Der Blog „bin op jöck … Reisen mit Rucksack, Fahrrad oder Max“ wird von Rolf Bungarten (und seiner Partnerin Eve Schuster) geführt. Er richtet sich an Leser*innen, die Abenteuerreisen, Fahrrad-/Gravel-Touren und Camper-/Van-Life Projekte mögen — und erzählt von ihren Erlebnissen, Entdeckungen und Erfahrungen unterwegs.
Hier sind die wichtigsten Aspekte, die den Blog charakterisieren:
1. Themen & Ausrichtung
Der Untertitel lautet: „Reisen mit Rucksack, Fahrrad oder Max“— damit werden drei große Themen angekündigt:
Backpacking mit dem Rucksack
Radreisen / Bikepacking / gravel mit dem Fahrrad
Van/Camper-Reisen mit dem Fahrzeug „Max“ (ihr Camper)
Die Beiträge sind sehr persönlich gehalten: Sie schildern Erlebnisse, Gefühle, Herausforderungen, oft auch kleine Missgeschicke — und laden damit zur Identifikation ein.
Zielgruppe: Menschen mit Reiselust, Abenteuergeist, Lust auf Natur und Bewegung — nicht primär Hardcore-Sportler, sondern Genuss, Entdeckung & Erlebnis im Vordergrund.
2. Stil & Aufbau
Der Schreibstil ist erzählerisch, locker-persönlich: Es werden Anekdoten eingebaut („… und dann passierte …“) genauso wie praktische Hinweise.
Kombination von Text und vielen Bildern: Der Blog nutzt reichlich Fotografie, um Stimmung und Orte zu vermitteln.
Es gibt klare Kategorien/Tags, z. B. „Radreisen“, „Bikepacking“, „Van your life“, „Backpacking in Asien“ etc.
Beiträge oft mit Einleitung, Erlebnisgeschichte, Tipps und Schluss-Reflexion.
3. Beispiele für Inhalte
Ein Beitrag über das Gravel-Event Veneto Gravel: Rolf beschreibt eine ca. 400 km Strecke über Venetien inklusive Zelt, Regen, Schlamm, solo fahren.
Ein Roadtrip durch Slowenien mit dem Camper „Max“, Radfahren, Natur, unvorhergesehene Wetterlagen.
Backpacking in Asien, z. B. Albanien & Montenegro mit Rad und Camper – reiseweise eher frei und abenteuerlich.
Bilder aus fast 20 Jahren Blog schreiben
4. Besonderheiten & Werte
Authentizität: Es wird nicht nur Hochglanz‐Erlebnis gezeigt, sondern auch Herausforderung, Regen, Fehler, Diskussionen. Beispiel: Rolf rutscht im Schlamm weg beim Gravel.
Mehr als nur Radfahren: Neben Bewegung gibt’s Kultur, Essen, Natur, Campingplätze, Begegnungen mit Menschen.
Flexibilität im Reisen: Es geht nicht immer um Leistung oder Rekorde, sondern um „Ankommen“, „Genuss“, „Erleben“.
Bewusster Lebensstil: Im Text findet sich z. B. erwähnt, dass Rolf früher kein Auto hatte und viel mit dem Rad unterwegs war.
5. Aufbau der Webseite & Navigation
Auf der Startseite findet man Kategorien wie „Unterwegs mit dem Rad“, „Backpacking in Asien“, „Van Your Life“.
In den Autorenprofilen (Archiv des Autors: Rolf oder Eve oder Beide) sind die Beiträge des Autors gelistet, mit Datum, Kategorien und Tags.
Es gibt Suchfunktion, Newsletter‐Abonnement („Blog via E-Mail abonnieren“) etc.
6. Potenzielle Schwächen / Dinge zu beachten
Da der Blog stark persönlich ist, fehlen manchmal strukturierte Bewertungstabellen oder strikt gegliederte Detailinfos.
Sprachlich eher auf deutsch, mit persönlichen Einschlägen — wenn man sehr sachliche Fachinfos erwartet, könnte das etwas anders sein.
Die Aktualität variiert: Manche Beiträge sind sehr frisch, andere älter — man sollte schauen, wie aktuell die Reiseinfos sind.
7. Warum es sich lohnt
Für alle, die Inspiration für eigene Reisen suchen: Der Blog liefert Landschaften, Routenvorschläge, Erfahrungsberichte.
Für Rad- oder Camper-Enthusiasten: Viel Input, wie man unterwegs ist, welche Herausforderungen es gibt.
Für diejenigen, die neben der Aktivität auch das Lebensgefühl („Dolce Vita“, Natur, Freiheit) suchen.
Zum dritten Mal nacheinander mache ich mich Ende April nach Bassano del Grappa auf. Nicht zum Genießen des lokalen Getränkeangebotes – obwohl, ein Hauch von „Dolce Vita“ soll schon dabei sein. Ich möchte ein weiteres Mal am Veneto Gravel, einem sogenannten „Unsupported Bicycle Adventure“ teilnehmen. Mit anderen Worten: Mit’m Rädchen durch Venetien, mit Schlafsack und Jedöns, „Bella Italia“ und „Dolce Vita“ genießen, eine „Bella Figura“ abgeben, und heil am Ziel ankommen – aber es ist kein Rennen, nur ein „Adventure“, dass zu bewältigen ist.
Max (unser Camper) ist bestückt, der Campingplatz in Bassano reserviert und die 920 Kilometer bis dahin kein Problem. Ich fahre gerne ein paar Tage früher zum Startbeginn, um vorher ein paar Tage das italienische Lebensgefühl zu genießen und bleibe anschließend auch gerne noch ein paar Tage dort und sonne mich in dem Glücksgefühl, das Ganze (eventuell) geschafft zu haben.
Nachdem ich bei der ersten Teilnahme den Rundkurs zum Gardasee bewältigt habe, im letzten Jahr zwar vor Ort war, aber wegen des Wetters nicht teilgenommen habe, möchte ich in diesem Jahr den Rundkurs ans Meer nach Venedig in Angriff nehmen. Es gibt insgesamt vier unterschiedliche Varianten, an denen man teilnehmen kann. Die kurze rund um Bassano (200 km), die beiden zum Gardasee und Venedig (jeweils ca. 400 km) und die Gesamtstrecke von 700 km. Letztere traue ich mir nicht mehr zu.
Ein paar Impressionen aus 2023
Bilder von 2023
Neben mir haben sich noch über 1500 weitere Bikepacker zum Event angemeldet. Da sich der Start über den ganzen Tag verteilt, ist das Ganze doch ziemlich entspannt und für mich noch mehr … Ich werde erst am nächsten Tag in die Pedale treten – ist ja schließlich kein Rennen und so ein bisschen „Weichei“ erlaube ich mir. Ankommen zählt! Ich registriere mich, nehme bei Starterkit entgegen, sehe zu, wie die übrigen Teilnehmer sich mit ihrer Regenklamotten eindecken und radele entspannt im strömenden Regen zu meiner Homebase, unserem Max, zurück. Bin zufrieden mit meiner Entscheidung, die aber, wie sich später herausstellen sollte, nicht perfekt …
Am nächsten Tag scheint die Sonne und ich starte in mein „unsupported adventure“. Mein erstes Etappenziel ist Treviso. Da waren Eve und ich schon mal bei unseren ersten Alpenüberquerung auf der Via Claudia Augusta auf dem Wege nach Venedig – eine schöne Erinnerung.
Veneto Gravel 2025 Short Beach. 400 Kilometer, 2400 Höhenmeter
Es rollt schön. Bis nach ca. 30 Kilometer eine Überraschung wartet. Die über 1000 Teilnehmer, die bereits gestern im strömenden Regen gestartet sind, haben mir eine tiefe Schlammpiste hinterlassen – ist ja schließlich auch eine Gravelstrecke und keine ausgebaute Fahrradautobahn.
Der Trail ist bis an die Ränder ausgefahren, also auch nix mit Schieben. Ich vertraue meinem Gleichgewichtsgefühl, den breiten Reifen und dem Gefühl „wird schon gutgehen“ … Einige hundert Meter geht’s auch gut, dann wird das Treten immer schwerer und dann passierts. Ich rutsche weg und gaaaanz langsam holt mich die Schwerkraft ein. Aus den Klick-Pedalen komme ich nicht mehr und … platsch. Ich liege im Matsch. Mühsam richte ich mich auf. Ich stehe 20 Zentimeter tief im Morast. Meine ganze rechte Seite ist ein Matschklumpen, das Rad ebenfalls. Mühselig schiebe ich mich über den Trail und denke „Das war`s“ …
Guiseppe, meine Rettung!
Aber dann die Rettung. Genau am Ende dieses vermaledeiten Streckenabschnittes hantiert gerade ein Mann mit seinem Wasserschlauch im Garten – Guiseppe, meine Rettung. Er sieht mein Dilemma, und mit einem Lächeln und meinem Einverständnis richtet er den Schlauch auf mich und anschließend auf’s Rädchen. Es ist eine längere Prozedur, aber schließlich strahle ich, zwar triefend nass, vor Glück. Die Sonne scheint, es ist warm, der Fahrtwind wird mich schon trocknen.
Leider habe ich davon keine Fotos. War wohl zu sehr mit anderen Aufgaben beschäftig. Guiseppe lädt mich noch zum Essen ein. Die Leckereien brutzeln zwar schon auf dem Grill, aber ich muss weiter. Wir verabschieden uns herzlich, dann mach ich mich auf zum Trocknen.
Der erste Tag Richtung Meer hat ansonsten keine große Herausforderungen. Es geht flach vorbei an Treviso, sodass die geplanten 100 Kilometer machbar sind, aber mich doch fordern. Ich finde einen Campingplatz, baue mein Zelt auf, entferne die letzten Spuren meiner Schlammschlacht und genehmige mir eine Pizza – köstlich.
Bilder des ersten Tages
Früh am nächsten Tage mache ich mich wieder auf. Zur nächsten Bar für den obligatorischen Cappuccino ist es nicht weit – hach, wie ich das liebe.
Zum Meer ist es nicht mehr weit. Es geht Richtung Jesolo und entlang des Sile. Irgendwann sehe ich das Meer und in Gedanken sitze ich schon vor meinen Spaghetti Vongole, die ihren Ursprung hier haben. In Caorle, ab da geht’s langsam Richtung Berge, nutze ich die Gelegenheit dazu. Hier sogar in der Variante mit Bottarga. Den Wein dazu spare ich mir, habe noch ein paar Kilometer vor mir. In Oderzo baue ich mir im Nirgendwo mein Zelt auf.
Der Beitrag über die beiden Etappen in die Berge und vorbei am Lago di Santa Croce über Belluno zurück nach Bassano del Grappa folgen …
Diese 10 Tage in den Süden Frankreichs sind eine „Reise in die Vergangenheit“ von Eve in die Zeit, als sie mit ihren noch kleinen Kindern und kleinem Budget eine abenteuerliche Zeit dort verbracht hat …
Ausflug nach Aiguèze – eines der „schönsten Dörfer Frankreichs“
Tatsächlich gibt es in Frankreich rund 160 Dörfer mit diesem Label. Das hört sich vielleicht viel an, aber Frankreich ist groß. Neben Aiguèze zählen an der Ardèche nur Balazuc und Vogüé dazu.
Von Saint-Martin-d’Ardèche radeln wir über die besonders schöne und einspurige Hängebrücke über die Ardèche. Dieses mittelalterliche Dorf liegt am rechten Ufer auf einem Felsvorsprung hoch über dem Tal der Ardèche, am Ende der Gorges de l’Ardèche. Autofahrer*innen müssen auf dem Parkplatz vor dem Ortseingang parken. Das ist auch gut so, denn so bleibt der Ort ruhig und verschlafen. Verwinkelt, alt, mit dem Charme des leicht verkommenen, aber nicht wirklich ungepflegten, verzaubert uns dieses mittelalterliche Örtchen.
Für diese Orte kann man Frankreich wirklich lieben. Durch die kleinen Gassen zu schlendern, ist ein Vergnügen. Mit Blumen dekorierte Schlagläden, uralte Holztüren, burgähnliche Mauern und in die Felsen gebaute Häuser. Wir fotografieren um die Wette, genießen das klassische Treiben in der Dorfmitte und wunderbare Ausblicke auf die Ausläufer der Ardèche-Schlucht bis zum Mont Ventoux in der Ferne. Der Dorfplatz mit Kirchlein, Café unter Platanen, netter Weinbar, Galerie und Bouleplatz wirkt so wunderbar südfranzösisch, dass wir uns nicht satt sehen können.
In einem keinen Laden für regionale Produkte (La grange des producteurs ) kauft Rolf (natürlich) Olivenöl.
Back to Camping de la Grotte
In meiner Erinnerung war ich 3 Mal hier:
1988: mit den Motorrädern (Kawasaki) mit Wieland, Saskia nimmt alle 5 Kinder im Bus mit, Jürgen, Angela und Otto und Martina sind auch dabei – Alex 8 Jahre, Timmy 6 Jahre.
1989:mit Wieland und Thorsten und der Guzzi.
1990: mit Alex, Timmy, Heike und Kerstin und dem roten Mercedes/8, Timmy hatte den Arm gebrochen, weil er vorher aus dem Etagenbett gefallen war, Alex 10 Jahre, Timmy 8 Jahre.
Eine Phase in meinem Leben, die geprägt war Abenteuerlust, Fürsorge,Arbeit als Erzieherin/ Leiterin und Taxifahrerin. Ich hatte sehr wenig Geld und dieser Campingplatz so günstig, naturbelassen und wild … hier konnten wir eigentlich machen, was wir wollten. Die Kinder hatten extremen Freiraum, lernten sich auf Felsen zu bewegen, zu klettern, von Felsen ins Wasser zu springen, Kanu fahren, mit dem Kanu nach St. Martin Baguette holen, sich selbst zu beschäftigen. Genügend Kinder und eine anregungsreiche Umwelt reichten völlig aus, um ständig neue Spielideen zu entwickeln.
An was kann ich mich erinnern?
Kanufahrt mit Alex und Kerstin von Vallon-Pont-d’Arc nach Saint Martin
Ich jongliere nackt am Strand
wir baden FKK
Wir schlafen draußen auf einer großen Luftmatratze ohne Zelt und schauen in die Sterne
wir hatten oft ein Lagerfeuer neben unserem Schlafplatz
Unzählige Knäckebrote “Leicht & Cross” mit Frischkäse
Jürgens geröstetes Brot mit Olivenöl und Knoblauch
Jürgens Kochkünste für alle hier
an Jürgen in der Hängematte
an reichlich Rotwein aus dem Pappkarton
an Großeinkäufe im Aldi
an unser Grillen auf den Steinplatten: wir sitzen immer auf dem Boden, denn Stühle oder eine Tisch hatten wir nicht
Nick, der in einer Felsspalte gefallen war und Otto ihn gerettet hat
an eine schöne Gemeinschaft, die super zusammengehalten hat
an Saskia, die beinahe mit den 5 Kindern im VW-Bus in die Schlucht gestürzt wäre
einmal Essen gehen im Restaurant in Aigueze
einkaufen in St. Martin
diese unglaubliche Schotterpiste hier runter
nur eine eiskalte Dusche und 2 Stehklos
an die Bar
an Wannen voller Geschirr, die wir den Berg hoch getragen haben
die Kinder hielten sich an den Seilen der Kanus fest und hatten Spaß, weil sie die Kanuten damit reichlich ärgern konnten
Und nun 35 Jahre später … was ist alles passiert? Was habe ich alles erlebt? Welche Träume habe ich verwirklicht? Welche beruflichen Ziele erreicht? Welche Länder, welche Kulturen konnte ich bereisen? Welche persönliche Entwicklung habe ich genommen? Welchen Lebenspartner gefunden? Es ist soooo unglaublich viel passiert.
Ein ganz wichtiger und prägender Teil meines Lebens ist vorbei. Meine Söhne sind nun selbst Eltern, haben Familie gegründet und sich beruflich gut entwickelt. Ich bin in Rente und habe mein Berufsleben abgeschlossen. Meine Erkrankungen haben mir zwar Hindernisse vor die Füße geworfen, doch meine Lebensfreude konnten sie mir nicht nehmen. Rolf an meiner Seite ist mein wichtigster Mensch, der mir immer zur Seite steht und mich unterstützt. Wir beide sind ein unglaublich gutes Team. Was wir alles zusammen auf die Beine gestellt haben, ist grandios. Mit ihm hier zu sein, bedeutet mit sehr viel.
Die Panoramastraße der ‚Belvederes‘
Nach 3 Nächten ziehen wir nun weiter. Der einzige Regentag in diesen 2 Wochen scheint für die Höhlentour der Grotte Saint Marcel prädestiniert zu sein. Um 12:15 Uhr beginnt die Führung auf Englisch. Über 400 Stufen führen in das 600 m tiefe Höhlensystem rauf und runter. Wir entdecken mit Hilfe unseres engagierten Guides riesige Räume und Galerien mit ihren Stalagtiten, Stalagmiten und Monoliten in faszinierenden Farben und Formen. Das Wasser hat im Laufe von Millionen von Jahren diese Kunst vollbracht. Insgesamt gibt es ein 60 km langes Netz an Hohlräumen, eine der größten Grotten Frankreichs.
Sie enthüllt eine Stunde lang die geologische, menschliche und tierische Geschichte der Höhle. Über 3 Meter große und über 450 kg schwere Bären haben hier gelebt.
Zwei Ton- und Lichtshows verstärken die Wirkung dieser Formationen, insbesondere an den Sinterbecken, die stufenförmig angelegt sind. Diese in unterschiedlichen Farben angeleuchtete Vertiefungen aus Kalksinter bilden mit der Musik und dem Licht eine faszinierende Inszenierung.
Wir haben keine Worte mehr für dieses beeindruckende Erlebnis, dieses nationale Naturerbe. Hungrig nehmen wir gerne Jürgens Empfehlung an und steuern die nah gelegene „Auberge Augustin Pouzat“ an. Phantastisch. So liebevoll und lecker. Spezialitäten aus der Ardèche mit großer Tradition.
Auf unserer Platte mit köstlichem Käse, Wurst, Walnüssen und Marmelade befinden sich nur hochwertige regionale Produkte. Wir sind absolut begeistert von diesem charmanten Ort. Absolut empfehlenswert. So macht Gastronomie in der Ardèche Spaß.
Über 10 Belvederes bieten fantastische Ausblicke auf immer neue Flusswindungen und Schluchten. Da wir von Süd nach Nord fahren befinden sich die Parkbuchten nicht in Fahrtrichtung, weswegen wir nur 2-3 mal anhalten.
Campingplatz mit Kanu-Verleih
Der Campingplatz Les Tunnels ist für uns perfekt. Er liegt vor den Toren der Schlucht am Flussufer, ist naturbelassen, einfach und ruhig – inklusive Baguette/Croissant-Service. Der kleine Sand- und Kieselstrand ist im Sommer herrlich zum Schwimmen und zum Sonnenuntergang. Nett ist auch die Restaurant-Bar mit Terrasse. Die Stellplätze sind größtenteils beschattet, einige haben freien Blick auf die Ardèche.
Einzigartig abenteuerlich – eine Paddeltour durch die Ardèche Schlucht
Die große Show der Gorges de l’Ardèche beginnt kurz hinter unserem Camping les Tunnels an der Pont d’Arc. Die Ardèche windet sich fortan durch atemraubende Schluchten, in die sie bewegte Reliefs gegraben hat. Der spektakuläre Canyon setzt sich 35 km lang fort bis nach St-Martin-d’Ardèche.
Azur Canoëbeim Camping Les Tunnels mit direktem Zugang zum Fluss bietet das komplette Kanu-Progamm. Von hier aus können wir direkt starten inklusive Rücktransfer.
Am Vortag organisieren wir die Einführung samt Paddel, Schwimmwesten und Tonne. Am nächsten Morgen starten wir gegen um 8:30 Uhr in unserem Zweier-Kajak.
Da das Kanu nass ist, trockne ich die Sitze mit meinem Handtuch ab, was eine blöde Idee ist, wie wir gleich noch merken. Gegen 08:30 Uhr legen wir etwas aufgeregt los. Ich hinten am Ruder, Rolf vorne.
Völlig ruhig gleiten wir alleine über den stillen Fluss in den Morgen hinein. Zum Warmwerden erfordert die erste Stromschnelle schon einen leichten Slalom. Der Pont d’Arc direkt vor uns. In mehr als fünfzig Meter Höhe hat sich die Ardèche an der engsten Stelle dieser Flussschleife durch den Kalkstein gegraben. Wir paddeln unter dieser natürlichen Steinbrücke hindurch, die jetzt menschenleer ist. Neben uns die steile Schlucht, die noch Schatten wirft.
Die Strömung zieht uns so stark häufig in die falsche Richtung, dass ein Gegenlenken nicht mehr möglich ist … und patsch knallen wir vor oder auf die Felsen, das Kajak kippt und wir rudern dagegen. Der Bug taucht auch so tief ein, dass er untertaucht und die komplette Welle ins Boot schwappt. Trockene Sitze waren einmal …
Meistens umfahren wir die Felsen so gut, denn als Team sind wir unschlagbar, doch einmal drückt uns die Strömung direkt vor einen dicken Felsen und patsch dreht sich das Kajak und wir landen im Wasser. Rolf treibt ab genauso wie die Paddel. Ich halte das Kajak fest und sehe mein Paddel davonschwimmen. Jetzt kann mich nichts mehr schrecken!
Die nächste sonnige Stelle wird unsere erste Pause. Alles legen wir zum Trocknen auf die Steine und aufs Kajak. Die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite. Hinter jeder Kurve ein neues Panorama, eine Badestelle ist schöner als die andere. An Felsen, Sand- und Kiesstränden legen die Kanuten an, packen ihr Picknick aus, gehen schwimmen.
Diese Felsbrocken, die wie getarnt knapp unter der Wasseroberfläche lauern, sind die heimtückischsten. Eine letzte Stromschnelle noch und dann wird es ruhig. Bei Gegenwind müssen wir noch einmal richtig zum Paddel greifen.
An der Plage de Sauze bei Saint-Martin-d’Ardèche sind wir am Ziel. Hier werden dann alle Kanuten eingesammelt und zurückgebracht. Wir sind geschafft, müde und auch stolz, überglücklich über unsere Leistung und über diesen Tag. Ach Ardèche, was hast du uns verzaubert.
Hier ein paar Tipps:
Paddelzeit komplette Schlucht: ca. 7 Stunden plus 2 Stunden Pausen. Start: 7:30 – 08:00 Uhr vom Campingplatz
Allgemeiner Rücktransfer: 16:30 Uhr von der Plage de Sauze bei Saint-Martin-d’Ardèche.
Zwischendurch gibt es keine andere Möglichkeit auszusteigen bzw. abgeholt zu werden,
Schwimmwesten auf dem Wasser nie ausziehen,
Wasserschutz oder andere Schuhe, die nass werden können, tragen,
Mitnehmen: Proviant für 7 Stunden, Wasser, Sonnenschutz, Käppi, wasserfeste Beutel/Taschen, Rad- oder Neoprenhandschuhe,
Fotografieren: wir haben das Handy auf dem Wasser in der Tonne gelassen. Fotografen machen an einigen Stromschnellen Fotos, die man sich herunterladen kann. Den Flyer zur Homepage erhält man beim Verleih.
Besser nicht in der Hochsaison fahren, da die Ardèche dannvöllig überfüllt ist.
Von der Ardèche zur Cèze
Für die letzten 2 Tage ziehen wir noch weiter, denn die Cèze wollen wir uns nicht entgehen lassen. Die etwas über 30 km zum „Camping Domaine des Bords de Cèze“ sind schnell geschafft. Es ist sehr ruhig auf diesem etwas abgelegenen Platz, nur noch 1-2 Camper sind hier.
Radtour über Goudargues zur Cèze an die Cascades du Sautadet
Der Einstieg zur Tour bringt mich doch sehr an meine Grenze, da ich immer wieder die steilen Schotterpisten hoch- und runter schieben muss. Es wird immer heißer und der Wind nimmt zu. An Feldern und alten Höfen vorbei bergauf und bergab gelangen wir nach Goudargues.
Erstaunt und entzückt sind wir von dem alten Waschhaus und natürlich dem Markt. Er befindet sich zwar bereits in der Abbauphase, aber wir bekommen noch reichhaltigen Zugang zu dem kulinarischen, lokalen Angebot der Umgebung. Für ein Olivenöl (natürlich) in Rolfs Rucksack reicht es allemal. Den Ort merken wir uns fürs nächste Mal.
Letztendlich kürzen wir die Route um einige Höhenmeter ab und erreichen am Nachmittag die Kaskaden an der Cèze. Wir fotografieren den Wasserlauf in den Felsenbecken und laufen über die heißen Platten – eine beeindruckende Kulisse.
Den letzten Abend sind wir damit beschäftigt, dass Rolf an einer Videokonfernz seines so geliebten Pickleballclubs teilnimmt, ich mich unseren Tagebucheinträgen beschäftige und wir anschließend köstliche Burger aus den lokalen kulinarischen Produkten herstellen.
Eines ist klar … das war nicht das letzte Mal, dass wir uns in diesem so herrlichen Landesteil Frankreichs aufhalten werden.
Unser gesamter Roadtrip mit den einzelnen Stationen lässt sich auch auf Polarsteps nachverfolgen:
Nach der flachen Region rund um den Skutari-See geht es auf die SH 25 in die Albanischen Alpen. Eine sehr abgelegene und wunderschöne Region Albaniens bietet uns fantastische Ausblicke auf die riesigen schroffen Berge, die sich hinter jeder Kurve aus einer anderen Perspektive zeigen. Mit wenig Verkehr geht’s über die Serpentinen zum Pass “Leqet e Hotit“, durch Tamare am Cem River entlang bis zu dem „Restorant & Camping Selca Cem“. Empfehlen können wir zwei fantastische gegrillte Forellen.
Die Albanischen Alpen
Am Grenzübergang ist die Einreise nach Montenegro relativ unspektakulär.
Camp Lipovo – mehr als nur ein Camp
Kurz nach dem Hauptort Kolašin wird die Straße zum Camp Lipovo wieder einspurig, später schottrig und steiler. Robin, der niederländische Inhaber begrüßt uns sofort freundlich und zeigt das Camp. Was für eine wunderbare Oase der Ruhe! Der Blick auf die umlegenden Berggipfel, der Grill, das Restaurant, die Feuerstelle, einfach eine einladende Atmosphäre. Die Duschen sind fantastisch, dazu noch zwei Waschmaschinen und einen Spülplatz, wie ich ihn zuvor noch nicht gesehen habe, machen dieses Camp zu einem Top-Standort. Und das alles für nur 12 Euro pro Nacht.
MTB-Touren in den wilden Bergen
Insgesamt starten wir zwei Versuche, bei über 33 Grad die Berge Montenegros zu erkunden. Schon der Blick auf Komoot prophezeit unglaubliche Höhenmeter, d.h. 600 hm ist das Minimum. Auf den Hauptstraßen dominieren wilde Truck- und Busfahrer, auf den Nebenstraßen sind es die Steigungen. Spannend sind die Brückenkonstruktionen über die glasklare Tara. Einige Schritte wage ich mich mit meinem Rad darauf, doch löchrige Holzbretter und Eisenplatten knarzen unter mir. Das kann nicht gut gehen, denke ich gerade, als ein Jeep mit Anhänger auf mich zukommt, Gas gibt und einfach drüberbrettert.
Wie ich den Fahrstil hier beschreiben würde? Wild, schnell und ohne Skrupel! Als Radfahrerin springe ich jedenfalls ins Gebüsch, wenn Trucks auf mich zu rasen.
Diese wilden und steilen Berge zwingen uns letztendlich zur Umkehr. Ursächlich sind zum einen die enormen Steigungen und zum anderen die extreme Hitze. Und beim Schieben in praller Sonne vergeht jeglicher Spaß.
Wildes Montenegro im Durmitor Nationalpark
Von hier aus macht es den Eindruck, dass fast alle zum Nationalpark fahren. So auch ein Radlerpärchen, die uns sehr dankbar dafür sind, dass wir eine große Tasche für sie mitnehmen können.
Über eine kurvenreiche und einsame Gegend geht es nach Zabljak, das touristische Zentrum und Ausgangspunkt für Outdoor-Aktivitäten wie Rafting, Kajakfahren, Canyoning, Ziplining, Bergsteigen, Klettern, Wandern, Reiten und im Winter Skifahren.
Es wird angenehm kühler, denn Zabljak liegt auf einer Höhe von 1456 Meter und ist damit die höchstgelegene Stadt Montenegros. Plötzlich verändert sich die Landschaft extrem. Statt grüner Nadelbäume und Büsche fallen die kargen Hügel vor atemberaubender Berglandschaft auf.
Autocamp Mlinski Potok, schwarzer See und ein „gefährlicher Trail“
Direkt hinter dem Besucherzentrum erscheint am Hang das AutoCamp Mlinski Potok inklusive Panorama-Blick auf die majestätische Bergwelt. Als am Nachmittag schwarze Wolken mit starkem Wind aufziehen, geht es blitzschnell. Erst Regen, dann klopfen Hagelkörner auf die Dachfenster plus Donner grollen über die Berge hinweg.
Die Wanderung zum „Schwarzen See“, der von hier aus gut erreichbar ist, stelle ich mir als leichten Spaziergang vor. Die Sonne scheint auch wieder und wir laufen über unzählige noch feuchte Wurzeln und Steine den Waldweg entlang. Der erste See lässt sich gut durch den Wald umrunden, bis zu der Stelle, die ihn mit dem zweiten See verbindet. Ein Naturerlebnis sind die Spiegelungen im See vor dem grün der Wälder. Wegen des Regens gestern ist der Übergang nicht passierbar. Als wir das Schild „Dangerous“ passieren, wird es tatsächlich so. Wie auf einem Klettersteig geht es über glatte Steine und Wurzeln steil hoch und runter, teilweise mit Handlauf. Sportschuhe sind dafür weniger geeignet und die Stöcke hätte ich auch besser mitgenommen.
Trotz des Nebels und des bewölkten Himmels wollen wir am nächsten Tag die unberührte Wildnis Montenegros erleben und fahren über die Südroute tief hinein in den Park. Spektakuläre Gipfel über 2000 Meter mit klaren Gebirgsseen können wir von der rauen Hochebene beobachten. Diese weitläufige Landschaft gehört seit 1980 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Für dieses wunderschönen Naturjuwel bezahlen wir auch gerne die 5 Euro an den Ranger am Viewpoint mit Fotorahmen.
Durmitor Nationalpark
Rolf bewältigt gekonnt die steilen Serpentinen mit wenig Gegenverkehr, denn die meisten fahren die Südroute von Zabljak aus. Zum Sedlo-Pass wäre ich auch gerne mit dem Rad gefahren, denn die Steigungen halte ich für machbar. Doch der stürmige kalte Wind heute hätte mir jeden Spaß daran geraubt. Nach einigen Fotostops verlassen wir diese raue karge Bergwelt und werden von dem nächsten Highlight überrascht. Das Canyon der Piva tut sich vor uns auf.
Unzählige Tunnel zur Tara-Schlucht
Tara-Schlucht in Bosnien-Herzegowina
Doch dann folgt das nächste Highlight. Die kurvige Straße durch unzählige Naturstein-Tunnel bietet zwischendurch eine fantastische Aussicht auf den türkis-blau schimmernden Fluss Piva. Dieser ist eingebettet in den Canyon und setzt sich farblich so ab, dass es einem die Sprache verschlägt.
Wo Tara, Drina und Piva zusammenfließen ist auch die Grenzstation. Die Ausreise aus Montenegro dauert länger als die Einreise nach Bosnien-Herzegowina. Bei über 35 Grad ist es im Camper angenehmer als draußen.
Hier ist das Rafting-Mekka schlechthin. Menschen in Neopren und Schwimmwesten kommen uns entgegen, als wir ins „Tri vodenice Camp“ inklusive Stehklos einkehren. In allen Rafting-Camps kann man in Holzhüttchen übernachten. Am Abend wird’s richtig laut, denn in jedem Camp geht die Party ab. Auch wir finden Live-Rockmusik auf bosnisch richtig cool. Voller Power heizt die Band hier ein und nicht nur die, auch die offene Feuerstelle im Raum …
Naturpark Lonjsko Polje / Kroatien
An der Grenze zu Kroatien erleben wir noch mal einen Grenzübergang wie früher. Schließlich reisen wir von einem Nicht-EU-Land in ein EU-Land. Bei unerträglichen 35 Grad warten wir über eine Stunde. Und das Internet funktioniert kurz hinter der Grenze wie auf Bestellung.
Bis nach Lonja zieht es sich noch über den Deich neben der Save. Kleine sehr alte Bauernhöfe aus Holz säumen die kleine Straße. In was für einer abgelegene Region sind wir denn hier gelandet? Und da soll sogar noch einen Bauernhof Camp, der Campingplatz Zelen-Gaj und ein Restaurant kommen? Nach ein paar Minuten über den Deich erscheint ein Schild nach rechts. Tatsächlich … hinter dem Hühnerstall sehen wir ein paar Camper und eine große Scheune.
Ein älterer Herr, Josef, der Patron, erklärt mir in gebrochenem Deutsch, wo alles ist. Was hier geboten wird, erkennt man erst auf den 2. Blick: Ruhe, Felder, Hühner, Lagerfeuer-Möglichkeit, Grillhaus, Küche, ein wunderschönes und komfortables im Posavina-Stil erbautes Sanitärhaus, was eigentlich wie eine alte Scheune aussieht.
Sogar das Restaurant, indem auch die Rezeption untergebracht ist, erreichen wir nach 150m und bekommen auch noch eine riesige Portion Gulasch zu essen. Josef setzt sich zu uns und wir erfahren noch so manches Wissenswertes zum Naturpark Lonjsko Polje.
Einiges davon wird uns nochmal vor Augen geführt, als wir am nächsten Tag wieder aufbrechen und auf fast jedem Haus ein Storchennest entdecken.
Sehenswert sind auf jeden Fall die Dörfer entlang der Save: Lonja, Čigoć, Mužilovčica, Kratečko, Gušće, Krapje und Puska.
Ursprungs-Text Eve, den habe ich (Rolf) dann aber in Absprache mit ihr bearbeiten müssen. Es wurde doch etwas ausufernd. (Das hat sie dann auch eingesehen). Layout – wie immer – Rolf
Der Ohrid-See
Unser nächstes Ziel, der Ohrid-See, der zweitgrößte See des Balkan. Die Grenze zu Nord-Mazedonien führt mitten durch den See. Den berühmten Koran-Forellen im See ist das aber egal – uns auch. Wir freuen uns auf sie.
Die Route führt uns über die bestens ausgebaute SH75 (in Albanien noch nicht die Regel), vorbei an Korça, der Bierstadt (ich widerstehe!) zum Camping Erlin, direkt am See gelegen. Nix los hier und wunderschön gelegen.
Ohrid See
Am nächsten Tag radeln wir in das kleine alte Fischerdorf Lin. Die Schönheit dieses Örtchens erschließt sich erst auf dem 2. Blick, denn die wenigen alten Häuser sind dem See zugewandt. Schnell finden wir Rosas B&B, das uns aus einer ARD-Dokumention bekannt ist und die es geschafft hat – wie einige andere aus dem Dorf – den Ort mit einfachen Mitteln und lokalen Produkten wieder zum Leben zu erwecken.
Lin und Rosa‘s Home
Natürlich kommen wir am Abend noch einmal hierher, denn bei Rosa bekommen wir diese köstliche Koran-Forelle. Der Blick durch den Garten auf den See, die Berge und die untergehende Sonne ist wunderschön.
Kruja – Das historische Heiligtum Albaniens
Vom Ohridsee fahren wir über Elbasan an Tirana vorbei auf die A3 nach Kruja. Autobahnen werden hier nicht so ganz ernst genommen. Alle paar Kilometer werden am Straßenrand frisches Obst und Gemüse und sonstige lokale Produkte angeboten. Man fährt rechts ran und kauft ein – auf der Autobahn !! Verkehrsschilder sind hier noch nicht mal Empfehlungen – die werden ignoriert.
Das Mali Camp erreichen wir am frühen Nachmittag. Mitten in der Natur und doch nah zur Altstadt liegt das hübsche Camp mit Pool. Arbi, der Inhaber aus der Schweiz, erklärt uns den Weg nach oben zu seinem „Organic Garden Restaurant“. Das hört sich verlockend an. Am Abend laufen wir natürlich die vielen Treppen nach oben. Es hat sich gelohnt!
Mali Camping
Den beschwerlichen Weg in die Altstadt können wir uns sparen. Unser Nachbar nimmt uns in seinem Pkw mit.
Kruja ist berühmt für seinen alten Bazar, den wir nun über die uralten glatten Pflastersteine entlang bummeln. Rechts und links werden Antiquitäten wie alte Waffen, Helme, Mühlen usw. und jedmögliche Souvenirs dargeboten. Der Bazar ist schön bunt und hat Charme in diesen alten Steinhäusern.
Kruja, der Bazar
Das Ethnografische Museum ist uns einen Besuch wert, denn die albanische Geschichte, alte Traditionen, Kleidung, Räume und die Lebensweise wird umfassend und lebendig dargestellt. Das Skanderbeg-Museum sehen wir nur von außen. Als Regen aufzieht, machen wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz.
Das Ethnografische Museum
Zum Abschied vom Malicamp am nächsten Tag erwerben wir natürlich das beste Olivenöl des Landes. Auf der Website heißt es:
„Das Kruje-Olivenöl ist das hochwertigste Öl Albaniens und eines der seltensten der Welt. Die Bäume sind 500-2500 Jahre alt und wachsen auf 600 m über dem Meeresspiegel während die Meereswinde um sie herum wehen. Nicht umsonst ist die Stadt Kruja als Balkon des Balkans bekannt. Das Kruja Ölivenöl ist von super hoher Qualität. Die Früchte sind 100 % biologisch und werden nicht mit Parasitensprays behandelt. Unser Ölivenöl wird nach einer sehr alten albanischen Tradition hergestellt. Die Oliven werden entkernt und mit Wasser unter einer Temperatur von 30°C durch mehrere aus Stroh und Ziegenhaar gefertigten Scheiben gepresst. Das macht unser Öl extra nativ und schenkt ihm sein volles und unverwechselbares Aroma.“
Koman Stausee: mit der Fähre durch die Fjordlandschaft
Die Fahrt mit der Koman-Fähre wird als sensationell und echtes Highlight beschrieben.
Mit Superlativen ist das ja so eine Sache, von der man sich am besten selbst überzeugt. Sehr abenteuerlich soll die 2,5-stündige Fährfahrt durch die albanischen Fjorde sein. Insbesondere das Beladen der Fähre, auf der jeder Zentimeter genutzt wird, klingt vielversprechend. Wir entscheiden uns für die große Autofähre Alpin, die zwischen Koman und Fierza zweimal täglich verkehrt, und reservieren vorab.
Wenn nur nicht die fürchterliche Straße wäre, um dort hinzukommen!
Broken Road zum Koman-See
Wir machen uns auf den Weg über die SH25 zum Koman-See, die zu den besonders abenteuerlichen Straßen in Albanien zählt. Seit Jahren ist sie eine einzige Baustelle.
Jedenfalls brauchen wir fast vier Stunden für diese knapp 50 Kilometer und ich bin am Ende fix und fertig und freue mich einfach nur noch auf ein eiskaltes Bier, als wir am späten Nachmittag unseren Übernachtungsplatz am See erreichen, um morgen nur noch die zwei Kilometer bis zur Ablegestelle zurückzulegen.
Abfahrt
Unsere Fähre „Alpin“ wirkt größer als gedacht und der Andrang hält sich auch in Grenzen. Auch das Beladen ist weniger abenteuerlich, als vorher gesagt wird. Ich fahre rückwärts über die Rampe und parke mit doch großem Abstand zu dem Auto hinter uns. Das hatten wir uns dramatischer vorgestellt. Pünktlich gegen 11 Uhr startet die Fähre halb beladen. Auf dem oberen Deck, auf dem reichlich Platz ist, haben wir eine fantastischen Blick auf die Fjordlandschaft, die mit ihren schroffen Berghängen mehrere hundert Meter in die Höhe ragen. Das strahlend blaue Wasser bildet eine wunderbaren Kontrast. Je weiter wir in den Canyon kommen, je enger und spektakulärer wird die Schlucht, die kaum mehr als 400 Meter breit ist, an den engsten Stellen misst sie gerade einmal 50 Meter und die meterhohen Felswände kommen extrem nahe. Erst kurz vor Fierze wird die Landschaft wieder flacher.
Aber es weht ein heftiger Gegenwind …
3-Wetter-Taft … Windstärke 6 … die Frisur sitzt
Letztendlich finden wir den Aufwand und die Kosten (135 Euro) für diese Fährfahrt in Relation doch etwas übertrieben. Aber das ist unsere persönliche Meinung.
Anschließend fahren wir in wirklich unzähligen Serpentinen hoch oben die Panoramaroute SH 22 am schwarzen Drin entlang. Immer wieder könnte man eine Fotostop einlegen, so faszinieren uns die Ausblicke ins Tal auf den türkis schimmernden Fluss.
Shkodra
Camping Legjenda, dieses Mal ein klassischer kleiner Campingplatz mit schönem Pool, Waschmaschinen und vielen Toiletten nutzen wir auch mal gerne. Endlich kann ich alles mal waschen. Und im Pool zu schwimmen tut auch mal gut.
Nach dem Frühstück möchten wir uns doch die geschichtsträchtige Stadt mal anschauen. Nach einem kurzen Stück an der Hauptstraße können wir das erste Mal auf einem Radweg entlang fahren. Shkodra soll ja die fahrradfreundlichste Stadt in ganz Albanien sein
Am Kreisverkehr am Platz der Demokratie , wo wir die Räder abschließen, geht es zu Fuß schnell in das Altstadtviertel Gjuhadol mit seinen hübsch restaurierten und bunten Häusern, vorbei an der imposanten Ebu Beker Moschee. Hier erfreuen wir uns an den bunten Häuser im venezianischen Baustil, wo moderne, gestylte Touristen und Einheimische sich den Tag beim Aperol versüßen.
Shkodra
Die uralte Burg Rozafa, die wir vom Campingplatz aus sehen können, ist zwar ein Muss, denn die Aussicht auf die Stadt bis hin zu den Albanischen Alpen soll wohl sehr schön sein. Doch wir besteigen sie nicht. Uns ist es einfach zu heiß.