Rajasthan, Teil 1

Teil 1 befasst sich mit der Zugfahrt von Varanasi nach Agra mit dem Taj Mahal, Ranthambore, Jaipur und Puskar.

Wie finde ich meinen Platz im indischen Nachtzug?

Ach du indische Eisenbahn, obwohl wir früh am Bahnhof waren, um den Nachtzug von Varanasi nach Agra zu nehmen, ist es uns nicht möglich die Stelle am Gleis zu finden, wo unser Waggon A2 halten wird … ein Inder schickt uns in Richtung Kopfende … der Zug fährt ein … doch der Waggon A2 ist genau am anderen Ende, sagt uns der nächste hilfsbereite Inder … also alles wieder zurück … die Züge sind ja bekanntlich lang … sehr lang … schweißtreibend diese Schlepperei … die Beschriftung an unserem Waggon fehlt, doch ich erkenne ein handschriftliches A2, wir steigen ein, doch es ist A1 … der nächste Waggon soll es sein… wir finden nur einen Platz, da wir nicht wissen, was „SL“ auf unserem Ticket heißt… hilflos stehen wir in dieser Enge … Inder von vorne, Inder von hinten, wir mittendrin mit den Rucksäcken … kein Platz und kein Plan … ich rufe zu Rolf „Ich kann nicht mehr!“… am liebsten möchte ich raus laufen und einen Flug buchen …

Ein freundlicher Inder weiß uns zu helfen. SL heißt Side-Low, d.h. meine Liege befindet sich an der rechten Seite unten, Rolfs in der Vierergruppe oben. Ohne Essen und Trinken im Gepäck sind wir nicht gerade gut gewappnet. Auf meiner Liege machen wir es uns mit den Laken und Kissen gegenübersitzend so bequem wie möglich, während der Zug sich langsam in Bewegung setzt. Jeder Nicht-Inder, der seinen Platz hier findet, sieht geschafft aus. Welch ein Glück, dass tatsächlich Essen bestellt werden kann. Noch zwei Stunden müssen wir ausharren, dann kommt unsere Alu-Schale mit viel flüssigem Curry und Reis. Nicht einfach zu essen. So dämmern wir nach dem Essen mit Ohrenstöpsel und Hörbuch langsam jeder auf seiner Liege dahin. 

Die Farben von Rajasthan

Tja Mahal – das Monument der ewigen Liebe

Mr. Singh, unser Fahrer für die Rajasthan-Tour findet uns am Bahnhof von Agra und lacht lauthals über unsere Nachtzug-Story. Na ja, im Nachhinein ist alles lustiger!Wie wir später feststellen, lacht er eigentlich immer, egal was wir erzählen. Kamelkutschen und Männer mit großen Turbanen und buschigen Schnurrbärten sind die ersten Zeugen, dass wir nun das Eingangstor zu Rajasthan betreten. Rikschas, Mopeds, Fahrräder, Busse, Handkarren, Kamele, Kühe, Hunde und natürlich Fußgänger teilen sich den wenigen Platz auf der Straße.  Regeln bestehen wohl, werden aber nicht beachtet. Jede noch so kleine Lücke wird gefüllt. Agra, die Stadt, die mit dem Denkmal der ewigen Liebe immerhin zu Weltruhm gekommen ist, kann uns mit seinem Chaos, den Abgasen, dem Dauergehupe und dem Abfall erst einmal nicht überzeugen. Wir umfahren die Altstadt bis zu unserem Homestay The Coral House. Die freundliche und geschäftstüchtige Inderin empfängt uns herzlich, das Zimmer ist top und wir happy.

Taj Mahal

Zwei Stunden später machen wir uns auf zum wohl schönsten muslimischen Bauwerk, welches der Großmogul Shah Jahan 1731 für seine große Liebe Mumtaz Mahal, die bei der Geburt ihres 14. Kindes starb, als Mausoleum erbauen ließ. Nach der Passage der Sicherheitsvorkehrungen, d.h. keine spitzen Gegenstände, Feuerzeuge usw. und dem Bezahlen des Touristenpreises (immer um ein Vielfaches höher als für Einheimische) betreten wir bepackt mit Überschuhen für das Betreten des weißen Marmors das Gelände. Wenige Menschen bewegen sich in Richtung des großen Tores. Ich bin im Gegensatz zu Rolf schon nervös, denn gleich werde ich das wohl größte Denkmal ewiger Liebe sehen. Wie romantisch! Wie aufregend! Rolf wirkt entspannt wie ein Yogi. Dann sehe ich es, geradeaus geht mein Blick durch dieses Tor. Wahnsinn, so weiß, ganz in Marmor, so symmetrisch und ästhetisch. Wie es sich emporhebt, wie eine weiße Lotusblüte entfaltet es seine Schönheit aus den schlammigen Gewässern von Agra. Das Symbol für Reinheit des Herzens und Treue.

Die Gartenanlage mit ihren Bänken, Blumen und Springbrunnen wirkt außerordentlich gepflegt, denn draußen vor den Toren herrscht indisches Chaos. Wir knipsen was das Zeug hält. Als Symbol der Liebe zieht das Taj Mahal unzählige indische Liebespaare an. Viele Frauen tragen auffallend schöne Saris, um sich hier einem Fotoshooting hinzugeben. Die besten Fotospots sind dauerbelegt. Zum Sonnenuntergang versuchen wir das Taj Mahl von der gegenüber liegenden Flussseite im warmen Abendlicht zu erhaschen. Die Farbe des Marmors verändert sich in jeder Minute. Auf dieser Seite des Flusses wollte Shah Jahan der Symmetrie wegen noch sein eigenes Mausoleum – eine schwarze Version des Taj Mahal – bauen. Wir sehen nur die Grundmauern. Zu mehr ist er wohl nicht mehr gekommen. Jetzt liegt er neben seiner Frau in der Grabkammer. 

Das gemeinschaftliche Abendessen in unserem Homestay führt uns noch tiefer in die nordindische Küche ein. Vor allem vegetarische Leckereien bestimmen ab nun unseren Speiseplan. Paneer (indischer Frischkäse) Palak (Spinat) oder Paneer Butter Masala und Aloo Gobi (Blumenkohl-Curry) sind meine Favoriten, während Rolf auch auf Tandoori  Chicken Appetit hat. Butter Naan und Garlic Naan mit Raita werden unsere ständigen Begleiter. Das Kingfisher Bier, das nie auf der Karte steht und immer heimlich besorgt und verdeckt dargereicht wird, kommt mit Pappadams daher, sehr pfeffrig gewürztes knackiges Brot.

Ranthambore – ohne Tiger im Tigerreservat

Das Auffinden unserer Unterkunft gleicht einer Schnitzeljagd. Da sie unter dem gebuchten Namen weder auf Google Maps erscheint noch den Einheimischen bekannt erscheint, drehen wir mehrmals um, wenden, fahren in Sackgassen, fragen und fragen, doch ernten wir nur Schulterzucken. Schließlich entdecken wir ein kleines Hinweisschild, größtenteils verdeckt, an der Fassade selbst steht etwas anderes. Genervt frage ich an der Rezeption nach – wir sind richtig. Der Besitzer hat gewechselt – Aha … Auch so ein merkwürdiges Hotel mit einem Rooftop, das den Namen nicht verdient.

Am frühen Morgen wollen wir den Bengalischen Tiger sehen. Dafür sind wir schließlich hier. Mein dritter Versuch in Indien. Dass es nicht leicht würde, ist uns schon klar. Doch die Versprechen in Reiseführer und Internet sind groß, versprechen sie doch eine nahezu hundertprozentige Sichtung. Das beliebteste Tigerreservat Indiens war einst das Jagdrevier des Maharadschas.

In dem Jeep weht uns und den anderen indischen Gästen der kalte Wind vor Sonnenaufgang um die Nase. Über staubige, mit Felsbrocken und Schlaglöchern übersäte Pisten durchstöbern wir den trockenen Wald, die Graslandschaften und weite Ebenen vorbei an einem See, an dem wir einen Adler auf der Jagd nach Seeschlangen sehen. Immer noch gespannt auf den Tiger, der unserer Meinung nach gleich an der nächsten Kurve vor uns steht, können wir uns für seine Beute nur bedingt begeistern.

Axishirsche, Sambahirsche grasen, Wildschweine wühlen und wilde Pfauen durchstreifen die Savanne. Zwei Hirsche bieten sich eine Balzkampf mit ihren prächtigen Geweihen. Der Tisch ist reichlich gedeckt! Doch wo steckt er bloß? Unser Ranger lauscht auf die Warnsignale der Hirsche, die den herannahenden Tiger ankündigen. Doch nichts zu hören. Wer so friedlich grast, braucht wohl nichts zu befürchten. Obwohl sich die Fahrer hier auf der Route Nr. 4 stetig austauschen, zeigt sich der Tiger nicht. Nach ca. zwei Stunden rutscht unsere Laune in den Keller, zumal mein Rücken bei diesem Geruckele noch schmerzt.

Balu, der Bär

Auf dem Rückweg sonnt sich ein dickes Sumpfkrokodil am Seeufer. Na immerhin! Plötzlich stoppt der Jeep, der Ranger ruft „A bear!“ Tatsächlich sichten wir den ansonsten nachtaktiven schwarzen Lippenbär mit der Schnauze immer am Boden auf der Suche nach Termiten. Rudyard Kipling gab ihm in seinem Dschungelbuch den Namen Balu, der Bär. Wir erkennen sein dichtes zotteliges Fell und warten, dass er den Kopf mal für ein Foto hebt. Ständig ist etwas dazwischen. Natürlich freuen wir uns Balu mal persönlich gesehen zu haben, doch der Tiger fehlt. Am Ausgang erfahren wir, dass auch auf den Routen 1-4 heute keine Tiger zu sichten waren. 

Jaipur – kein romantisches Märchen in rosarot

Galta Ji Tempel (Affentempel) 

Auf dem Weg nach Jaipur liegt der Galta Ji, ein Tempel in der Hand von 5000 Affen. Leider vermittelt unser Fahrer uns einen Guide, den wir gar nicht wollen. Dieser Guide drängt uns zum Kauf von Erdnüssen, die er dann mit kleine Kunststückeinlagen an die Affen verfüttert. Im Nu hat Rolf den ein oder anderen Affen auf seiner Schulter oder auf seinem Kopf sitzen. Total bescheuert … so etwas machen wir nie mehr! An den Wänden und Fenstern, aus Luken und Löchern klettern Affen herum. Und wieder gibt es heiliges Wasser, das aus dem Berg kommend ein Becken speist. Und wieder werden Inder mit Bussen hierin gebracht, damit sie sich mit dem heiligen Wasser waschen können. Insgesamt wirkt der Tempel verwahrlost. Für uns des Besuchs nicht wert.

Galta Ji Tempel (Affentempel)

Am späten Nachmittag erreichen wir auf Umwegen die Hauptstadt Rajasthans. Die 3,5 Millionen-Stadt empfängt wie alle anderen indischen Großstädte. Hupen, Hupen, Hupen … verstopfte Straßen mit Kühen und Kamelen entlang der rosaroten Fassaden der Altstadt. Einst wurde die Stadt zu Ehren von Prinz Albert rosarot gestrichen. Daher der Name Pink City. Unser Hotel das Krishna Palace war bestimmt mal schön. Wie ein Haveli mit orientalischen Elementen, viel Marmor, doch alles verranzt und schmuddelig. Aus den Wänden schauen Kabel, die Säulen am Eingang werden gestrichen. Das Bad ist schmutzig, die Dusche hat zu wenig Wasser … schon wieder! Wir hoffen auf eine schöne Dachterrasse, doch auch sie gleicht mit ihrem Gerüst mehr einer Baustelle. 

Manchmal kann ich nicht mehr … Heute Abend habe ich großes Heimweh!

Aber Rolf und der nächste Tag lassen die Welt am nächsten Tag dann aber auch wieder besser aussehen …

Amber Fort

Unser Mr. Singh bringt uns am nächsten Morgen in die elf Kilometer entfernte Palastanlage von Amber (1552), die hoch oben auf einem steilen Berghang zu eines der schönstens Forts in Rajasthan zählt. Schon beim Hinaufgehen ist der Anblick grandios. Selbstverständlich werden wir nicht auf einem Elefanten hoch reiten, wie es viele Touristen trotz einschlägiger Warnungen bezüglich nicht artgerechter Haltung tun. Schlangenbeschwörer mit Kobras, selbsternannte Guides, Verkäufer aller Art, Musiker und andere Scharlatane versuchen ihr Glück, Touristen über den Tisch zu ziehen. Einmal „No“ reicht meistens nicht. Dann folgt Stufe zwei mit energischer Stimme „No means No“, und wir gehen weiter. Durch ein wunderschönes Ganesha Tor betreten wir den großen Innenhof des Forts und lassen uns treiben, während wir die aufdringlichen Händler abwimmeln. 

Amber Fort
Jal Mahan, der Wasserpalast

Nach einem würzigen Chai fahren wir für eine kurzen Fotostopp zum Wasserpalast „Jal Mahan“, der inmitten des Man Sagar Lakes liegt. Durch eines der terrakottafarbenen Tore gelangen wir in die Altstadt. Von dort ziehen wir alleine los in die quirligen Bazare. Häuser mit orientalischer Architektur mit ihren bogenförmigen Eingängen, ihren kleinen Fenstern und Kuppeldächern zwischen den Shops, die bunte Stoffe, Schmuck, Autoreifen, Obst und Gemüse, Teppiche, Götterfiguren, Pashmina Schals und knallbunte Saris verkaufen. Die Pakhoras am Straßenstand schmecken köstlich.

Hawa Mahal (Palast der Winde)

Dieses außergewöhnliche Bauwerk gilt als eine der Hauptsehenswürdigkeiten Indiens. Der rosarote Palast (1799) besteht nur aus einer Fassade mit 935 kunstvoll gestalteten kleinen Erkern und Fenstern für die Haremsdamen, die – ohne gesehen zu werden – die pompösen Umzüge verfolgen konnten. Durch die vielen Fenster geht immer ein kühles Windchen, woher sich der Name ableitet. 

Im kleinen Wind View Café gegenüber des Hawa Mahal genießen wir bei einem Lassi die Aussicht auf den Palast. Auf der Suche nach einem Restaurant wird mit Jaipur zu anstrengend. Dieser Lärm, das ständige Ausweichen vor Kuhfladen, Urin, Autos, Kühen, Tuktuks, der penetrante Gestank, der Smog … dann verliere ich in dem Gewühle auch noch Rolf, der immer noch zu Späßen aufgelegt ist. Ich will nur noch zurück in unser komisches Hotel. 

Pushkar

Nach dem stressigen Einstieg in Varanasi ist Pushkar Erholung. Für indische Verhältnisse ist es hier ruhig. Zwar nervt das Dauergehupe der Mopeds und Tuktuks in den engen Gassen, doch im Vergleich zu Jaipur und Varanasi ist hier noch Platz für unsere Beine. Wer Kleidung, Bücher, Teppiche und vor allem Schmuck shoppen möchte, ist hier genau richtig. In Lauras Rooftop Restaurant finden wir ein lauschiges Plätzchen mit Rundumblick auf den See, der von 52 Ghats umsäumt wird. Wie in Varanasi ist auch hier das Wasser des Sees heilig. Entstanden ist der See der Legende nach dadurch, dass der indische Schöpfergott, Brahma, auf einem Schwan fliegend drei Lotusblätter (Pushpa), die er in seine Händen (kar) hielt, fallen gelassen hat. An diesen drei Stellen entstanden Quellen, die den See bilden und so kam die Stadt zu ihrem Namen.

Bei der Umrundung des Sees müssen wir wie bei allen religiösen Stätten die Schuhe ausziehen. Auf heißen Steinen weiche ich den Kuhfladen und anderen Kackhäufchen aus. Am Ghandi Ghat waschen sich die Inder von ihren Sünden rein. Hier wurde einst  Ghandis Asche in den See gestreut. Auf dem Rückweg zu unserem Green Park Hotel streifen wir durch die schmalen Gassen, vorbei an Kühen und vielen Aussteigern, für die Pushkar wie Varanasi ein spiritueller Treffpunkt ist. 

Als der Kaffee am nächsten Morgen eklig schmeckt und die Toilettenspülung nicht funktioniert, ist meine Geduld am Ende. Wir ziehen um. Das halte ich hier nicht noch zwei Nächte aus! Im Netz sehen sie immer so anders aus! Rolf staunt nicht schlecht über meine Entschlossenheit. Auf der gegenüberliegenden Seite finde ich im Sajjan Bagh Resort ein gepflegtes und schön gestaltetes Resort, mit Garten, Pool und gemütlichen Zimmern für 2000 IR (24€). An unserer Rezeption verdeutliche ich, dass wir nur eine Nacht statt drei bezahlen. Der Manager lässt sich nach etwas Blabla drauf ein, wir packen und ziehen um. Manchmal muss man einfach rigoros sein und ein klares NEIN sagen.

Hier im Garten finden wir Muße zum Schreiben. Im Hard-Rock Café und im Om Shiva Garden Restaurant gibt es vom köstlichen Lassi bis zum kalten Bier, alles, was unser Herz begehrt. Das Cashewnut Curry schmeckt uns besonders gut. Wenn ich nur etwas Platz in meinem Rucksack hätte! Denn in Pushkar gibt’s Silberschmuck, Ledertaschen, Hippie-Kleidung, Tücher, Klangschalen, Götterfiguren und Deko für die Wohnung. Kinder und Frauen laufen uns hinterher, betteln uns an, sagen, dass sie in der Wüste leben, im Zelt, dass es hart sei, dort zu überleben. Sie bedrängen mich so sehr, halten mich am Arm oder reden auf mich ein, dass ich abgeneigt bin, etwas Geld zu geben. Von unserem Fahrer erfahren wir, dass manche Bettler lieber betteln als arbeiten. Von den Geschäften bekämen sie ausreichend zu essen, den Rest des Tages können Sie chillen. Arbeiten wollten sie gar nicht. Betteln wird in Indien scheinbar anders bewertet als bei uns. Nicht als Makel oder Abwertung. 

Hochzeiten sind auch in Indien ein Mega-Event. Besonders nachts trauen wir unseren Ohren nicht, welch laute Musik aus riesigen Boxen die gesamte Umgebung beschallt. Feuerwerk und Trommeln zusätzlich. Ich brauche unbedingt mehr Ohrenstöpsel. Indien ist und bleibt laut. 

Zum Savitri Tempel gibt es sogar eine indische Seilbahn, der ich nicht wirklich vertraue. Angesichts der fast 1000 Stufen nehmen wir die Bahn, die gemächlich nach oben zuckelt. Der starke Wind bringt die Kabine zum Schaukeln und mich zum Schwitzen. Die Bahn bleibt stehen. Ich mag diese Art Abenteuer nicht! … Tod durch abgestürzte indische Seilbahn! Nein, bitte nicht! Rolf bleibt cool. Oben haben wir eine fantastische Aussicht auf Pushkar, den See, die umliegende Bergkette und den Beginn der Wüste. 

Rajasthan,Teil 2, wird sich mit der Wüstenstadt Jaisalmer, den Tücken eines Kamel-Ausritts, Jodhpur und der letzten Station Udaipur inkl. Indischem Kochkurs beschäftigen …

Varanasi – Begegnung mit einer anderen Welt

Meine Idee, Rolf den Einstieg in Indien in der spirituellsten und heiligsten Stadt des Hinduismus so sanft wie möglich zu machen, verläuft doch anders als gedacht. Rolf hatte im Vorfeld gehörigen Respekt vor Indien. Vielleicht auch eine Mischung aus Angst und Neugier. Indien mit Varanasi zu beginnen ist die Feuertaufe. Wer das übersteht, den kann nichts mehr schocken. Horror oder Highlight. Wir werden sehen. Ich weiß noch nicht, wie er auf den Anblick brennender Leichen in aller Öffentlichkeit reagiert. 

Als Einstieg eine abendliche Bootsfahrt auf dem Ganges

Unser Fahrer entschuldig sich kurz für seine Verspätung am Flughafen mit „Crazy traffic in Varanasi“. Wir glauben es ihm sofort, als wir eintauchen in dieses Gewirr aus Rikschafahrern, LKWs,  Tuktuks, Kühen und weiteren Gefährten. Auf seiner Betelnuss kauend ist die Aussprache unserer Fahrers ungefähr so, wie wenn wir mit dem Wattebausch vom Zahnarzt im Mund versuchen zu sprechen. Am Straßenrand reihen sich Behausungen aus Planen aneinander. Dazwischen laufen schmutzige Kinder, Kühe, Schweine und Ziegen. Unfassbar wie und wo Menschen leben können. Wir wissen gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollen. Das Gehupe dröhnt unentwegt. Klugerweise hat das Hotel East View einen Bootsservice organisiert, so dass wir das letzte Stück durch das Altstadt-Labyrinth auf dem Ganges mit ein paar Franzosen, die bereits etwas ängstlich dreinschauend im Boot sitzen, umgehen. 

Was für ein Service! Mal gleich zum Sonnenuntergang eine Bootstour auf dem heiligen Ganges! 

„Hotel East View is situated on SCINDIA GHAT. This ghat was built by the MAHARAJA SCINDIA. One of the cleanest and beautiful ghat, amongst all ghats in Varanasi.“ (Homepage des Hotels)

Als wir die Treppen des Ghats zum Hotel hochsteigen, umgibt uns ein extrem beißender Urin-Geruch. Willkommen Varanasi… Hm, so riecht es hier also an den Ghats! Ein langer Tag liegt hinter uns. Erschöpft betreten wir das Zimmer, das mal wieder wie so oft, nicht den Bilder auf der Buchungsplattform entspricht. Ohne Fenster? Sieht aus wie im Keller. Das soll eine Suite sein? Für über 70€ pro Nacht? Hier soll unser Ruhepol sein? Oh shit! Der Manager erklärt uns „Give me 12 hours, than you can change!“ Okay, Indien, du hast noch ein paar Chancen! Das Restaurant auf dem Dach bietet uns für den Abend ein scharfes Essen. Sogar Bier gibt es auf Nachfrage. Strong Kingfisher… hat mehr Alkohol und wirkt! Auf der Karte darf es nie stehen und taucht auf keiner Rechnung auf. Wieder was gelernt. Der Umzug in die Suite in der dritten Etage bietet einen wunderbare Aussicht auf die Ghats samt Ganges, besonders morgens, wenn der Frühnebel die mystische Atmosphäre verstärkt. Auch hier ist das angepriesene Wifi zu schwach und die Minibar leer. Dass das Frühstück für über 70€ nicht inklusive ist, erfahren wir erst am letzten Tag. Wir ärgern uns, dass wir dieses Hotel gebucht haben. Entspricht eigentlich so garnicht unserem Budget.

Für gläubige Hindus ist eine Pilgerfahrt nach Varanasi am heiligen Ganges ein Muss, um im heiligen Wasser des Ganges zu baden und den „Goldenen Tempel“ Kashi Vishwanath, der dem Hindu-Gott Shiva gewidmet ist, zu besuchen. Infolgedessen reisen Hindus aus der ganzen Welt nach Varanasi, insbesondere, wenn sie krank sind oder im Sterben liegen. Die spirituelle Hauptstadt Indiens ist bekannt für ihre Bestattungsrituale am Manikarnika Ghat. So wollen auch wir uns ein Bild von den Ghats machen. Wegen der vielen Kacki, Pipi und Spucki lasse ich meine Trekkingschuhe besser an. Rolf hat da mit seinen Flipflops weniger Berührungsängste.

Doch vorher erwartet uns noch eine andere Hürde: die SIM-Karte. In keinem anderen Land auf unserer bisherigen Reise haben wir es so kompliziert erlebt. Erforderlich sind zwei Passbilder, Reisepässe, eine Buchungsbestätigung vom Hotel, eine Referenznummer aus Indien, Formulare und eine hilfsbereite Inderin im Vodafone Shop, der – wie sollte es anders sein – eine 30minütige Tuktukfahrt  durch Varanasis Chaos erfordert. Selbstverständlich kann die Karte nicht direkt aktiviert werden. Das dauerte so zwischen 24 Stunden und drei Tagen. Und morgen ist auch noch Sonntag! Frühestens am Montag sollen wir noch beim Provider anrufen, Fragen beantworten, damit sie verifiziert werden kann! Was ein Prozedere! Anschließend sind wir reif für eine Ruhepause in Marks Café. Nervlich wieder gestärkt treten wir den Weg über die Ghats an, beginnend mit dem Assi Ghat. 

Die Ghats – farbenfroh, gespenstisch und heilig

Die über 80 Ghats – Badetreppen – ziehen sich über 5 km am Südufer des Ganges entlang. Hier spielt sich das spirituelle Leben ab. Die Ghats prägen diese Stadt. Sie werden eingerahmt von prächtigen alten Kaufmannshäusern und Villen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Dass Varanasi (11. Jh. v. Chr.) zu den ältesten Städten auf dieser Erde  gehört, wusste ich vorher auch nicht. Auf Dreitausend Jahre Geschichte kann diese Stadt zurückblicken. Die Altstadt ist so richtig alt. Mittelalterlich alt. In ihr spürt man, wie die Menschen früher gelebt haben, als es noch keine Fahrzeuge gab.

„Benaras is older than history, older than tradition, older even than legend and looks twice as old as all of them put together.“

Mark Twain

An den Bade-Ghats wirkt es am Sonntag wie bei einem Familienausflug. Kinder, Omas und Opas, Mütter und Väter… alle waschen sich im Ganges und opfern am Abend Girlanden und schwimmende Kerzen. Für uns ist ein Bad im Ganges angesichts der Verschmutzung so unvorstellbar wie die Besteigung des Mount Everests. Die Anzahl der Coli-Bakterien übersteigt das 100fache des Grenzwertes. Doch das Ganges-Wasser ist den Hindus so heilig, dass sie es in Kanistern mitnehmen, es trinken und ihr obligatorisches Bad darin nehmen, um sich von ihren Sünden rein zu waschen. 

Die bunten Saris, die auf die Stufen zum Trocknen liegen, bilden ein fantastisches Farbspiel. Wohl bemerkt, gewaschen werden sie in dem schmutzigen Wasser des Ganges. 

Die Verbrennungs-Ghats

Für die Verbrennung von Leichen gibt es zwei Ghats, das Marnikarnika Ghat und das Harishchandra Gaht. Wird ein gläubiger Hindu hier verbrannt, kann er von dem Kreislauf der Wiedergeburt (Moksha) erlöst werden. Folglich strömen sterbebereite Hindus nach Varanasi und warten hier auf ihren Tod. Ihre Familien folgen hinterher, wenn es soweit ist. Ein Leichenverbrenner zeigt uns, wo wir uns aufhalten dürfen, um die Familienangehörigen nicht zu stören.  Wir schauen auf das Totenfeuer. Der Körper liegt auf dem Scheiterhaufen und brennt. Asche fliegt herum. Das passiert hier jeden Tag an 365 Tagen im Jahr. „Das ist mein Beruf. Schon in der 7.Generation. Ein trauriger Beruf …“ fährt er fort. 

Sandelholz für die Verbrennungen

Drei bis vier Stunden dauert die Verbrennung einer Leiche, wofür ca. 350 kg Sandelholz benötigt werden. Das kostet die Familie ca. 7000 Rupien. Wenn Familien arm sind, können sie für 1000 Rupien den Leichnam im Krematorium verbrennen lassen. Auf einer Bambusbahre wird der in orangefarbenen Tüchern gewickelte Leichnam zum Fluss getragen. Dort werden ihm die Füße mit dem heiligen Wasser gewaschen. Fünf Mal bekommt er Ganges-Wasser in den Mund gefüllt. Der älteste Sohn umrundet den Leichnam auf dem Scheiterhaufen und zündet ihn an. Bevor die Asche an Mama Ganga übergeben wird, wird noch Zahngold und andere Edelmetalle herausgesiebt, um damit ggf. das Holz zu bezahlen. Ich schaue in die Gesichter der Angehörigen, sehe jedoch niemanden weinen. Sie stehen still am Geländer und schauen andächtig zur Verbrennungsstelle. 

Die heiligen Kühe und Ziegen laufen weiter ihrer Wege, machen hier und da ihre Häufchen. Kinder lachen und lassen kleine Drachen hoch in die Luft steigen. Andere spielen Cricket. 

Am Marnikarnika Ghat sind die Rauchwolken allgegenwärtig. Hier gibt es wesentlich mehr Verbrennungsstellen. Vom Boot aus sieht es gespenstisch aus. Die verfallenen Gebäude, die Stapel von Holz, die überall zum Verkauf dargeboten werden, die Leichen in orangefarbenen Tüchern auf den Verbrennungsstätten, die blumenfressenden Kühe, die spielenden Kinder, Asche in der Luft …alles nah beisammen und so normal. Sterben ist hier öffentlich. 

Während ich dem Karma-Gedanken gegenüber sehr positiv eingestellt bin, kann ich der Idee der Wiedergeburt nicht ganz folgen. Als ein anderer Mensch wieder geboren zu werden oder gar als Tier oder Pflanze ist mir fremd. Die Kastenzugehörigkeit bereitet mir mehr Probleme, denn Armut, Behinderung oder Krankheit werden dadurch gerechtfertigt.

Aussteiger Fake-Sadhus

Die Sadhus, die entweder in Rot-Orange oder halbnackt in der Nähe von Tempeln in der gleichen Pose sitzen, geben Rolf Rätsel auf. Losgelöst von der materiellen Welt, leben sie völlig asketisch der Erleuchtung entgegen. Mit entrücktem Blick sitzen einige Sadhus in ihren selbst gebauten Zelten, reiben ihren Körper mit der Asche der Totenfeuer ein und rauchen Ganja (Marihuana), um besser meditieren zu können. Vermutlich hilft es auch dabei, den ganzen Tag in der gleiche Position zu verharren. Sie bekommen milde Gaben von den Gläubigen. Wenn du sie fotografieren möchtest, wollen sie Geld von dir (500 IR/6€). Komisch, oder? Wo sie doch alle weltlichen Besitztümer aufgegeben haben. Alles klar, das sind keine echten Sadhus, das sind Fake-Sadhus. Die Echten leben isoliert  in einer Höhle in den Bergen. Da sie einfach gute Portätsfotos hergeben, schleiche ich mit meinem Teleobjektiv um sie herum und erhasche das ein oder andere Porträt.

Ab von allem Weltlichen – is klar …

Die Aarti Zeremonie zur Ehrung von Mutter Ganga

Zur Zeremonie Ganga-Aarti am Dashaswamedh Ghat fahren wir zum Sonnenuntergang mit dem Ruderboot. An den Ghats entlang zu fahren hat etwas mystisches. Wir zünden Schwimmkerzen für meine Papa und Rolfs Mutti an, übergeben sie an Mutter Ganga.

Am Manikarnika Ghat drängen sich die Boote voll mit Touristen. Dass die Leichenverbrennung so zur Touristenattraktion wird, wusste ich auch nicht. Am Ghat reihen sich schon unzählige Boote vor das Ufer. Die Treppen am Ghat sind komplett mit Menschen ausgefüllt. Alle wollen sie an der Zeremonie teilnehmen. Sieben Brahmanen leiten durch die Zeremonie. Während sie Mantras singen, werden Feuerstäbe und Rauchgefäße im Rhythmus dazu bewegt. Als ich sehe, wie unser Bootsmann mit der Hand etwas holy water zum Mund führt und trinkt, verschlägt es mir die Sprache.

 Wir müssten doch sofort vom Arzt behandelt werden. Das Wasser ist nicht nur schmutzig, es ist voller Coli-Bakterien, deren Anzahl den Richtwert bis zu 3000fach übersteigen. Ob Narendra Modis „Clean India“-Kampagne Wirkung zeigen wird? 

Rolf bleibt am Bug, um besser fotografieren zu können. Da ich einen Horror davor habe, in den Ganges zu fallen, bleibe ich besser hinten auf der Bank sitzen. Die Atmosphäre hier ist unbeschreiblich. Wie andächtig die Menschen dieser Zeremonie beiwohnen, beten, singen, inne halten.

Um unseren Sinne eine Pause zu gönnen, verkriechen wir uns an einem Nachmittag im Aadha-Aadha-Café, das hoch oben auf einer Dachterrasse köstliches Essen bietet. Die französische Besitzerin verwöhnt uns mit guten Service, einer sauberen Toilette und einer französisch-indischen Küche mit Lassi und Käsekuchen. 

Chaos am Shiva-Day

Vom Shiva-Day und vom Mahashivaratri-Festival haben wir noch nie etwas gehört. Dass unser letzter Tag genau deswegen extrem anstrengend werden würde, ahnen wir noch nicht. Nach einem eher ruhigen Vormittag im Aardhi-Aardhi-Café beginnt das Chaos bei der Suche nach einem ATM. Durch das Gassen-Labyrinth gelangen wir ja noch zur Straße, doch dort trauen wir unseren Augen nicht. Tausende Inder stehen in einer mit Holzbohlen abgesperrten Reihe in der Sonne und warten. Nur auf was? Keine Autos und keine Tuktuks. Trotzdem ist alles voller Inder und Kühe. Voller geht’s kaum noch. Im Slalom wurschteln wir uns durch, stellen uns in die Schlange am ATM. Um uns herum tobt das Chaos. Einige Polizisten versuchen hier für Ordnung zu sorgen. Wir verstehen nur, dass heute Shiva-Day ist. 

Am Tag von Mahashivaratri, dem Hauptzentrum für religiöse Aktivitäten und Verehrung in Varanasi, ist der Kashi Vishvanath-Tempel, in dem sich die Anhänger in großer Zahl drängen, um der dort lebenden Gottheit von Varanasi, Lord Shiva, Gebete zu bringen. (https://www.varanasicity.com/mahashivaratri.html

Weiter geht’s, an den langen Schlangen vorbei Richtung Hotel. Rolf navigiert in der höchsten Stufe! Wie sollen wir denn bloß zum Bahnhof kommen, wenn hier alles abgesperrt ist?

Mit dem Boot über den Ganges oder zu Fuß mit Rucksack zur Straße und weiter mit dem Tuktuk? Die zweite Variante wird’s. Nur noch raus aus diesem Chaos! Jeder Meter zählt! Kriechend kommen wir voran. Hupen, Hupen, Hupen … wir können nicht mehr! Mein Rücken schmerzt. Ich habe gelernt, hier ganz klar und deutlich zu formulieren, was ich möchte, sonst bist du hier verloren. So auch jetzt: „You stop at the Vodafone Shop and wait!“ Unsere SIM-Karten müssen noch freigeschaltet werden … endlich, die freundliche Inderin schafft es! Auf zum Bahnhof ins nächste Abenteuer … der Nachtzug nach Agra! Großes Kompliment an Rolf, der Varanasi mit Bravour gemeistert hat. 

Poon Hill Trek – gezögert, gelitten, gelacht und geweint …

Trekking in Nepal ist ein Muss für Naturliebhaber und Bergfreunde. „Du glaubst doch nicht, dass ich 8 Tage in Pokhara verbringe ohne eine Trekkingtour ins Annapurna Massiv gemacht zu haben“, so Eves Ansage.  Sie hat ja so recht, doch überkommen mich Zweifel. Und je mehr ich darüber nachdenke, je mehr fallen mir ein. Darin bin gut, keine Frage. Angefangen von meinen Knieproblemen, meinem Alter bis hin zu meinem vermeintlich schlechten Fitnesszustand.

Aber es kommt ganz anders! Der Trek wird ein weiteres Highlight unserer Reise. Ich werde unendliche viele und steile Treppen steigen, froh über die Trekkingstöcke und die Eiskrampen sein, in aller Früh und Kälte den Sonnenaufgang über dem Fishtail bestaunen, unseren Salik und Ramesh ins Herz schließen, das gesamte Annapurna-  und Dhaulagiri-Massiv bei traumhafter Aussicht erleben, Eve unterstützen und anfeuern, nachts wärmen und ein Riesenschreck wird mir durch die Glieder fahren …

Doch nun von vorne …

Mr. Happy von Happy Trek rät uns, den Trek gegen den Uhrzeigersinn in 5 Tagen zu gehen. Die 3500 Treppen von Ullerie könnten wir uns ersparen, denn ein Jeep könne uns in Banthanti abholen. Die Nacht vorher sind wir etwas aufgeregt und schlafen entsprechend unruhig. 

Tag 1: Pokhara  – Nayapul – Kimche – Ghandruk (1940m)

Mit Daunenjacken, Schlafsäcken (alles von Happy Trek), warmer Unterwäsche und Socken, Mützen und Handschuhen, Stulpen und Schlauchschals starten wir mit dem Jeep die abenteuerlichste Tour, die wir je erlebt haben, Richtung Kimche. Salik, unser Guide und Ramesh, unser Porter organisieren unsere Permits. Hinter Kimsche endlich raus aus der Schaukelkiste und rauf auf die Berge. Immer noch Reisefieber. Zur Einstimmung geht es schon mal auf steilen Treppen bergauf. Wir ahnen ja noch nicht, wieviele Treppen noch kommen werden. 

Ghandruk

Nach einer guten Stunde erreichen wir Ghandruk, das wohl schönste Dorf auf dieser Tour. Mit seinen alten Steinhäusern und dem alltäglichen Dorfleben bekommen wir hier einen Einblick in das Leben in der Bergwelt des Himalayas. Im Simon Guesthouse bekommen wir sogar ein Zimmer mit Dusche, was wir in den nächsten Tagen vermissen werden. Nach jedem Essen bekommen wir von Salik und Ramesh einen großen Obststeller, liebevoll angerichtet. Wir sollen scheinbar gut essen. Das gibt Power für die nächste Etappe. Bei einem Besuch im Dorf und im Gurung-Museum informiert Salik über die Lebensweise der Gurung.

Tag 2: Ghandruk (1940m) – Bhaisikharka – Tadapani (2660m)

Um den Sonnenuntergang über dem Fishtail zu erleben, quäle ich mich aus dem warmen Bett. Ein wahnsinnig schöner Anblick. Während wir unser Powerfrühstück „Porridge“ zu uns nehmen, wärmt die Sonne wunderbar. Mit Blick auf das Dhaulagiri- und Annapurna-Massiv laufen wir heute vorwiegend über steile Treppen nach oben. In Baisikhara machen wir eine längere Pause, trinken Hot Lemon, essen Bananen und Snickers. Mit den beiden Jungs wärmen wir uns immer weiter an. Bald nennen Sie uns nur noch Baa (Papa) und Aama (Mama) – gefällt uns besser als Oma und Opa, wie wir auch schon genannt wurden. Wir sollen sie mit Chora (Sohn) ansprechen, denn wir seien wie eine Familie. 

Morgens früh um 7

Salik zeigt auf den vor uns liegenden Berg auf die Stelle, wo wir ihn überqueren werden. Also weiter nach oben, Treppe für Treppe, Kurve um Kurve. Allmählich  verlassen wir den grünen Dschungel mit den Rhododendron-Bäumen, die leider noch nicht in Blüte stehen, und gelangen in den Schnee. Die Eiskrampen werden unsere besten Freunde, nachdem wir uns daran gewöhnt haben. Die eisigen Stellen hätten wir ohne sie kaum geschafft. Das letzte Stück hat es dann noch mal so richtig in sich. Eve gibt alles, um oben anzukommen. Endlich am Hotel Panorama Point oben nach 5 h angekommen, genießen wir die letzten Sonnenstrahlen. Der Bollerofen im Restaurant ist die Rettung vor dem kalten Wind draußen. Das wird hier eine richtig kalte Nacht, denn draußen ist überall Eis.Hot Lemon wird unser Lieblingsgetränk – Bier ist erstmal außen vor. Das Zimmer ist noch kleiner und spärlicher als das Letzte. Die dünnen Holzwände schützen keineswegs vor der Kälte. Mit zwei dicken Decken auf den Schlafsäcken wärmen wir uns.

Ohne Eiskrampen an den Schuhen läuft hier nix

Tag 3: Tadapani (2660m) – Deurali (3188m)

Wieder klopft es früh an unserer Tür … Salik ruft zum Sonnenaufgang und wieder bin ich fasziniert von dieser Kulisse beim Sonnenaufgang – keine Wolke am Himmel. Gerade bin ich dabei, meinen Kaffee zu genießen, höre ich hinter mir ein Poltern und Eves Schreie. Mir fährt der Schreck und die Panik in die Glieder, als ich sehe, dass Eve auf der vereisten Treppe ausgerutscht und auf den Rücken geknallt ist. Mir gefriert das Blut in den Adern. Vorsichtig helfen wir ihr auf und stellen mehr oder weniger erleichtert fest, dass es wohl “nur” Prellungen sind, die Eve aber auf unserer heutigen Königsetappe heftigst leiden lassen. 

Von Anfang an tragen wir die Eiskrampen, ohne die wir es wohl nur unter größten Anstrengungen geschafft hätten – wenn überhaupt. Ungläubig verfolgen wir die uns entgegenkommenden Chinesen (Ach … die Chinesen wieder !), ohne diese Hilfen, auf dem Hosenboden herunterrutschend, von ihren Guides abgebremst, damit sie nicht im Abgrund verschwinden … 

Immer wieder müssen wir eine Pause machen, da Eve aufgrund der Prellungen Probleme beim Atmen hat. Salik zeigt sich aber immer wieder als umsichtiger Guide, der ihr jederzeit seine Unterstützung gibt. Die Pausen geben uns auch immer wieder Gelegenheit, die immer noch schneebedeckte Landschaft mit zu Eis erstarrten Wasserfällen und die Blicke auf die Giganten zu genießen. Trotzdem freuen wir uns, als das Ziel – Deurali – erreicht ist.

Wir erholen uns bei den letzten Sonnenstrahlen des Tages, bevor wir uns in den Aufenthaltsraum verziehen, wo der Bollerofen wieder eine wohlige Wärme verbreitet. Eve verbringt den Abend, im Schlafsack eingelullt, am Ofen und wir hoffen, dass Ibuprofen und Salbe zu ihrer Besserung beitragen. Irgendwann raffen wir uns auf, verlassen die wohlige Wärme und verziehen uns in unsere Schlafgemächer. In Thermowäsche, Schlafsack und zwei Bettdecken gehüllt, hoffen wir, in der Nacht nicht raus zu müssen, denn überall lauern wieder die Eisplatten.

Tag 4: Deurali (3188m) – über Happy Hill (3250) nach Ghorepani (2870m)

Heute erwartet uns der Deaurali Pass, der höchste Punkt unserer Tour (3308m), mit dem anschließenden Namensgeber des Treks, dem Poon Hill. Nachdem wir den Pass hinter uns gebracht haben, geht es nur noch bergab zum ersten Höhepunkt, dem Happy Hill, von dem wir eine phantastische Sicht auf das Annapurna und Dhaulagiri Massiv mit solch klangvollen Namen wie Himchuli, Nilgiri, Fishtail, Gangapurna, Tukuchepeak und Barahasikha haben – wir können uns nicht satt sehen. So sehen es aber auch viele andere Trekker, die sich um diesen Ausgangspunkt scharen (vor allem wieder … richtig! Chinesen!!). Glücklicherweise war es der einzige Punkt wo es sich so geballt hat – ich möchte nicht in der Hauptsaison hier sein.

Die Blick von Happy Hill …

Die tolle Sicht vom Happy Hill und die Tatsache, dass man am Poon Hill das Ganze nicht toppen kann, überzeugen uns, sich die letzten Höhenmeter dorthin zu sparen und den Abstieg nach Ghorepani in Angriff zu nehmen. Noch ein paar lustige nepalesische Rodelpartien auf Plastiksäcken und wir ziehen los … In Ghorepani erwartet uns eine komfortable Unterkunft mit heißer Dusche, die bei mir aber jäh mit eingeseiften Haaren endet und mit eiskaltem Wasser seinen Abschluss findet – das habe ich nicht verdient! Umso mehr freut sich Eve, die jetzt in Genuss einer neuen Gasflasche mit anschließender heißer Dusche kommt – was tut man nicht alles für seine Liebste 😉 

Den Abend verbringen wir – richtig – am Bollerofen im “Wohnzimmer”, erledigen unsere Socialmedia-Aktivitäten, plaudern mit unseren Chōrāharū, Salik und Samesh, bevor wir uns unter unseren (diesmal ohne Schlafsäcke) Plumeaus verkriechen. 

Tag 5: Ghorepani (2870m) – Banthanti (1210m)

Heute ist Abstieg angesagt, 600 Meter nur bergab, die Eisplatten werden weniger und die Wolken mehr. Nach fünf traumhaften Sonnentagen zieht sich die Wolkendecke langsam zu. Wir schauen nach oben und sehen einen wolkenverhangenen Himmel. Happy Hill ist komplett in den Wolken verschwunden und damit auch die traumhafte Sicht auf die Giganten. Was haben wir für ein Glück mit unserem täglichen Sonnenschein und der klaren Sicht gehabt.

Salik, unser Guide, immer für ein Spässchen zu haben

Die dichten Wälder haben uns wieder eingehüllt. Es geht vorbei an Flussläufen, über Brücken und steile Stufen – meine Knie mucken nicht auf. Noch einmal begegnen wir Trägern, die, nur mit Turnschuhen an den Füßen, 40 Kilogramm und mehr hoch schleppen – unglaublich! Die einzige Alternative, alles Notwendige zum Leben auf die Berge zu transportieren, sind Mulis, ebenfalls schwer bepackt.

Die einzigen Möglichkeiten, Material und Dinge des täglichen Lebens zu transportieren

 Schließlich erreichen wir Banthanti und fallen uns alle überglücklich in die Arme, dass wir dieses Abenteuer mit so tollen Menschen erleben durften und wie belohnen wir uns? Mit dem ersten Bier seit unserem Aufbruch … köstlich! Zum letzten Mal genießen wir ein Abendessen, die liebevoll hergerichtete Obstplatte von Salik und Ramesh und die Nacht in einem Teahouse.

Tag 6: Rückkehr nach Pokhera

Am nächsten Tag steht nur noch die Rückfahrt mit dem Jeep nach Pokhara an, wo wir uns mit Tränen in den Augen von Salik und Ramesh verabschieden, die uns doch sehr ans Herz gewachsen sind und uns ein Erlebnis der besonderen Art, ein unvergessliches Abenteuer beschert haben – dafür sind wir euch unendlich dankbar. Auch für die perfekte Organisation von Happy Trek, die es uns an nichts hat fehlen lassen – DANKE!

Wir waren ein tolles Team

Wir verbringen noch eine letzte Nacht in Pokhara, genießen den Luxus im Hotel, den perfekten Cappuccino, bevor wir am nächsten Tag mit dem Bus zurück nach Kathmandu fahren. Wir treffen uns noch einmal mit Rolf Schmelzer, mit dem wir einige wunderschöne Tage in Kathmandu und Chitwan erleben durften, und verbringen zusammen noch einen kurzweiligen Abend – Danke Rolf, für diese gemeinsame Zeit, es war mir eine große Freude (unser gemeinsame Art von Humor hat dazu beigetragen)!

Am nächsten Tag steht das nächste Abenteuer an: Indien. Für mich eine vollkommen neue Erfahrung und ausgerechnet Varanasi als Start – heftiger geht nicht! Aber es sollte besser laufen, als ich mir das vorgestellt hab – Eve steht schon mit ihrem Blogpost in den Startlöchern … 

Kathmandu – Wiedersehen nach dem Erdbeben

Vom Strandleben in die Großstadt. Von den Philippinen ins Himalaya. Schon beim Landeanflug auf Kathmandu luken die Achttausender durch die Wolkendecke. Durch die Berge vor dem Kathmandu-Tal müssen alle Flugzeuge hindurch. Das Prozedere mit dem Visum klappt nach ein paar Stolpersteinen mit den neuen digitalen Scan-Automaten. Wir freuen uns sehr auf Rolf Schmelzer, der mich bei meinem ersten Besuch im August 2015 zu den Erdbeben-Projekten begleitet hat. Nach einer herzlichen Begrüßung mit Nepal-Tüchern werden wir ins Hyatt-Regency gebracht. 

Willkommen im Hyatt in Kathmandu, Nepal

Ja, richtig gehört! Rolf Schmelzer lädt uns ein als Dankeschön für unseren Einsatz hier nach dem Erdbeben. Mannomann, so luxuriös! In dem wunderschönen Spa organisiere ich meine Massage für morgen und lasse mich von dem Friseur zu einem Hair-Spa überzeugen. Mit lockeren und gut geföhnten Haaren erscheine ich zur Happy Hour.Hier können wir nach Herzenslust über das Fingerfood-Buffet und den Wein herfallen, alles inklusive.Welch ein Genuss … Riesling und Käse! Nach dreieinhalb Jahren haben wir genügend Gesprächsstoff. Die Weine schmecken so köstlich, dass mein Kopf in der Nacht schon brummt. Nach einem gigantischen Frühstücksbüffet und meiner Himalaya Herbs Massage ziehen wir um ins reale Leben. Einmal durch den Park des Hyatts und prompt stehen wir vor dem Ti-Se Guesthouse.

Kathmandu

Natürlich lässt Rolf sich gerne von mir zur Boudanath Stupa führen. Die Kühle vom Morgen weicht nun den warmen Sonnenstrahlen. Wir umrunden die Stupa, staunen hier und da, wie sich Menschen auf die Knie fallen lassen, beten und Gebetsmühlen drehen. Für Timmy (heute Geburtstag) und Papa zünde ich Butterlämpchen an. Weiter geht es nach Thamel zum HUB – dem Büro von  Socialtours nebst angeschlossenem Café. Endlich plaudern wir mit Raj und Birgit bei einem Karma Coffee persönlich. Sein Tipp, zum Visa-Agenten zu gehen, erweist als genial. Im Copy-Shop neben der Immigration sitzt besagter Herr Agent. Für 135€ pro Visum regelt er das Ding, während wir mit unserem 2. Pass weiterreisen können. Falls es Probleme gibt, meldet er sich. Wir hoffen nicht! Da Thamel nun mopedfrei ist, macht das Bummeln hier nun mehr Freude. Wie gerne würde ich mir hier ein paar Klamotten kaufen! Sobald die Sonne untergeht, wird es im Nu kalt. In Sam‘s Bar trinken wir Bier bzw. Lemon-Tee und wärmen uns am Lagerfeuer!  Ein kleines Taxi bringt uns durch den chaotischen Verkehr zurück. Rolf Schmelzer sagt, die Hauptstraße soll bald ganz neu gemacht werden. Okay, doch jetzt beherrschen Staub und Schlaglöcher diese Straße.

Auf den Gebetsfahnen schreibt Eve die Namen unserer nächsten Verwandten …
… und werden anschließend an der Stupa aufgehangen

Nach einer kalten Nacht in Fleecejacke zieht es uns noch mal zur Stupa hin. Dieser magische Ort lässt einen so schnell nicht mehr los. Heute ist ein besonderer Tag, denn man kann sieben Gebetsfahnen kaufen und mit den Namen seiner Liebsten beschriften. Diese sieben Fahnen werden aneinandergebunden, nach oben gebracht und an einer der vier Ecken aufgehängt. Da bin ich natürlich dabei! Alle Familienmitglieder kommen auf die Fahnen. Von einem Rooftop-Café haben wir einen fantastischen Blick. Wir verfolgen mit Adleraugen, wo die Gebetsfahnen letztlich angebracht werden. Da heute noch ein sehr wichtiger Besuch bei Lata ansteht, müssen wir uns losreißen. Ihre Adresse habe ich auf Google Maps gespeichert und so gehen wir naiv davon aus, dass ein Fahrer sie schon finden wird. 

Berührender Besuch bei Lata Koirala

Ein Taxifahrer kämpft sich durch die staubigen Straßen, zwischen hupenden Autos, LKWs, Bussen, Mopeds und Fußgängern. Polizisten versuchen in der Mitte einer Kreuzung das schlimmste Chaos zu vermeiden. Zwischen Müll, Staub und Abwasser wurschteln sich Obstverkäufer und Fußgänger hindurch. Schon bald verändert sich die Straße in einen unbeschreiblichen Off-Road-Zustand. Eigentlich nur mit mit einem Jeep befahrbar. Unser Fahrer gibt wirklich alles, telefoniert immer wieder mit Lata, kehrt um, probiert andere Wege. Hui … das hatten wir uns doch etwas einfacher vorgestellt. Doch plötzlich kommt ein „Here we are“ und tatsächlich, wir stehen vor ihrem Haus, das sich hinter eine Art Baustellenzaun verbirgt. Auch hier baut die Regierung eine neue Straße und hat vorausschauend schon mal den Vorgarten in eine Baustelle verwandelt. Über Bretter steigend nähern wir uns der Tür, in der Lata schon wartet. Mit Tränen in den Augen umarmen wir uns intensiv. In einem Kinderzimmer nehmen wir Platz auf dem löchrigem Sofa und schauen uns an. So lange haben wir auf diesen Augenblick gewartet. Nachdem ich Kathmandu Ende August 2015 verlassen habe, ist kurz darauf ihr Mann, Christian, an Dengue-Fieber gestorben. Für Lata, die selbst körperlich gehandicapt ist, war dies ein Schock … ein Trauma. 

Lata

Lata und Christian haben mich damals auf meiner Reise begleitet und sind zu Freunden geworden. Sein Tod hat mich so intensiv berührt, dass ich ein Ölbild von den Beiden gemalt habe. Dank an Alex, dass es vorher in Kathmandu angekommen ist. Nun hängt es hier im Flur. Erinnerungen kommen auf. Christian, ein guter Freund von Rolf Schmelzer, hat als Fotograf einige Hilfsprojekte ins Leben gerufen. Mittlerweile setzt Lata mit ihrer Stiftung „Koirala-Kessler-Foundation“ Christians Lebensziele fort. Mit ihrer Stiftung unterstützt sie verwitwete, alleinerziehende und gehandicapte  Frauen und deren Kinder. Zur Zeit leben fünf Kinder und eine traumatisierte Mutter in dem Haus. Zudem haben Frauen aus der Umgebung die Möglichkeit an Handarbeit-Workshops teilzunehmen, in denen sie Kinderkleidung, Taschen, Untersetzer usw. nähen. Von dem Verkauf und den Spenden finanziert sie die anfallenden Kosten. Von der Regierung bekommt sie für ihre Arbeit keine finanzielle Unterstützung. Zwei junge Frauen unterstützen Lata, da  sie selbst wegen ihrer Muskelerkrankung nur mit Hilfe von Krücken laufen kann. 

Wir staunen über ihren unermüdlichen Einsatz, wo sie es doch selbst so schwer hat. Die 100€, die ich ihr in Rupien von den Spenden unseres Abschiedsfestes schenke, nimmt sie mit großer Freude und Dankbarkeit an. Da ein Mädchen mit Gelbsucht im Krankenhaus liegt, fährt sie mit uns im Taxi zurück. Von dem Geld wird sie einen Teil der Krankenhauskosten bezahlen. Der Abschied fällt mir extrem schwer. Wir drücken uns lange, winken und weinen. Mir geht es sehr nah, zu sehen, wie sie dort lebt, mit ihrer eigenen Behinderung, wie sie andere Frauen noch unterstützt, wie wenig sie hat, wie wenig sie sich wünscht, benötigt und – meine Güte … was sind wir verwöhnt! Ich wünsche ihr weiterhin viel Kraft und Energie, diese Lebensaufgabe zu bewältigen. 

Herzliches Wiedersehen mit Familie Gurung

Bei Regen sieht Kathmandu noch schmuddeliger und chaotischer aus. Mit dem Jeep fahren Rolf und ich mit Rolf S. Richtung Chitwan. Die ersten 30 km durchs Kathmandu-Tal sind zäh. Fast zwei Stunden vergehen auf dieser von Schlaglöchern zersetzten Straße. Die entgegenkommenden indischen LKWs sehen zwar bunt, aber wenig sicher aus. Häufig haben sie einen Schaden oder Platten und werden von völlig übermüdeten Indern gefahren. Nach ca. fünf Stunden erreichen wir endlich Bhim Gurungs Kiosk direkt am Highway nach Chitwan. Dort sitzt er mit seiner Frau und seinem halbjährigen Baby und strahlt uns an. Vor Dreieinhalb Jahren habe ich ihm 1500€ in einem Rucksack zum Neubau seines Hause übergeben. Diesmal zeigt er wirkliche Freude! Im Nu wird Reisschnaps herumgereicht, Fotos von damals gezeigt, viel gelacht und erzählt. Den kleinen Jungen im rosafarbenen Overall habe ich bald auf dem Arm. Bhims Frau dachte schließlich, sie bekäme ein Mädchen. 

Bhims jüngster Nachwuchs

Natürlich gehen wir auch zu dem neuen rosafarbenen Haus. Eineinhalb Jahre hatten sie damals zu zehnt in dem Stall gewohnt, bis sie mit dem Bau anfangen konnten. Immerhin fehlen den versprochenen 3000$ von der Regierung immer noch 1000$. Mit unserer Unterstützung und der von anderen Helfern über Rolf S. konnte die Grundfinanzierung abgesichert werden. Als Bhim erzählt, dass sie wahrscheinlich den Mietvertrag für das Kiosk nicht verlängert bekommen, reagiert er mit „Dann machen wie eben woanders eins auf!“ Für deutsches Sicherheitsdenken unvorstellbar. Zum Abschied überreiche ich ihm die Ölkreiden für seine Tochter, die mit acht Jahren im Internat lebt. Er bedauert, dass er sie nur alle 14 Tage besuchen kann. Mit acht Jahren alleine von zu Hause weg! Auch das ist für uns unglaublich!

Bhims neues Haus

Alles im grünen Bereich in Chitwan

Endlich wieder in der Sapana Village Lodge in Sauraha. Auf dem Weg dorthin freue ich mich schon auf die Elefanten, die zur Lodge gehören, auf den großen gepflegten Garten mit den liebevollen gestalteten Häusern direkt am Fluss, wo wir auf der Terrasse sitzend die Nachmittage in der Sonne verbringen werden. Die Kälte und den Nebel am Morgen werden mit Kaffee im Bett überbrückt. Beim Frühstück auf der Terrasse können wir uns einfach an den Anblick der Elefanten am Fluss nicht sattsehen. Ein Schakal, ein Seeadler und ein paar Wasserbüffel schauen auch noch vorbei. Die Tage verlaufen sehr relaxed. Keine fixen Programmpunkte. Ein paar Tage Pause vom Reisen. Dem Elefantenjungen, Samrat, füttert Rolf mit Bananen. Mir ist das immer noch nicht so geheuer. Seine Großmutter, Luckykolli, genießt hier ihre Rente. 

Raubtierfütterung

Ochsenkarrentour durch die Tharu-Dörfer

Wir haben die Gelegenheit mit Samtosh, ein Guide unserer Lodge, die freundlichen Tharu und Ihre Lebensart kennenzulernen. Zuerst durchqueren wir mit  einem Ochsenkarren den flachen Fluss, um auf die andere Seite zu kommen. Da die Ochsen noch jung sind und leider das erste Mal durchs Wasser laufen, wird es arg ruckelig. Die naturverbundenen Tharu, ein Volk der Terai im Süden Nepals, bezeichnen sich als Menschen des Waldes, denn in den Urwäldern zwischen Indien und Nepal haben sie lange Zeit isoliert gelebt. Sie haben eine eigenständige Kultur entwickelt und sind seit jeher Buddhisten. Auch Bhudda war ein Tharu! Man sagt, sie können in der flachen Ebene trotz der Moskitos überleben, gegen Malaria seien sie vermutlich immun. Andere ethnische Gruppen sind im Laufe der Besiedelung wegen der Moskitos in die Berge gezogen. Die kleinen lehmfarbenen Häuser mit ihrer Bemalung fallen sofort auf. Keine Fenster, nur Luftschlitze, gebaut aus Elefantengras und Lehm. Am Hausbrunnen wird sich gewaschen und Geschirr gespült. Auf den Feldern bauen sie Reis, Senf, Mais und Weizen an. Zur Zeit ist der Senf reif, aus dem sie Senföl herstellen. Kühe, Ziegen und Hühner gibt es in fast jedem Haus, meist direkt nebendran im Stall. Abends wird vor den Häusern ein Feuer angezündet. Die Tharus sitzen davor, plaudern und wärmen sich. Die Häuser und Straßen wirken sauber und friedlich. 

Die Tharus scheinen hier ein gutes Leben dank des zahlreichen fruchtbaren Ackerlandes zu führen. Doch die aus Stein gebauten Häuser nehmen immer mehr zu, die kleinen Lehmhäuser dagegen verschwinden zunehmend. Das ist schade, denn ihre Kultur wird so aufgegeben. Damit die Tharus wieder stolz auf ihre Kultur sind, werden Homestays in den Dörfern angeboten und Kulturexkursionen dorthin gemacht.

Dschungelabenteuer auf der 20.000 Lakes Tour

Dass diese Tour ein absolutes Highlight wird, ahnen wir ja noch nicht.Wir haben keine Ahnung, was uns auf dieser Tour überhaupt erwartet. Mit dem offenen Jeep werden wir in 20 min mit dem Ranger, Rolf S. und zwei Frauen in der Ranger-Ausbildung in die sog. Buffer-Zone des Chitwan-NP gebracht. Im Schritttempo durchqueren wir auf Waldwegen den Dschungel. An einem See, der von orangefarbenen Streifen (Eisen) durchzogen ist, legen wir einen Stopp ein. Es sieht sehr mystisch hier aus. Diese Spiegelung der Bäume im Wasser, die wechselnden Farben des Wassers. Mit den Ferngläsern sichten wir Rehe und Hirsche. Ein Stück weiter entdeckt eine der jungen Frauen ein Nashorn im hohen Gras – mit unseren Augen kaum zu erkennen. Mit den Ferngläsern erhaschen wir den Rücken. Unser Ranger erklärt uns, dass wir großes Glück hätten. Wir warten und sichten. Hinter uns drängelt ein Jeep mit Chinesen, den wir gerne vorbei lassen. 

So nah … ein Rhino

Der Jeep fährt vor und zurück. Unser Ranger will warten, denn er vermutet, dass das Nashorn zu uns kommen wird. Und tatsächlich … das Warten hat sich gelohnt. Nach einigen Minuten kommt das große Nashorn-Männchen hinter den Büschen hervor und ist in voller Größe zu sehen. Wir erstarren. Das Nashorn scheint unbeeindruckt von uns weiter zu grasen. Wir können es kaum fassen, was da so nah vor uns steht. Total fasziniert von diesem Urtier, das am Po zwei blutige Wunden hat. Auf dem Rückweg entdecken wir an einem ebenso mystischen See jede Menge Krokodile … zum Glück an der gegenüber liegenden Uferseite. Ein sehr friedlicher Ort inmitten dieses Dschungels. Sobald die Sonne untergeht wird es merklich kälter, besonders in diesem offenen Jeep.

Sapana School – ein neues Konzept in Nepal

Am Abend vor dem Besuch der Schule werden wir von Elsa Geilmann, eine Holländerin, die mit Dhurba (Besitzer der Sapana Lodge) vor vielen Jahren die Idee zu der Schule hatte, herzlich umarmt und begrüßt. Obwohl wir uns seit einigen Jahren nur über Facebook kennen, erscheint uns Dreien diese Begegnung so vertrauensvoll, als wären wir schon lange eng verbunden. Elsa erzählt uns von ihrem Sponsoring, indem sie jedes Jahr ich weiß nicht wieviele Kilometer in der Ägäis vor Kreta schwimmt. Wir tauschen uns über die Entwicklung der Schule aus. Problematisch sei zur Zeit der hohe Anteil an Kindern aus armen Familien, die keinen Beitrag für den Schulbesuch bezahlen können. Die anvisierte Verteilung von 50% ohne und 50% mit Beiträge ist zur Zeit nicht realisierbar. Dies führt zu Unzufriedenheit in den Familien, die die Beiträge bezahlen. Neben der sozialen Organisation der Lodge „Sapana Social Impact“ wird die Schule von einer holländischen Stiftung unterstützt, die von Elsas Freundin, Marie-José van der Sandt, verwaltet wird. Beide Frauen veranstalten einmal pro Jahr eine zweiwöchige Lehrerfortbildung für die Lehrkräfte der Schule und auch für Lehrkräfte von umliegenden Schulen. 

Sapana School

Am nächsten Tag hat Elsa eine Termin so vereinbart, dass die Kinder draußen sind, wenn wir die Räume besichtigen. Wir sind schon sehr gespannt, zu sehen, was ich verändert hat. Im Mai 2016 war die Eröffnung. Vor dreieinhalb Jahren habe ich Montessori Material für diese Schule gekauft. Aus der einstöckigen Schule ist eine Zweistöckige geworden. Das Außengelände fällt uns sofort auf, denn hier gibt es jetzt Spielgeräte, einen Sandkasten, einen Gemüsegarten und einen überdachten Platz zum Essen. Während Rolf fotografiert, zeigt Elsa uns die Räume und Leitsprüche an den Wänden, wie z.B. Each Child is unique and deserves our full attention. Die Räume sind in Spielbereiche aufgeteilt, ähnlich wie in deutschen Kitas. Puzzle, Bauklötze, Spiele usw. werden geordnet und auffordernd dargeboten. Auf den blauen Teppichkreisen mit den Kissen in den Regenbogenfarben kommen die Kinder zum Morgenkreis zusammen. Hier wird gesungen, erzählt und gespielt. Eine Köchin kocht das tägliche Mittagessen, das die Kinder draußen unter den Dach einnehmen. 

Der gute Ruf der Schule spricht sich immer mehr in den umliegenden Dörfern herum. Zur Zeit besuchen fast 30 Kinder zwischen 2 und 6 Jahren die Schule. Das neue Konzept nimmt langsam Gestalt an, dank Elsas und Marie-Josés unermüdlichen Einsatz in der Lehrerfortbildung. Es wird noch viele Jahre dauern, bis sich ein neues Bild vom Kind und vom Lernen in den Köpfen der Eltern und Lehrkräfte gebildet hat. Auch die Eltern nehmen hier gerne an Schulungen Teil. Die Veränderung dauert schließlich auch bei uns noch lange an. Beim Hinausgehen begegnen uns die Kinder mit ihrer Fröhlichkeit. Rolf wird mit High-Five-Händen überfallen.

Jetzt sind alle Spenden aus unserer Abschiedsfeier verteilt

Zum Abschluss übereichen wir unser Geschenk … die Ölkreiden, die ich in Köln besorgt und nach Nepal geschickt habe. Die Lehrkräfte freuen und bedanken sich herzlich. Später schenken wir Elsa die 100€ aus der Spende von unserer Abschiedsparty, in Rupien für den Neubau des Hauses, der für die Lehrkräfte gedacht ist, aber auch einen Multifunktionsraum erhalten soll. Sie freut sich wahnsinnig und drückt uns von Herzen.

Mehr Informationen zur Schule: https://stichting-sapana-school.com/

Philippinen Teil 3 – Ein Besuch im Takatuka-Land und unsere letzten Tage auf Siquijor

Mit einem privaten Fahrer fahren wir die vier Stunden bis Sipalay, von wo uns ein Boot in 10 min zum Suger Beach bringt. Dass diese Unterkunft, die Takatuka Lodge, ganz besonders sein würde, wussten wir schon 2012. Aufgrund der Stürme haben wir es damals nicht geschafft. So eine Unterkunft gibt es kein zweites Mal, denn sie ist extrem individuell und künstlerisch. Jeder Bungalow ist zu einem anderen Thema gestaltet, wie z.B. Cave, Bono Bongo, Treasure, Marco Polo, El Castillo, Nautilus, The Garage, 70er Jahre usw. In unserem ersten Bungalow, die Cave, müssen wir uns an jeder Türe bücken, denn Eingänge sind in Höhlen bekanntlich niedrig. In Ockergelb gestrichene und gewölbte Wände mit Lichtlöchern und schiefen Fenstern umgeben unser Bett, Wandmalereien und Accessoires wie Fledermäuse, Dino-Skelette und Schädel ergänzen das Höhlen-Feeling. Dass aus dem Maul des riesigen Dino-Skeletts vor der Tür das Wasser für den Sand an den Füßen kommt, wenn man am Auge dreht, nehmen wir erst am nächsten Tag wahr. Eine Minibar, Trinkwasserbehälter, kleine Lampen am Bett, Kaffee und Tee, Kekse und Chips und vor allem die vielen Haken (!!) an der Wand lassen uns staunen. Hier hat mal einer mitgedacht. 

Takatuka Lodge auf Negros

Nach zwei Tagen müssen wir ins Nautilus umziehen, da die Cave gebucht ist. Dieser Bungalow übertrifft wirklich alles, was wir bisher gesehen haben. Nach Jules Verne ist hier bis ins kleine Detail gestaltet worden. Aus einer Schiffsschraube wird eine Lampe, aus einem Schiffsmotor ein Tisch, aus Wasserohren Handtuchstangen, aus alten Gasflaschen Seitenwände für Regale usw. überall, wo wir hinschauen, entdecken wir neue Dinge. Bis ich den Lichtschalter im Bad finde, dauert es etwas … versteckt in einem ausgedienten Atemregler … fast nichts ist hier normal! 

Das umfangreiche Frühstück im Restaurant ist das Beste, was wir bisher auf den Philippinen hatten. Wenn du Eier möchtest, drückst du auf das Gummihuhn am Buffet, damit jemand kommt. Das Restaurant bietet ausgefallene und sehr schmackhafte Gerichte. Kathy und Kalle müssen ihrem Team extrem lange und geduldig ihre Vorstellung von Service gelehrt haben. 

Beide betreiben die Lodge seit 2002 mit ganzen Herzen. Kalle ist wohl ein Handwerks-Genie, der aus wertfreien Materialien undenkbare Sachen baut. Jedes alte Teil wird umfunktioniert und zu neuem Leben erweckt. Aus was er alles Lampen und Lichtschalter gebaut hat, fasziniert uns total. Wie lange sie wohl gebraucht haben, um all diese künstlerischen Extras zu bauen? Und wo bekommen sie nur all diese Sachen her? Hier, wo alles mit dem Boot hingebracht werden muss. Er muss ein riesiges Lager haben! Pipi Langstrumpf hätte ihre Freude daran! 

Der Internet-Empfang ist leider zu schwach, als dass wir neue Beiträge auf den Blog stellen könnten. Wir nutzen die Tage zum Schreiben und Recherchieren bei Workaway. Beim Joggen am Strand freue ich mich wie ein kleines Kind. Endlich mal wieder! Auch fürs Yoga finde ich ein schönes Plätzchen. 

Am Strand gibt es ein paar Fischerboote und Resorts, die auffällig häufig in Schweizer Hand sind. Wir laufen den einsamen Strand hinunter, beobachten einheimische Fischer und Kinder, die Blinde Kuh spielen. Die wenigen Unterkünfte mit Hütten aus Naturmaterialien befinden sich gut versteckt hinter den Palmen, so dass sie kaum auffallen. Was für eine wunderbare Idylle! 

Einziges Manko für uns sind die Gäste hier (die Taucher unter unseren Freunden mögen uns verzeihen) … rauchende und dickliche Taucher, die gerne unter sich fachsimpeln, ältere Männer, die tätowiert im Muscle-Shirt an der Bar viel Bier trinken … viele scheinen hier Stammgäste zu sein, so dass wir als Schnorchler eh nicht zu deren Kreis gehören … schade, keine Backpacker hier … nicht ganz unsere Wellenlänge. Aber wahrscheinlich geht’s den Tauchern hier umgekehrt mit uns ebenso.

Wir haben 5 tolle Tage bei Kathy, Kalle und ihrem Team im Takatuka-Land verbracht, aber wir haben noch ein letztes Ziel auf den Philippinen auf unserer Liste: Siquijor, eine kleine Insel vor Negros. Dafür müssen wir wieder zurück nach Dumaguete, um uns von dort mit einem Speedboot nach Siquijor bringen zu lassen. Die gute Stunde hat es in sich, rauher Seegang, das Boot knallt immer wieder ohrenbetäubend aufs Wasser – Eve sucht mit Ihren Blicken den Horizont, aber es geht gut. 

Am Hafen von Siquijor, der Hauptstadt der gleichnamigen Insel, erwartet uns schon der Fahrer des U.Story Guesthouse. Die Bezeichnung “Guesthouse” ist hier aber eher Understatement. Uns erwartet eine wirklich schöne Anlage im balinesischen Stil mit nur 5 sehr komfortablen Bungalows, einem Restaurant mit einer Küche im philippinisch/französischen Mix in einer Qualität, die wir schon lange nicht mehr genossen haben, mit jeder Menge Chill-Ecken an einer Felsenküste gelegen. Wir freuen uns auf die letzten Tage auf den Philippinen, mit etwas mehr Luxus, als wir uns normalerweise gönnen, aber immer noch nicht jenseits unseres täglichen Budgets.

Der Garten des U.Story Guesthouse

Die Rahmenbedingungen sind eigentlich ideal, da es Platz zu Genüge gibt, dazu noch viel Gras, um unsere tägliche Yoga-Einheit wieder einzuführen. Nur leider zeigt sich das Gras als ausgesprochen störrisch, mehr als Stoppelfeld, was eher Fakir-Eigenschaften fordert (für meine Fakir-Vorstellung während der Zirkuswoche in der Schule mochte es ausreichend sein), hier lässt es unser Vorhaben verpuffen.

Wir nutzen einen Tag zu einer Mopedtour quer über die Insel, die noch von wenig Tourismus belästigt wird. Die Straßen sind auch nicht ganz so komfortabel, Schlaglöcher dominieren den Belag – aber wir haben ja Zeit. Kleine Dörfer am Meer wechseln sich ab mit Dschungelpassagen und unser Weg ins Landesinnere führt uns hoch in die Berge und wir können uns wieder nicht satt sehen an dieser schönen Landschaft. Es macht großen Spaß mit den Mopeds über die Insel zu düsen, aber manchmal vermisse ich schon das Radfahren …


Abends genießen wir jedes Mal die vorzügliche Küche, die außergewöhnlich fantasievoll und einfach köstlich ist – ein Kompliment dem jungen Koch, der wohl auch zu den Eigentümern zählt.

Nach fünf Tagen packen wir wieder unsere Rucksäcke. Ein Tricycle bringt uns wieder zur Fähre, die Überfahrt gestaltet sich diesmal noch eine Nummer heftiger, aber auch das überstehen wir. In Dumaguete geht’s direkt zum Flughafen, von wo wir mit Zwischenaufenthalten mit Übernachtungen (um uns den ewigen Stress mit pünktlichen Anschlussflügen zu ersparen) in Manila und Kuala Lumpur schließlich in Kathmandu, unserer ersten Station in Nepal, landen.