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Roadtrip Sizilien 2023 – Teil 2

Cantina Baronia della Pietra

Das kleine Weingut ist ein Traum. Zufällig kommt heute ein Pärchen aus Berlin, das sich über AirBnB zur Weinprobe mit kulinarischem Begleitprogramm angemeldet hat. Während wir in den Obstgärten und Weinbergen Salvatores Erklärungen zu Mispeln, Aprikosen, Mini-Birnen, Lorbeer, Weintrauben und uns unbekannten Früchten lauschen und probieren …

bereiten Salvatores Freunde, Matteo (hat Jahrzehnte ein Restaurant in Saarbrücken betrieben) und Gianni eine köstliche Antipasti-Palette für alle vor.

Sie zaubern feine Köstlichkeiten wie Bruschetta mit Tomaten-Paté oder Ricotta-Orangen, Arancini, Auberginen, Ricotta mit Honig und Pistazien, Melone und Käse. Dazu gibt es Weiß- und Rotwein, Geschichten werden erzählt, unzählige Fotos geschossen und das „dolce vita“ mit Leben gefüllt. Wie aus dem Bilderbuch!

Den geselligen Abend verbringen wir unerwartet mit zwei Mädels aus Freiburg mit rotem Bulli, die von Salvatore genauso herzlich empfangen werden, wie ein weiteres Paar mit Camper. Wir können es kaum glauben, was wir hier erleben dürfen, fühlen uns wie langjährige Freunde und sind überwältigt von der Gastfreundschaft. Was für ein unvergesslicher Tag auf dieser Reise!

Der Wein fließt munter weiter bis wir ins Bulli-Bett fallen.

Am nächsten Morgen kaufen wir noch – leider nur zwei – Flaschen des zu guten „Grillo“. Das werden wir noch bereuen. Mea Culpa!

Dass wir auch noch kostenlos übernachten durften, haut uns einfach vom Hocker. Der Abschied fällt schwer.

Mille grazie, Salvatore e Giuseppe! Torniamo ancora una volta …

Rolf überlegt, ob er zur Olivenernte schon zurückkehrt.

Agricampeggio „CAPO SCALAMBRI“ – Punta Secca

Die Straße in Richtung Südosten wird auf andere Art abenteuerlich. Neben den tiefen Schlaglöchern tauchen mit Unkraut bewachsene Dellen auf, als ob ein massiver Regen die Straße zum Abrutschen gebracht hätte. Es wird enger und wilder bis schließlich nichts mehr geht. Die Schilder sollten wir besser lesen. Rolf meistert alle Extreme, meine Hände werden wieder feucht.

Weiter fahren wir bis zur Azienda Agrituristica Agricampeggio „CAPO SCALAMBRI“ bei Punta Secca. Der Campingplatz wirkt etwas heruntergekommen, der Duschkopf fällt auch runter, dafür kommt endlich genügend Wasser an.

Doch dafür kommen hier fliegende Händler mit Brot, Obst, Gemüse und Fisch vorbei. Tomaten und weiße Zwiebeln, Zitrone und Pfirsiche und eine Aubergine, alle zusammen landen auf der Waage … 4 Euro! Unglaublich für so viel!

Die beiden Mädels, Sabrina und Kathrin, tauchen auch noch auf und wir verbringen einen lustigen Abend mit köstlichem Wein. Weil Sabrina Kathrins Vorderrad mit dem Bulli etwas demoliert hat, können die Beiden nicht mehr zusammen fahren. Spontan bieten wir Ihnen mein Rad an, da wir uns heute Ragusa Ibla anschauen möchten. Die Freude ist groß!

Bullis unter sich

In Ragusa Ibla, der Altstadt, schlendern wir durch enge Gassen in kleine Keramikläden, vorbei an Designer-Mode-Shops, Restaurants und Trattorien, Eiscafés und Geschäfte, in denen die ortstypischen Produkte zum Verkauf stehen. Auf dem prachtvollen Domplatz bewundern wir die üppige Barockpracht, spätbarocken Paläste mit den stark verzierten Balkonen. Auch den Drehort des Sizilienkrimis Commissario Montalbano kann man sich hier genauer anschauen.

Von Punta Secca nach San Lorenzo

Heute fahre ich mal die rumpeligen, engen Straßen nach Scicli, die entspannteste der barocken Städte im Val de Noto und auch seit 2002 zur UNESCO Welterbe Stadt ernannt. Scicli zieht uns sofort in den Bann. Auch hier begegnen uns wieder berühmte Drehorte der Fernsehserie Kommissar Montalbano. Unsere staunenden Augen wandern von rechts nach links. Zwischen all diesen Palästen, barocken Kirchen und alten Gassen blüht der Oleander und die lebendige Atmosphäre der historischen Stadt fängt uns ein. Ein etwas zu trockenes Focaccia mit einem guten Cappuccino und unfreundlichen Kellnerinnen können unserer guten Stimmung nichts anhaben.

Am Nachmittag erreichen wir Agrimaccari, ein traumhaft schönes Agricampeggio mit geschmackvoll gestalteten Poolbereich und Duschen. Einfach herrlich! Erst einmal zur Abkühlung in den Pool. Mit der Chefin, Panuccia, vereinbaren wir den Kochkurs für morgen. Unseren Nachbarn, Jan und Melanie, die gerade ins Sabbatical gestartet sind, lassen sich von uns mitreißen. Als die Hitze nachlässt, radeln wir die 7 km über Pachino nach Marzamemi. Was für ein traumhaftes altes Fischerdorf. Am Hafen mit den bunten Booten vorbei an traumhaft gelegenen Restaurants am Meer. Überall gibt es in den ehemaligen Lagerräumen Feinkostläden mit allerlei Produkten aus Thunfisch. Niedrige Häuser aus Sandstein wirken vor der untergehenden Sonne und dem Blau den Ionischen Meeres zauberhaft und romantisch. Auf der Piazza Magherita beobachten wir bei warmen Sonnenlicht und einem „Messina“ das Treiben der High Society.

Kochkurs mit Panucchia „Sizilianische Küche“

Auf unseren Reisen haben wir immer wieder gerne Kochkurse wie in Vietnam und in Indien besucht. Einige überteuerte Angebote reizen uns hier nicht. Doch ich finde schließlich genau das, was wir suchen, ein Agricampeggio mit Kochkurs für nur 35 Euro pro Person.

In Panucchias Küche stehen wir Vier und wissen noch gar nicht so genau, wie und was nun passiert. Und schon beginnt Panucchia auch schon mit der Caponata. Ich versuche ihren italienischen Erläuterungen zu folgen, frage zwischendurch bei Rolf nach. Sie lässt uns die hauseigenen Köstlichkeiten probieren: Oliven, Feigen, Kapern, Likör.

Zuerst knetet sie den Teig für die Cannoli, indem sie ähnlich wie Mürbeteig Eier, Zucker, Marsala und Fett nach und nach zu einem geschmeidigen Teig verarbeitet und kalt stellt.

Als nächstes quetscht sie die Oliven und beginnt die Aubergine zu schälen, schneidet sie in Stücke. Wie könnten wir bloß mitmachen, frage ich mich. Wenn wir auch Messer und Brett hätten, könnten wir doch alle Auberginen, Zwiebeln, Basilikum und Staudensellerie schneiden. Gedacht-getan … ich hole schnell die Messer und Bretter, so dass wir Vier fortan alles mitschnibbeln. Abwechselnd wenden wir die Auberginen in ihrem Öl, rühren in einer zweiten Pfanne die anderen Zutaten. Ihr selbst gemachtes Tomatenmark ist der Hit! Reichlich Zucker, Essig und Basilikum fügt sie auch noch hinzu.

Während die Caponata auskühlen kann, bereiten wir die Teigplatten für die Cannoli vor. Panucchina stellt eine Dose mit Bambusstangen hin. Wir rätseln noch, was es wohl damit auf sich hat. Die ausgerädelten Quadrate bepinseln wir mit Ei und rollen sie locker um die Bambusstange herum, legen die beiden Ecken übereinander. Ob die Bambusstangen mit in das heiße Fett kommen, fragen wir uns. Und tatsächlich, die Teigrollen kommen portioniert ins Öl und werden schwimmend ausgebacken. Allzu braun sollten sie nicht werden. Die Bambusstangen entfernen wir und die Teigrollen können erkalten.

Nun ist auch die Caponata soweit, dass wir sie essen können. Doch werden wir wohl gemeinsam essen? Soll ich schon mal einen Tisch decken? Nur welchen und wo? Prompt kommt Puccinas Lösung: Die Caponata könne wir schon mal zu unserem Platz mitnehmen und essen. In einer Stunde würden wir die Füllung aus Ricotta, Zimt und Zucker herstellen und in die Teigrollen füllen. Okay, bei Jan und Melanie decken wir den Tisch, holen unsere Helinox und freuen uns über unsere erste selbstgemachte Caponate mit Brot und Wein.

Mit einer Spritztülle füllt Panucchina die Teigrollen und wir sind im Cannoli-Himmel.

Graveltour Agrimaccari 

Dem Schattenplatz immer hinterher, damit wir unsere morgendlichen Kaffee-Phase genießen können. Für heute habe ich mit Komoot eine ca. 44km langen Rundkurs mit 240 hm geplant. Nach dem Frühstück bereiten wir uns vor, verabschieden uns von Melanie und Jan und los geht es. Die Sonne brennt schon ordentlich. Ein kleines Stück über die Straße, dann rechts ins Offroad-Abenteuer.

Während Rolf mit seinem Mountainbike leicht und flüssig fährt, kämpfe ich mich durch das Geröll. Dann schiebe ich. Doch bald wird es besser. Treibhäuser, Plastikplanen säumen die schmalen Straßen mit wenig Verkehr, bergauf, bergab geht in Richtung Meer. Eine Pause wäre langsam ganz schön, denke ich. Doch hier ist aber auch gar nichts. Der kühle Wind nimmt an Stärke zu, das Meer kommt immer näher. Die Wellen brechen tosend ans steinige Ufer. Foto-Stopp mit Rad … wie immer. Müll, Gefriertruhen, Fernseher usw. liegen hier auch. Das stört hier wohl niemanden. Haben sich die Sizilianer so sehr daran gewöhnt, dass sie es nicht mehr wahrnehmen?

Plötzlich schlägt Rolf vor, rechts zum Meer hin abzubiegen. Er hat den richtigen Riecher … Ob da wirklich eine Bar kommt? Und tatsächlich, sogar eine sehr geschmackvoll gestaltete Bar, wo wir uns mit einem Panini stärken. Es geht weiter am Meer entlang, die Sonne brennt immer noch stark. Das letzte Stück bis Marzamemi zieht sich dann doch über die Hauptstraße. Endlich in Marzamemi, wo wir uns das wohl verdiente Eis gönnen.

Teil 3 in Kürze …

 

 

Roadtrip Sizilien 2023 – Teil 1

Während wir in den 80ern mit dem Bulli bzw. Camper reisten, nennt sich der Trend heute Roadtrip. Egal, Hauptsache Camping mit „Frieda“ nach Sizilien. Es ist unsere letzte Tour mit Frieda, bevor sie den Besitzer wechselt und wir uns auf den Nachfolger – Max genannt – einlassen. Doch was zieht uns eigentlich nach Sizilien? Neben antiken Städten, beeindruckender Natur und dem Dolce Vita sind es die kulinarischen Köstlichkeiten mit Pistazien- und Mandelpesto, Busiate, Canoli, Aranci, Fisch, Muscheln und so viel mehr.

Autoverladung Lötschberg

Unsere Route führt uns über den Thuner See in der Schweiz mit beeindruckender Aussicht auf das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau, per Autoverladung durch den Lötschbergtunnel über den Simplonpass nach Domodossala in Italien. Herrliches Panorama und abenteuerliche Eisenbahnfahrt mit Frieda durch den Tunnel. Vom Lago Maggiore nach Genua legen wir einen Zwischenstopp in Mergozzo ein, wo wir auf unserer Radreise 2021 Station gemacht haben.

Im Piemont durch riesige Reisfelder stärken wir uns im Ristorant Il Cacciatore mit örtlichem Risotto mit Steinpilzen, ein Mezzo Vino Bianco und zum Abschluss Caffè … köstlich. Jetzt noch die paar Kilometer zur Nachtfähre in Genua, etwas Zeit tot schlagen in dieser chaotischen Stadt, dann sind wir morgen Abend in Palermo.

Obwohl wir Stunden vorher auf einem Parkplatz in Genua sind, wird die Anreise zum Fährhafen chaotisch. Es ist 18:30 Uhr, um 19:30 Uhr beginnt der Check-In. Selbst mit zwei Navis ist es eine Herausforderung, die Strecke zum Hafen zu finden, zudem sind die Straßen so verstopft, dass ein Weiterkommen kaum noch möglich ist. Zur Rettung trägt die Politesse bei, die uns den Weg weist. Haben schon viele Anfahrten zur Fähre erlebt – so etwas noch nicht.

Der Rest läuft rund, GNV macht eine guten Job und rucki-zucki beziehen wir unsere Kabine. Ein Labyrinth an Gängen und Etagen mit 537 Kabinen, über 200m lang, 9 Decks mit Bars, Restaurants, Shopping Center und Sonnendeck. Teures Bier, doch dafür mit Dusche und WC …welch ein Luxus, den wir noch nie hatten.

Nach 20,5 Stunden rollen wir am nächsten Abend von der Fähre nach Palermo hinein. Das Ausladen wird auch zum Abenteuer, da die Fahrzeuge teilweise Front an Front, Container ohne Zugmaschine und man sowohl rückwärts als auch vorwärts auschecken muss. Einem dänischen Gespannfahrer ist die Panik anzusehen. Der Regen verstärkt die Schmuddel-Mafia-Atmosphäre, Müllberge und Dreck ebenso. Auch im Camp-Palermo, ca. 14 km außerhalb, verweisen uns die drei dunklen Gestalten für 20 Euro auf einen Parkplatz. Die spinnen komplett! Und die Ausweise wollen sie gleich bis morgen behalten. No, no … so nicht.

Aber nebenan direkt am Meer notdürftig unter Plastikplanen gegen den Regen geschützt gibt’s dann noch die besten Spaghetti Vongole, die mir (Rolf) untergekommen sind – köstlich. Dazu dieser Ausblick …

Der Blick aus Sicht der „Spaghetti Vongole“

On the road auf Sizilien

Die erste Etappe dauert nur 60 Kilometer bis zum Agricampeggio Scopello.

Wieder hat die Reiseleitung (Eve) einen tollen Job gemacht. Ein Plätzchen, wie wir es lieben. Olivenbäume, Oleander, Bäume deren Namen ich noch nie gehört habe. Dazu Wein, Olivenöl, Pesto aus Mandeln oder Pistazien, Konfitüren in allen Variationen, und das alles aus eigener Produktion. Natürlich decken wir uns damit ein.

Weiter gehts’s …

Die Tempel von Selinunt lassen wir dann doch links liegen, ab ins Landesinnere, grandiose Berge, das Rot der Mohnblumen, Olivenbäume über Olivenbäume an steilen Hängen, Düfte des Oleanders und der Kräuter, nach unzähligen Kehren rauf und runter erreichen wir unser Ziel, das Weingut Baronia della Pietra. Einsam und ruhig hier. Heiß und ohne Schatten stehen wir in freudiger Erwartung vor dem großen verschlossenen Einfahrtstor. Wir klingeln. Niemand da. Hm, also rufen wir an. Palaver im Hintergrund. Wann wollen sie kommen? Jetzt, wir sind doch schon da! Oh, die Überraschung bzw. der Überfall ist gelungen.

Die erste Nacht auf‘m Weingut …

Unser Nachmittag mit Giuseppe und Salvatore nimmt seinen nicht Enden wollenden Lauf mit Wein, Mandeln, fünf Katzenbabies und Pallaver über das Weingut, die Qualität des Weins, die Oliven usw. Während Rolfs Sprachkenntnisse herausgefordert und trainiert werden, versuche ich anfangs noch zu folgen, doch irgendwann kann ich nicht mehr. Giuseppe versucht immer wieder mit seine wenigen und undeutlichen (sein Gebiss geht seine eigenen Wege) deutschen Einlagen zu erklären, doch Salvatore behält die Oberhand.

Nach einigen Stunden sehe ich Rolfs Hirn rauchen. Wie bekomme ich hier einen runden Abschluss hin? „Komm, lass uns mal unsere Sachen aufbauen?“, flüstere ich Rolf zu. „Wieso aufbauen?“ Den Wink hat er nicht verstanden. Es folgt die Abschlussrunde, wie wie das Tor verschließen und Dies & Das. Dann sind wir allein … Wir haben das ganze Weingut für uns alleine – welch ein Vertrauen in uns. In der Dämmerung kehrt Ruhe ein. Wir essen Ricotta mit Oliven und Brot und ein letztes Glas des köstlichen Grillos.

Gute Nacht …

… Und ewig ruft die Insel!

Eigentlich brauche ich keinen Anstoß, um der Insel Elba einen Besuch abzustatten. Aber Eve und ich haben den August in Skandinavien verbracht. Kaum zurück, ging es mit Freunden eine Woche in den Vorarlberg zum Radeln und kaum zuhause sollte ich mich wieder auf den Weg machen?

Aber Christian war hartnäckig. Wir kennen uns seit meiner Zeit als Reiseleiter auf Elba Ende der 80er, Anfang der 90er, in denen er jedes Jahr (auch mehrfach) als Gast meines damaligen Arbeitgebers, dem Reiseveranstalter „S&L Aktiv-Reisen“ zugegen war.

Wir hatten uns danach zwar aus den Augen verloren, aber Dank der sozialen Medien und auch meiner Artikel auf der mittlerweile doch sehr veralteten Webseite (Ich hatte mir um die Jahrtausendwende die Domain bungarten.de gesichert, ohne zu wissen, was ich damit anfangen sollte. Also habe ich angefangen, über meine Zeit auf Elba zu schreiben. Und das Ganze noch im guten alten HTML. Es gibt diese Seite im alten Design immer noch. Nachzulesen hier …

immer wieder reist er nach Elba und die Frage taucht auf: „Sollen wir uns nicht mal wieder auf Elba treffen?“

Das ist der Auslöser …

Von Eve bekomme ich grünes Licht, mich wieder auf Tour zu begeben, „Frieda“, unser Bulli scheint auch keine Einwände zu haben, das Wetter in unseren Breitengraden ist sowieso „usselisch“, zwei Wochen ohne Termine stehen zur Verfügung. Also los …

Auf die Fähre von Piombino nach Portoferraio

Spätestens am Fährhafen in Piombino mit dem Blick auf die Insel bekomme ich leichtes Herzklabastern und wenn ich dann in Portoferraio von der Fähre fahre und an der nächste Ecke einen kurzen Stop bei der Familie Segnini (in meiner Zeit auf Elba ein verlässlicher Partner bei dir Ausleihe von Fahrzeugen) mit herzlicher Umarmung und kleinem Palaver, einlege, hat mich die Insel wieder in ihren Bann gezogen.

Es sind nur noch zehn Kilometer bis zum Campingplatz Rosselba le Palme. Auf dem Weg dahin reiht sich eine Erinnerung an die andere. Es hat sich doch einiges geändert in all den Jahren, aber die Struktur ist die gleiche geblieben, vieles ist mir immer noch vertraut, manches ist neu entstanden. Ich habe immer noch das Gefühl, die kurvige Straße nach Rosselba im gleichen Rhythmus zu nehmen, wie schon hunderte Male zuvor.

Ich biege in die Einfahrt zum Platz und fühle mich sofort wieder zuhause. Das Personal ist zwar neu, die Atmosphäre aber die gleiche und die Wiedersehensfreude mit Christian groß. Erstmal Bulli abstellen, Bierchen rausholen, seine Frau Dagmar und ihren Hund kennenlernen, und viel erzählen …

Vieles ist neu auf der Anlage. Die Plätze, auf denen ich mit Bulli oder Wohnwagen gestanden habe, gibt es nicht mehr. Apartments, Hütten und Safarizelte – Glamping also – prägen jetzt das Bild. Mir gefällt’s nicht, aber das ist ein anderes Thema. Vertraut ist es mir hier trotzdem – ich fühle mich sauwohl.

Alles eingerichtet!

Mein Rädchen ist natürlich mit auf Tour. So schmeiße ich Komoot an und plane eine kleine Tour hier im Osten der Insel. Klein, weil es ein bergiges Eiland ist. Da mein Gravelbike am Start ist, baue ich ein paar Trails ein, was ich besser nicht gemacht hätte (wie sich später herausstellt) – das Rädchen wollte getragen werden. Auch da wurden Erinnerungen wach, da Eve und ich die Strecke in Teilen schon 2008, als wir mit den Rädern und Zelt hier unterwegs waren, in Angriff genommen hatten. Damals ging’s irgendwie leichter …

Um nochmal auf die Überschrift dieser Zeilen zu kommen. Ich erlebe hier Flashbacks am laufenden Band und genieße die Zeit hier, die Wiedersehen mit alten Freunden und auch die Rückkehr – dieses Mal mit Eve – ist fest eingeplant.

Noch ein paar Impressionen …

Und nicht zu vergessen …