Der Start in den Roadtrip Slowenien

ein Beitrag von Rolf

Nachdem wir die letzte Nacht auf einem Stellplatz in Ulm verbracht haben, ist unsere erste Station der Faaker See. Strandcamping Gruber, direkt am See gelegen, sehr komfortabel, aber auch sehr gut besucht. Wir nutzen die gute Infrastruktur, das gute Restaurant, die leckere Pizza.

Faaker See

Eve nutzt natürlich den Nachmittag für eine allererste Tour mit ihrem neuen Rad für eine Seeumrundung – sie ist nicht zu bremsen!

Statt Soča ins Vipava Tal

Eigentlich haben wir vier Tage im Soča Kamp eingeplant – auch bereits reserviert. Die Wetterprognosen verheißen aber nix Gutes. Wir planen um. Reservierung stornieren läuft ohne Probleme und wir machen uns über Italien (inkl. Caffè und Brioche – hach … wie ich das liebe) in den Süden Richtung Monfalcone auf. Das Agricampeggio Dolcine ist unser Ziel, wo ich bereits beim Carso-Trail meine Zelte aufgebaut hatte. Je näher wir kommen, desto höher steigen die Temperaturen – die Sonne lacht.

Die Tatsache, dass dort keine sanitären Einrichtungen zur Verfügung stehen, erzeugt bei Eve ein Stirnrunzeln (das komplett Autarke ist noch nicht ihr Ding) und für mich den Vorschlag, die paar Kilometer weiter nach Slowenien ins Kamp David zu fahren. Auch einer meiner Destinationen während des Trails. Gesagt … getan.

Ein kleiner, wunderschöner Platz. Während ich neue Bremsbeläge auf mein MTB packe (was in die Hose ging, wie sich später herausstellte), nutzt Eve sofort wieder die Gelegenheit, ihr neues Rad zu einer kleinen Spritztour in Gang zu bringen – sie macht mich fertig mit ihrem Aktivismus.

Abends kochen wir Pasta und ich lasse den Abend beim EM-Spiel ausklingen.

Sightseeing und Absaufen beim Radeln

Dusselig wie ich bin, habe ich die Bremsbeläge bei meinem MTB falsch eingebaut – was mir dann bei unserem ersten Ausritt drastisch unter die Nase gerieben wird – meine Bremsen ächzen und stöhnen, dass sich die Hasen auf dem Feld schleunigst vom Acker machen.

Darum hat uns heute der erste Weg in einen Velo-Shop hier in der Nähe geführt. Grinsend hat er mich auf meinem Fauxpas hingewiesen – die Schamesröte steigt mir ins Gesicht.

Nach 15 Minuten war alles erledigt. Ich um eine Erfahrung reicher und 12 Euro ärmer und mein Cube für weitere Schandtaten bereit.

Es liegt auf dem Weg zurück ins Kamp David und ist sehenswert – das Dorf Vipavski Kriz. Zu dieser Zeit sind noch keine Touristen da. Wir sind alleine, schlendern durch das wirklich malerische Dorf, schießen Fotos, genehmigen uns einen Cappuccino und kaufen lokalen Käse und einheimisches Olivenöl – hach, wie wir das lieben.

Den Nachmittag wollen wir für eine MTB-Tour nutzen, die bei Sonnenschein startet und nach einer Stunde vom Unwetter unterbrochen wird. Wir sind drei Stunden unterwegs. Von denen fahren wir wir aber nur 90 Minuten. Der Rest ist Unterschlupf suchen gegen die Wassermassen, die über uns ausgeschüttet werden. Im Gegensatz zu Eve habe ich eine Regenjacke dabei – Eve nur ein Top. Ich mach mir Sorgen, aber immerhin ist es nicht kalt.

Sie steht es tapfer durch. Und ist begeistert von ihrem neuen Bike und findet immer mehr Gefallen daran, kleine Flußläufe radelnd zu queren. Dieselben Querungen haben sich allerdings auf dem Rückweg in reißende Bäche verwandelt … wir müssen Umwege fahren. Schaffen es aber heil ins Kamp und sind froh, das gut überstanden zu haben.

Rumfahren und Weinprobe

Heute haben wir uns von Kamp David verabschiedet, sind ein bisschen rumgefahren, haben Sightseeing gemacht, an der Soča relaxt, versucht das Bier bei 30 Grad wieder auszuschwitzen, um dann im Weingut Lepa Vida einzuchecken und unsere Geschmacksknospen auf die Weinprobe am Abend vorzubereiten.

Die acht Weine in Kombination mit der Vorlesung auf Englisch fordern uns gehörig heraus. Sehr engagiert und begeistert erzählt uns der Vinemaker die Geschichte Sloweniens, erklärt uns die klimatischen Bedingungen und stellt uns die Rebsorten des Vipava-Tals vor.

Nach der achten Degustation bekommen wir die ersten Probleme (hicks) mit der Erinnerung an die von uns bevorzugten Rebsorte – auch wenn das Ganze kulinarisch mit lokalen Köstlichkeiten begleitet wird. Egal – wir erinnern uns – und kaufen ein paar Flaschen.

Und sind glücklich, dass wir unseren Max in Verlängerung der Ausgangstür geparkt haben – weiter wäre schwierig geworden.

Der nächste Morgen beginnt etwas später und wir machen uns in Richtung Küste auf …

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Bohinj See

ein Beitrag von Eve

Auf zum Bohinjsko Jezero (Wocheiner See) – Sloweniens größter natürlicher See

Wer an Slowenien denkt, dem kommt wahrscheinlich zuerst der Bleder See in den Sinn. Doch wir fahren daran vorbei. Aus gutem Grund, denn Instagram & Co haben ihn zu einem touristischen Overkill gemacht. Wenige wissen jedoch, dass sich nur 30 Minuten von Bled entfernt ein viel schöneres und ruhigeres Naturparadies befindet: der Bohinj-See mit seinem surreal grünblaue schimmernden Wasser, umschlossen von der grandiosen Bergkulisse der Julischen Alpen. Wir verbringen dort drei wunderbare Tage. Es gibt hier nur zwei Campingplätze. Camp Bohinj direkt am See und Camp Danica in ca. 5 km Entfernung.

Am frühen Nachmittag erreichen wir das Kamp Danica. Die Plätze auf der Wiese – ohne Parzellen – kosten zwar 45€, doch dafür bietet das Camp hier wirklich viel: extrem viele und luxuriöse Sanitäranlagen, Waschmaschine, eine riesig große Sporthalle und Sportplätze direkt an der Sava mit Badestellen, im Ort die Supermärkte usw.

Wir kommen gerade zur richtigen Zeit an, denn wie so oft, sind die guten Plätze im Schatten schnell belegt. Am Abend essen wir hier im Restaurant. Rolf die traditionelle Krajiner Wurst mit Rösti und ich Bratkartoffel, die als Beilage gedacht sind. Was für Portionen!

Am nächsten Tag radeln wir diesen fantastischen Radweg durch die Wiesen rauf und runter nach Ribčev Laz, das Zentrum von Bohinj. Von hier aus erstreckt sich der herrlich grünblau schimmernde Bohinj-See vier Kilometer nach Westen. Ursprünglich sollte hier mal eine Bahntrasse von Bled bis zum See gebaut werden, doch glücklicherweise wurden diese Pläne nie umgesetzt. Der Bohinjsko Jezero (Wocheiner See) liegt malerisch zwischen hohen Bergen. An der ersten Bucht staunen wir über die Bergkulisse, die sich beeindruckend im See spiegelt. Der erste Strand ist gut besucht. Es scheint auch hier ein Insta-Hotspot zu entstehen. Weiter gehts für uns am linken Seeufer entlang bis nach Ucank, das westliche Ende. Kleine Badebuchten säumen den See. können hier ausgeliehen werden. Da die Ufer eher flach sind, nehmen manche ein Boot und springen von dort in den kühlen Bergsee.

Den Campingplatz am See, Camp Bohinj, gefällt uns zwar von der herausragenden Lage, doch ist es hier viel zu voll und zu eng. Eigentlich wollten wir noch bis zum Slavica-Wasserfall, doch der enorme Anstieg, der noch vor uns liegt, lässt mich zweifeln, ob ich das schaffen kann. Nach einer kurzen Lagebesprechung entscheiden wir uns dafür umzukehren. Die Rückfahrt über den Radweg gleicht einer Achterbahnfahrt, da es stetig leicht bergab geht, mit engen Kurven, kommt man richtig gut in Schwung.

Am Campingplatz treffen wir Susi und Raphael aus Ostdeutschland wieder, die wir auf dem Weingut „Lepa Vida“ kennen gelernt haben. Wir duschen und grillen Koteletts und Hühnchenspieße auf unserem Scotti-Grill, Tomaten-Ruccola-Salat dazu … köstlich! Mit der neuen Fettpfanne klappt es super, kein Fett tropft mehr auf den Boden.

Auch am nächsten Tag schwingen wir uns wieder auf die Räder …

Wir nehmen wieder den Radweg zum See und biegen nach Stara Fuzia ab. Ach wie gut, dass der Radweg noch weitergeht. Durch kleine Dörfer und auf holprigen Wegen kurbeln wir uns den Berg hinauf. Es ist sehr heiß, so dass mir der Schweiß in die Augen rinnt. Eigentlich wollte ich auch das kleine Heimatmuseum in Studor besuchen. Doch die Hitze macht mir bei den Steigungen in praller Sonne doch zu schaffen. Da wir dafür noch hätten abbiegen und weiter hoch fahren müssen, lassen wir es aus.

Eve filmt …

Ein schattiges Plätzchen unterm Baum rechts von der Straße wird unser Pausenplatz. Der Ausblick auf die Berge ist grandios. Als auf unserer Route plötzlich eine Straßensperrung für Autos angezeigt wird, wissen wir nicht so genau, ob wir diese angezeigte Straße nutzen können. Als uns der Bauarbeiter am Straßenrand durch winkt, gehts für uns steil bergab hinunter ins Tal. Der frische Teer ist an manchen Stellen so heiß, dass ich mich frage, wie die Männer diese Hitze von unten und von oben bloß aushalten können.

Am Kamp angekommen, gehe ich noch zum Badeplatz an der Sava. Die Kinder haben in dem kalten Wasser viel Spaß. Sie tauchen, bauen aus Steinen kleine Pools, lassen sich mit kleinen Luftmatratzen ein Stück hinunter treiben. Es macht Spaß, ihnen zuzuschauen. Ich halte meine Füße mal ins eiskalte Wasser. Mehr traue ich mich nicht. Rolf kommt später auch noch dazu und geht tatsächlich ins Wasser.

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Ljubljana

ein Beitrag von Eve

Die Sonne strahlt schon am frühen Morgen. Heiß wird es heute. Mit Vorfreude auf Ljubljana kurven wir die nächsten 100 km durch diese zauberhafte ländliche Region der Bela Krajina.

Ich habe mal wieder einen paradiesischen Bauernhof-Campingplatz ausfindig gemacht, der zwar 18km von Ljubljana entfernt ist, dafür mit Streuobstwiesen, jede Menge Viehzeug und mit Aussicht auf die Berge. Ein schattiges Plätzchen am Fluss wird unser Premium-Platz. Um uns herum weiden neben Pferden und Ziegen eine besondere Kuhrasse. Das Waschhaus aus Holz neben dem Kuhstall ist einfach und schön. Für 20 Euro pro Nacht ein Paradies. Ein weiteres Highlight ist das opulente Frühstück auf dem Hof. Spiegeleier mit Speck, Käse und gebratenem Gemüse aus dem Garten, Aprikosenmarmelade und Apfelsaft aus eigener Produktion.

Das Frühstück hat’s in sich

Bei 30 Grad und kaum Schatten laufen wir die 15 min zum Bahnhof Laze. Dieser kleine Bahnhof ist so neu und modern, die letzen Arbeiten werden gerade noch fertig gestellt. Da der ausgewählte Zug nur samstags fährt, müssen wir auf den Nächsten warten. Nach nur 3 Stationen erreichen wir Ljubljana, begeben uns neugierig und hungrig an der berühmten Drachenbrücke vorbei zu der berühmten „Open Kitchen“ ( slow. Odprta Kuhna) in der Pogacarjev trg. Über 30 Anbieter/ Köche demonstrieren ihre Kochkünste. Ob traditionelle oder innovativ oder international, die Auswahl scheint endlos. An jedem Stand wird gegrillt und gebrutzelt. Mir läuft ja eh schon der Schweiß. Während ich erst überfordert bin, hat Rolf direkt am ersten Stand sein gegrilltes Spanferkel gefunden.

Hier geht es um mehr als Essen. Das ist ein sozialer Ort. Die Menschen kommen hierher um Freunde zu treffen, Neues zu probieren, sich zu entspannen. Lokales Bier und Wein, hausgemachter Eistee runden das Angebot ab.

Zufällig stehen wir auf der Nr. 1 Sehenswürdigkeit, den Dreibrücken, mit Blick auf den Prêserenplatz, um den sich Geschäfte, Cafés und Restaurants gruppieren. Die Straßenmusiker fangen uns mit ihrem Jazz ein, verbreiten eine so wunderbare Stimmung in dieser hippen Stadt. Sie wirkt so jung und lebendig, diese charmante Altstadt, die sich zu beiden Seiten des Flusses Ljubljanica erstreckt. Barocke- und Jugendstil-Bauten verleihen ein unverwechselbares Flair.  

Straßenmusik

Am Abend ist Public-Viewing beim Spiel gegen Spanien angesagt. Kneipen, in denen übertragen wird, sind genügend vorhanden. Es wird dramatisch und auch eine bisschen strange … da bei uns wohl etwas zeitversetzt übertragen wird, erfolgt nebenan der Torjubel zum Ausgleich ca. eine Minute früher … kenne ich schon von zuhause.

Der Torjubel zum Siegtreffer der Spanier kommt bei uns garnicht gut an.

Rauf auf die Burg von Ljubljana

Da die Burg eines der Wahrzeichen der Stadt und definitiv eine Top-Sehenswürdigkeit sein soll, wollen wir nun auch dorthin. Den 376 Meter hohen Hügel haben wir mit der modernen Stand-Seilbahn erklommen, denn auch heute ist es wieder heiß. Oben angekommen befinden sich auf dem Burginnenhof Restaurants, Cafés und ein Infozentrum. Diese Burg ist mehr ein Kulturzentrum als eine historische Sehenswürdigkeit, was uns eher enttäuscht hat. Über eine Wendeltreppe gehen wir hinauf auf den Aussichtsturm, von wo aus wir einen Rundum-Blick auf die roten Dächer der Stadt und die umliegenden Berge haben. Ich schaue mir noch das Puppentheater-Museum an, während Rolf im Schatten eine Pause einlegt.

Das ist Valter Šmartinska Ljubljana

Auf Suche nach einfacher, traditionell slowenischer Küche landen wir bei „Das ist Walter“. Hier gibt es Cevapcici in Perfektion! Sehr lecker gegrillt mit Ajvar und Kajmak und einem lockeren warmen Fladenbrot. Großartig! Das hauseigene Bier schmeckt super und passt hervorragend.

Gesättigt und erschöpft würden wir gerne wieder zurück zu unserem Bauernhof fahren, doch der nächste Zug geht erst in zwei Stunden. Was tun in dieser Zeit? Okay, dann gehen doch noch zu diesem Kulturzentrum Metelkova, das alternative Zentrum Ljubljanas. Es soll hier eine Kunstgalerie, Bars, Künstlerateliers, ein Raum für Designer, Büros von Kulturorganisationen und Konzerte mit Live-Musik geben. Doch zu dieser Zeit wohl nicht. Es wirkt irgendwie öde, etwas Graffiti an den Wänden, ein paar Typen hängen vor den Häusern, sonst nichts. Richtig beeindrucken kann es uns nicht.

Am Abend wird unser Platz zum Public Viewing für unsere holländischen Nachbarn. Rolfs iPad wird zum Sceen für alle. Zu sechst verfolgen wir gespannt bei Chips, Wein und Bier das Spiel gegen die Türkei.

SlowenischWas für eine Sprache!

Die Ortsnamen sind für uns kaum auszusprechen. Viele Konsonanten hintereinander und wenige Vokale stellen uns vor so manches Rätsel, wie beispielsweise Entschuldigung = oprstite. Die Straßennamen, Ortsangaben mit Google-Maps hören sich beim Navigieren so kompliziert und lang an.

Besonders Rolf ist ja ein großer Fan davon, wenigsten die allerwichtigsten Wörter in der Landessprache sprechen zu können, wenn man in ein anderes Land reist. Doch beim „hvala“ (Danke) verdreht er immer wieder die Buchstaben. Herauskommt eher „lava“. Hier mal die wichtigsten Vokabeln: 

Guten Tag = dober dan
Danke = hvala
Lecker = okusno (zaubert doch immer ein Lächeln, wenn man das in der Landessprache kann) 
Entschuldigung = oprstite
Bitte = prosim 
Ja = ja 
Nein =ne 
Tschüss =Adijo

 

 

 

 

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Roadtrip Slowenien

Ein Beitrag von Eve

Wir sind mit unserem Max insgesamt vier Wochen in Slowenien unterwegs. Im Gepäck unsere Mountainbikes für Tagestouren auf diversen Routen im Land. Dieser Beitrag ist nicht chronologisch vom Beginn unserer Reise – sondern mittendrin. Anfang und Ende wird folgen …

Wir verlassen das Camping Pivka mit dem Ziel Bela Krajina, dem Südosten Sloweniens. Hinter Postonja biegen wir in Richtung des Naturparks Rakov Škocjan ab, denn hier hat sich der Fluss Rak seit Jahrmillionen seinen Weg durch die verwitternden Steinformationen tiefe Schluchten und Höhlen gebahnt. Immer mehr Teile der Oberfläche stürzten in die Tiefe, bis zwei gigantische natürliche Steinbrücken übrig blieben.

Genau dort wollen wir eine Wanderung in Angriff nehmen, obwohl diese Art der Fortbewegung so gar nicht unser Ding ist.

Dass wir die Tour nicht auf unser Navi geladen haben, stellt sich als Fehler heraus. Immer wieder biegen wir falsch ab, kehren um und nehmen einen anderen Weg, der auch nicht zum Ziel führt. Rolf mag es überhaupt nicht, ohne Internetverbindung und GPS mit einer eher mageren Beschilderung Wege zu suchen. Das Rauschen des Wassers hilft uns zur Orientierung auch nicht weiter.

Wir brechen ab (juhu) und kehren den Waldweg zurück zum Max. Was für ein Reinfall, denke ich, das sollte doch ein Highlight werden.

Also weiter zum Roadtrip Slowenien …

In die Region Bela Krajina, der Perle Sloweniens im Südosten des Landes! Diese idyllische Landschaft ist von dem lebendigen Fluss Kolpa und dem malerischen Gorjanci-Gebirge umgeben. Uns verzaubert diese märchenhaften Landschaft, die eine reiche Flora und eine vielfältige Fauna beherbergt, immer mehr.  Hier herrscht eine Ruhe und Stille, wie man sie sonst nur selten findet. Wälder und Felder und ab und zu ein Dorf begegnen uns hier. Die Straße verläuft kurvig durch sanfte Hügel, die dennoch starke Steigungen bereithalten. Ein Picknick am Wegesrand runden diesen idyllischen Eindruck ab.

Picknick

 Am späten Nachmittag erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein den Hof „Turizem Benetič“. Die Chefin begrüßt uns herzlich und deutet auf die Wiese. So viel Platz nur für uns! Neben einem historischen Sägewerk auf einer Wiese mit Obstbäumen gib es sogar noch einen Biergarten mit traumhaften Ausblick auf den Fluss Kolpa. Die Nutzung von Toiletten, Duschen, Geschirrspülbecken, Strom, Waschmaschine und Trockner sind im Preis von 20 Euro enthalten.

Auf’m Bauernhof

Die Kolpa ist ein Grenzfluss zwischen Slowenien und Kroatien. So sauber und warm. Beim Kochen wundern wir uns über die Störche, die wohl von der frisch gemähten Wiese angelockt werden, um nach Fröschen oder Mäusen zu suchen. Fast zutraulich schauen sie zu uns hinüber.

Lass uns Kanu fahren auf der Kolpa!

Nach einer recht kühlen Nacht empfängt uns der Morgen eher grau mit ein paar Regentropfen. Bitte nicht! Mein optimistisches Herz glaubt an gutes Wetter. Auf dem Weg zu Kolpa Adventureshttps://kolpa-adventures.com/en/l reißt der Himmel tatsächlich auf. Sehr freundlich werden wir wir empfangen und eingewiesen. Die 8km-Tour gefällt uns beiden gut. Die Anlegestelle sollen wir uns hier gut merken! Nachdem wir die Tonne und das Equipment gepackt haben, werden wir zur Einstiegsstelle gefahren.

Los geht’s …

Rolf hinten, ich vorne. Wir grooven uns erst einmal ein. Die Sonne ist mit uns, die Stimmung gut, das Wasser klar und gemächlich. Meine euphorische Stimmung nimmt mich ganz gefangen, als wir an der ersten kleinen Stromschnelle auf den Felsen stecken bleiben. Kein vor, kein zurück. Wir ruckeln, stoßen uns mit den Paddeln ab, nichts bewegt sich, weiter ruckeln bis sich das Boot langsam löst. Ich schwitze ja jetzt schon!

Gemächlich paddeln wir durch diese märchenhafte Flusslandschaft. Vor uns spiegeln sich die umliegenden Berge im Wasser. Stille umgibt uns, wir sind alleine hier auf dem Fluss (und das sollte die ganze Tour auch so bleiben), nur das Plätschern der Paddel, die Vögel im Hintergrund, Stille.

Aber dann … Dass nahende Rauschen lässt uns wieder aufmerksam werden. Wo ist bloß die beste Stelle, um dadurch zu kommen? Wirklich schwer einsehbar. Ich recke mich nach oben, sehe jedoch nur Felsen, die aus dem Wasser ragen. „Mehr nach links“, rufe ich, doch dann treibt uns die Strömung schon wieder genau auf die Felsbrocken zu. Und wieder stecken wir fest. Rolf steigt aus und versucht mit allen Kräften, das Boot zu bewegen. Einige Zeit später erwartet uns die Stromschnelle mit eine Art Stufe. Das war’s jetzt. Jetzt kippen wir um! Doch nein, dieses Boot gleitet und kippt seitlich, fängt sich wieder und rutscht über die Steine. Wasser spritzt viel ins Boot. Ich bin nun endgültig nass. Wow, was für ein Adrenalinausstoß!  

Ich schwitze vor Anstrengung und Aufregung. Wir werden immer besser. Meine Arme paddeln und paddeln unermüdlich. Rolf lenkt uns immer sicherer durch die Felsen. Die nächsten Stromschnellen nehmen wir mit mehr Schwung. Das flutscht gut. Armer Rolf! Schon wieder muss er aussteigen, gegen die Strömung stehend versucht er das Boot anzuheben.

Pause auf einer Sandbank. Endlich komme ich mal zum Trinken. Nur ein Knäckebrot für mich, das muss reichen. Wir machen Fotos von dieser wunderbaren Idylle hier, immer noch alleine hier auf dem Fluss. Das letzte Stück beschert uns noch einige Stromschnellen, die wir mit Bravour meistern. Unsere Taktik geht auf: langsam heranpirschen, nach Felsen und Lücken Ausschau halten, entscheiden und mit Volldampf voraus durch die Lücke. Doch hängen bleiben wir dennoch. Natürlich steigt Rolf nochmal aus und zieht das Boot vom Felsen. An der Anlegestelle falle ich beim Aussteigen prompt ins Wasser! Ein Bild zum Schieflachen!

Überaus happy freue ich mich bei einem Bier über diese fantastische Tour!

Happy, Happy!

 Kolpa Adventures, Gorenji Radenci 30, 8342 Stari trg/Kolpi

 Fortsetzung folgt …

 

 

 

 

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