst, mit der die schwierige Topografie überwunden wurde.

Ein Ort, an dem Geschichte geschrieben wurde

Besonders bekannt wurde Jablanica allerdings durch die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs.

Im März 1943, während der Schlacht an der Neretva, ließen die jugoslawischen Partisanen die Eisenbahnbrücke sprengen. Die Zerstörung war Teil eines taktischen Täuschungsmanövers. Anschließend wurde in kurzer Zeit eine provisorische Holzbrücke errichtet, über die Verwundete, Flüchtlinge und Partisaneneinheiten den Fluss überqueren konnten.

Die Geschichte dieser Brücke ist deshalb weit mehr als eine Geschichte über Eisenbahn und Stahl. Sie erzählt von Krieg, Flucht, Improvisation und dem Versuch, Menschen in einer ausweglos erscheinenden Situation zu retten.

Die Brücke wurde später wieder aufgebaut und 1968 während der Dreharbeiten zum Film Die Schlacht an der Neretvaerneut gesprengt. Die heute sichtbare Konstruktion ist damit auch mit der filmischen Darstellung dieser dramatischen Ereignisse verbunden.

Direkt neben den Überresten befindet sich die Gedenkstätte mit dem Museum zur Schlacht an der Neretva.

Türkisgrünes Wasser und steile Berghänge

Doch bei unserem Besuch beeindruckt uns nicht nur die Geschichte. Auch die Landschaft ist außergewöhnlich schön.

Die Neretva schimmert in kräftigen Türkistönen. Üppiges Grün bedeckt die Hänge, kleine Häuser verstecken sich zwischen den Bäumen, und über allem spannt sich ein weiter blauer Himmel. Von einem erhöhten Standpunkt aus lässt sich die gesamte Szenerie überblicken: die alte Brücke, der Fluss und die steilen bewachsenen Ufer.

Es ist ein faszinierender Kontrast. Auf der einen Seite die friedliche, fast mediterran anmutende Landschaft, auf der anderen Seite die Spuren einer dramatischen Vergangenheit.

Eine Entdeckung, die nachdenklich macht

Jablanica ist ein Ort, an dem man ruhig etwas länger verweilen sollte. Die ungewöhnliche Eisenbahnkonstruktion ist schon für sich genommen sehenswert. Doch wenn man sich mit ihrer Geschichte beschäftigt, betrachtet man sie anschließend mit anderen Augen.

Was zunächst wie ein spektakuläres Relikt aus der Eisenbahnzeit wirkt, wird zum Zeugnis einer der dramatischsten Episoden des Zweiten Weltkriegs in dieser Region.

Wieder einmal zeigt sich auf unserer Reise durch den Balkan, wie eng landschaftliche Schönheit und bewegte Geschichte miteinander verbunden sein können. Und manchmal sind es gerade solche Orte, die uns noch lange nach dem Besuch im Gedächtnis bleiben.

 

Ein Geheimtipp in Bosnien: Übernachtung und frische Forellen beim Restaurant Baščica

Ein Beitrag von Rolf

Manchmal führt einen der Weg auf einer Reise an Orte, die so idyllisch und überraschend sind, dass man am liebsten für immer dort verweilen würde. Unser Besuch beim Restaurant Baščica in Bosnien war genau so ein Highlight. Schon die Anfahrt hielt eine kleine Überraschung bereit: Die Straße führte uns direkt unter einer imposanten, gewaltigen Staumauer hindurch – eine beeindruckende Kulisse für die Reise im Camper!

Tische direkt im Fluss und kühles Sarajevsko

Beim Restaurant Baščica angekommen, wird schnell klar, dass dieser Ort etwas ganz Besonderes ist. Wir werden auf das herzlichste von Anis und seinem Vater begrüßt. Das Restaurant liegt eingebettet in saftiges Grün direkt an einem kristallklaren, plätschernden Gebirgsfluss. Das absolute Highlight: Ein Teil der Holzplätze und Sitzecken ist auf Stegen direkt über und im rauschenden Wasser gebaut! Hier kann man bei einem kühlen Bier die Füße fast ins Eiskalte Nass halten.

Apropos Kühlung: Ein Kühlschrank ist hier gar nicht nötig. Die Getränkekisten mit lokalem Sarajevsko und Tuborg stehen einfach direkt im glasklaren, strömenden Flusswasser und werden so auf perfekte Naturtemperatur gebracht.

Sogar die Strichliste für die Kaltgetränke wird hier noch ganz entspannt per Hand im kleinen Notizbuch geführt – ehrliche, unkomplizierte Gastfreundschaft, wie wir sie auf unseren Touren so schätzen.

Frischer geht es nicht: Forellen aus eigener Zucht

Auch kulinarisch ist das Baščica ein absoluter Traum für Fischliebhaber. Direkt im seichten, glasklaren Wasser neben den Sitzplätzen zieht die hauseigene Forellenzucht ihre Kreise. Frischer kann der Fisch auf dem Teller wirklich nicht sein – ein absoluter Genuss mitten in der Natur.

Gemütlicher Ausklang direkt am Bach

Besonders genial für Vanlife-Reisende: Wir durften mit unserem Max direkt vor Ort übernachten! Nach einem fantastischen Essen und entspannten Stunden am Wasser saßen wir am Abend zusammen, stießen mit einem kühlen Bier an und genossen die einmalige Kulisse, während unser Max im Hintergrund warm eingeparkt stand. Das sanfte Rauschen des Baches im Hintergrund war die beste Einschlafmelodie, die man sich wünschen kann.

Nach einer fantastischen Nacht direkt am rauschenden Gebirgsbach und dem sanften Rauschen vor der Van-Tür startet der neue Tag hier am Restaurant Baščica einfach unschlagbar. Die Sonne straht vom blauen Himmel und taucht das Tal in ein herrlich warmes Licht.

Natur pur und gemütliche Ecken

Direkt am Ufer des glasklaren Flusses laden kleine Holztische mit überdachten Bänken dazu ein, den Tag ganz entspannt mit einem Kaffee in der Hand zu beginnen. Das Wasser ist so klar, dass man jedes Steinchen am Grund zählen kann.

Die kleine Holzhütte des Restaurants schmiegt sich perfekt in die grüne Kulisse aus Bäumen und Bergen. Alles atmet hier diese wunderbare, bodenständige Ruhe, die das Reisen in Bosnien so auszeichnet. Sogar an eine kleine „Tipp Box“ für Trinkgelder ist liebevoll gedacht.

Ein kleiner Holzmast mit bepflanzten Holzschildern zeigt uns charmant den Weg durch das kleine Areal.

Handgemachte Gastfreundschaft und ein echtes Festmahl

Dieser Ort zieht einen mit seiner puren Originalität einfach in seinen Bann. Wie auf einem riesigen, kreativen Schrottplatz ist hier wirklich alles aus alten Materialen selbst gebaut: von den kleinen Brücken über die Bänke bis hin zu den Tischen. Sogar das Mühlrad besteht aus der Felge einer alten Ente! Anis erzählt uns, dass sein Vater als gelernter Maschinenbauer all das eigenhändig erschaffen hat.

Später soll hier noch eine große Feier stattfinden, weshalb Anis gleich ein Lamm holt. Sein Vater bereitet derweil den Grill vor: Er nimmt eine massive Stahlstange und reinigt sie direkt im kühlen Bachlauf. Als das frisch geschlachtete, ausgenommene Lamm auf dem Tisch liegt, muss ich ehrlich gesagt kurz wegschauen – ein ganzes Lamm aus nächster Nähe sieht man schließlich nicht alle Tage. Der Vater schiebt die Stange durch und verdrahtet alles professionell, damit es sich auf dem Spieß nicht dreht. Eingesetzt in die Konstruktion, wird der Spieß tatsächlich direkt über das wassergetriebene Rad gedreht! Einfach genial, was er hier aus eigener Hand konstruiert hat.

Nach dem Frühstück spüle ich unser Geschirr im Bachlauf ab, bevor wir auschecken. Für drei frische Forellen, Salat und drei Flaschen Bier zahlen wir unglaublich faire 25 Euro bei Anis, und Rolf legt noch 5 Euro Trinkgeld oben drauf. Nach einer herzlichen Verabschiedung brechen wir auf in Richtung Jablanica.

Fazit: Ein rundum gelungener Ort, an dem man die Seele baumeln lassen kann. Nach solch gastfreundlichen Tagen zieht es uns bald weiter – im Notizbuch ist der Platz jedenfalls dick unterstrichen! Ein absolut empfehlenswerter Stopp für jeden, der durch Bosnien reist und die Kombination aus authentischem Essen, Natur pur und gastfreundlichem Stellplatz sucht!

Ramsko Jezero in Bosnien und Herzegowina

Ein Beitrag von Eve

Nach einem verregneten Tag im Tune Camp werden wir am Ramsko Jezero am nächsten Morgen mit Sonne, türkisgrünem Wasser und einer traumhaften Berglandschaft belohnt. Neben schönen Naturmomenten erleben wir wieder interessante Begegnungen mit anderen Reisenden.

Abschied von der Buna

Unseren schönen Platz an der Buna genießen wir noch ein letztes Mal. Mit den Schweizern, die mit ihrem Quad neben uns stehen, kommen wir ins Gespräch. Dabei erfahren wir, dass er Bosniake und sie Schweizerin ist. Sie erzählt uns, dass unser Gastgeber den Krieg überlebt hat.

Er hat sich mittlerweile zu uns gesellt, zeigt uns eine riesige Narbe, die sich quer über seinen Bauch zieht und versucht, uns seine Erlebnisse während des Bosnien-Krieges mit Hilfe der Schweizer mitzuteilen. Schade, dass wir uns nicht mit ihm unterhalten können. Er hätte sicherlich viel zu erzählen.

Regen im Tune Camp am Rama-See

Die Wettervorhersage verspricht für den ganzen Tag Regen. Trotzdem machen wir uns auf den Weg, machen noch einen kleinen Abstecher zur Buna-Quelle und fahren rund 100 Kilometer bis zum Ramsko Jezero (Rama-See), einem der größeren Seen Bosniens und Herzegowinas.

Im Tune Camp werden wir herzlich von Ivan empfangen. Auf einem Terrassenplatz stellen wir unseren Max quer zum See auf. Leider regnet es bereits so stark, dass wir es uns lieber im Camper gemütlich machen.

Wir lesen und schreiben, recherchieren im Internet und sortieren Fotos. Der ganze Tag bleibt grau und nass – richtiges Wetter, um es sich drinnen bequem zu machen.

Für eine Überraschung sorgt der Blick auf die Nachbarplätze: Mario und Annett von Abenteuer Globus stehen mit ihrem roten Bus direkt vor uns! Das Tune Camp haben wir natürlich aufgrund ihrer Empfehlung ausgewählt. Nun treffen wir sie hier tatsächlich wieder.

Der Rama-See zeigt seine schönsten Farben

Noch ist es ziemlich kalt, als wir am nächsten Morgen aufstehen. Auch die Sonne lässt sich erst einmal Zeit. Doch dann wird es langsam heller, und der Rama-See beginnt, in der malerischen Landschaft aus grünen Hügeln und Karstbergen zartblau bis türkisgrün zu schimmern.

Mit jedem Sonnenstrahl verändert sich das Farbenspiel. Das Blau des Sees geht immer mehr in ein leuchtendes Türkisgrün über, während die Berge ringsum in sattem Grün erstrahlen.

Das Wasser ist spiegelglatt. Eine Ente zieht ihre Schwimmspur durch die makellose Oberfläche und hinterlässt eine feine Linie im Spiegelbild der Landschaft. Ein wunderschöner Anblick!

Ein geselliger Abend mit Steffen und Silke

Am Abend wird es wieder empfindlich kühl. Mit Decke und Jacke sitzen wir trotzdem noch draußen und verbringen die Zeit mit Steffen und Silke, unseren Nachbarn, die auch gestern angekommen sind.

Die beiden betreiben ein Cateringunternehmen, und es ist ausgesprochen interessant und unterhaltsam, ihren Erzählungen von der Arbeit und ihrem Leben in Mecklenburg-Vorpommern zuzuhören.

Dabei erfahren wir auch von ihren besonderen Gewohnheiten: In jeden Badesee müssen sie springen, und die eiskalte Dusche im Garten gehört zum täglichen Ritual. Da können wir nur staunen!

Nach dem verregneten Vortag hat uns der Rama-See mit Sonne, türkisgrünem Wasser und einer traumhaften Landschaft verwöhnt. Und nebenbei haben wir wieder nette Menschen kennengelernt. Genau solche Begegnungen machen unsere Reise mit dem Camper immer wieder besonders.

Von Kotor nach Mostar – Touristenmassen, Polizeikontrolle und ein kleines Paradies an der Buna

Ein Beitrag von Eve

Auf nach Bosnien – was will die Polizei von uns?

Am nächsten Morgen ist es schon wieder heiß. Wir packen zusammen, bezahlen unsere 30 Euro Campinggebühr und machen uns auf den Weg Richtung Bosnien-Herzegowina. Auf einer schmalen Landstraße kommen uns plötzlich mehrere LKWs mit Lichthupe entgegen. „Was ist denn da los?“, fragt Rolf nervös. Er hält in der nächsten Bucht an, kontrolliert die Räder und schaut einmal rund ums Wohnmobil. Oben, unten, alles scheint in Ordnung.

Wieder Lichthupe.

Kurz darauf sehen wir eine Polizeikontrolle. Ein Polizist schwenkt seine rote Kelle und deutet nach rechts. Waren wir zu schnell? Rolf geht gedanklich schon sämtliche möglichen Vergehen durch. Übergewicht? Blinder Passagier? Oder sonst irgendeine bislang unentdeckte Sünde?

Ein ernstes Polizistengesicht schaut uns entgegen. „Dobre Dan“, sagt Rolf freundlich, aber leicht angespannt. Der Polizist zeigt kurz und deutlich geradeaus.

Das war’s. Wir dürfen weiterfahren! Die Erleichterung ist groß.

Ein kleines Paradies an der Buna

Unterwegs kaufen wir in einem Supermarkt Fleisch zum Grillen. Die Fleischtheke ist beeindruckend gut bestückt.

In Buna angekommen, schauen wir uns zunächst das River Camp Buna an. So richtig gefällt es uns nicht, zumal auf der anderen Flussseite Baustellenlärm dröhnt – also weitersuchen. Camping Laksi soll ebenfalls am Fluss liegen. Doch Google schickt uns auf eine regelrechte Schnitzeljagd und möchte uns schließlich über eine Fußgängerbrücke lotsen. Mit unserem Max natürlich keine besonders gute Idee. Ich frage einen Einheimischen nach dem Weg. Er spricht nur Bosnisch, versucht aber freundlich zu helfen.

Schließlich drehen wir um, überqueren in Buna die richtige Brücke und landen beim Autocamp Eko, einem kleinen Agriturismo direkt am Fluss. Ein älterer Mann öffnet das Tor und winkt uns herein. Irgendwie macht er uns klar, dass wir uns einen Platz aussuchen können.

Wow! Fast alles frei. Nur ein weiterer Camper steht am Ufer. Vor uns fließt die glasklare, kalte Buna. Enten schwimmen auf dem Wasser, und wir finden einen wunderbaren schattigen Platz mit Blick auf den Fluss. Unser Gastgeber wird nicht müde, mir Kirschen vom Baum zu pflücken und meine Hände damit zu füllen.

Stühle raus, hinsetzen und genießen. So mögen wir das!

Am Abend kommt das Fleisch auf den Grill, ich bereite den Salat vor, und wir planen unsere Radtour nach Mostar.

Mit dem Fahrrad nach Mostar – Komoot, was machst du da?

Unser Platz an der Buna ist wirklich ein Highlight. Aber heute wollen wir uns Mostar mit seiner berühmten Brücke anschauen. Mit dem Fahrrad sind es laut Komoot nur etwa 13 Kilometer. Klingt völlig problemlos.

Dachten wir jedenfalls. Es wird warm. Die Wasserflaschen sind gefüllt, die Radklamotten auf das Wesentliche reduziert, und los geht’s. Nach gerade einmal drei Kilometern ist Schluss. Die Route führt über Privatgelände. Wir müssen umkehren. Die nächste Alternative führt über eine stillgelegte Landebahn. Doch auch hier ist plötzlich Ende: gesperrtes Militärgelände. Also wieder zurück.

Und dann landen wir auf einer Hauptstraße. Eng, ohne Randstreifen, ein LKW nach dem anderen rauscht an uns vorbei. Zehn Zentimeter Abstand sind da schon viel.

Langsam kommt Panik auf.Irgendwie überleben wir diese Strecke und erreichen ziemlich gestresst Mostar.

Mostar – schön, aber nicht mehr unser Ding

Obwohl noch Vorsaison ist, sind bereits unglaublich viele Touristen unterwegs. Besonders die vielen Instagram-Fotografen fallen uns auf.

Natürlich ist die berühmte alte Brücke beeindruckend. Wir machen unsere Fotos, schlendern ein wenig herum und suchen uns schließlich ein etwas abgelegenes Restaurant. Aber wir merken immer deutlicher, dass diese vermeintlichen „Must have seen“-Sehenswürdigkeiten nicht mehr so richtig unser Ding sind.

Zu voll, zu hektisch, zu viel Inszenierung.

Eigentlich wollten wir noch ein historisches Museum besuchen. Doch allein der Gedanke an die stressige Rückfahrt lässt uns umplanen. Wir wollen lieber zurück an unseren schönen Fluss.

Der Rückweg wird zur Entdeckung

Zunächst beginnt die Rückfahrt genauso unangenehm wie die Hinfahrt. An der nächsten Ausfahrt suchen wir bei Komoot noch einmal nach einer Alternative. Tatsächlich finden wir eine Route, die uns hoffentlich heil zurückbringt. Sie ist zwar einige Kilometer länger, führt aber über kleine, ruhige Straßen. Zwischendurch lässt uns Komoot zwar wieder etwas im Stich, doch diesmal geht alles gut.

Und dann entdecken wir ganz nebenbei den Buna-Kanal. Was für eine Überraschung!

Ein beeindruckender Ort, den wir ganz für uns allein haben. Keine Touristengruppen, keine Selfie-Schlangen, kein Gedränge. Genau das sind die Momente, die wir auf unseren Reisen lieben.

Völlig entspannt erreichen wir schließlich unseren Campingplatz. Jetzt ein eisgekühltes Pivo direkt am Fluss. Herrlich!

Manchmal sind eben nicht die berühmten Sehenswürdigkeiten die schönsten Reiseerlebnisse, sondern die kleinen Entdeckungen unterwegs.

Albanien und Montenegro

Die beiden Länder haben wir im letzten Jahr intensiv bereist (Link …) und da wir auf Griechenland und Bosnien-Herzegowina in diesem Jahr unser Augenmerk richten, sind die beiden Länder dieses Mal nur auf Durchreise ausgerichtet.

Auf diesem Weg ist der Eco Camping Valona bei Vlora unsere erste Station. Eco wird hier groß geschrieben. Stellplätze gibts hier nicht. Alles ist hier in einfacher Holzbauweise hergestellt. Die Duschen, die WCs, die öffentlichen Waschplätze und Kochstellen. Den Höhepunkt bildet am Abend das gemeinsame Grillen am fünf Meter langen Gemeinschaftsgrill. Das Gut dafür – egal ob Fleisch, Fisch oder Gemüse – findet man an der Rezeption in einer Qualität, die manchen Supermarkt verblassen lässt. Anschließend genießt man das Ganze gemeinsam an großen Tischen und lässt so eine große Gemeinschaft entstehen. Und das benutzte Geschirr bringt man gespült wieder zurück. Ein leuchtendes Vorbild in Sachen Umweltschutz. 20 Euro für die Nacht halten wir für mehr als fair.

Der nächste Tag beginnt auf albanischen Rumpelstraßen mit überladenen Heuwägen, Schafen, Mopeds auf der falschen Seite, rasenden Motorrädern etc.

Nach der Grenze zu Montenegro legt die ungeteerte und mit Schlaglöchern übersäte Straße noch eine Schippe drauf. Immerhin die Randbefestigung ist schon zu sehen. Auf die Frage nach dem Weg an einen Bauarbeiter, kommt ein wortkarges „Go“ mit Richtungsangabe. Wortkargheit ist hier das Motto.

Hier sind die Chinesen am Werk

Unterwegs begegnen uns jede Menge bunte Fähnchen mit chinesischen Schriftzeichen und erzeugen Fragezeichen in unseren Köpfen. Die Antwort sehen wir kurz darauf. Ein riesige Staumauer taucht neben uns auf. Aha … auch hier haben sie ihre Finger drin und erzeugen Abhängigkeiten.

Zum Schluss erreichen wir noch die kleine Fähre (10,50 Euro) über die Bucht von Kotor und landen auf dem Autocamp Naluka direkt am Fluss und freuen uns, mal wieder junge Familien mit Kindern um uns herum zu haben.

Mit der Buslinie Blue Line fahren wir am nächsten Tag für 2,50 Euro/Person nach Kotor entlang der fjordähnliche Bucht und mit ihrer eindrucksvollen Kulisse. Durch das Stadttor gelangen wir in die gut erhaltende Altstadt mit kleinen gepflasterten Gassen und venezianischer Architektur.

Doch nach Meteora kommen wir hier vom Regen in die Traufe. Touristengruppen drängen sich durch die kleinen Gassen, Souvenirläden mit dem üblichen Ramsch reihen sich wie Perlen aneinander und Gruppenführungen behindern ein entspanntes Genießen.

Wir stellen immer mehr fest, dass diese vermeintlichen Touristen – Hotspots immer weniger unser Interesse finden. Zuviel Menschen, zuviel Instas, zuviel Hektik, zuviel Tinnef etc. …

Jetzt freuen wir uns darauf, am nächsten Tag endlich Bosnien-Herzegowina erreichen zu können.

Aber bevor wir uns aufmachen, müssen noch die Geschäfte mit den lokalen Verkaufsgenies erledigt werden.

Granatapfelsirup ja – Schnaps nein