Archiv des Autors: Rolf

Teil 9 – Ella’s Rock

Einmal noch um 5.30 Uhr aufstehen und hoch auf den Berg – das war die Devise für unseren letzten Tag in Ella. Ziel war Ella’s Rock, eine fast vierstündige Wanderung auf einen Berg mit einem fantastischen Ausblick, der aber aufgrund des diesigen Wetters eingeschränkt war.

Auf den Gleisen gehen ist verboten ...

Auf den Gleisen gehen ist verboten …

Man hatte uns zwar empfohlen, einen Guide mitzunehmen, aber dank meines GPS-Gerätes und den guten Erfahrungen von Little Adam’s Peak war ich zuversichtlich, die Route auch alleine zu finden. Die erste Stunde führte uns auf die Bahngleise, was zwar verboten ist, aber selbst im „Loose“ empfohlen wird und von den Locals sehr intensiv als Fußweg genutzt wird. Da die Züge hier aber sehr langsam unterwegs sind, man sie von weitem schon hört und wir auch von den Singhalesen darauf hingewiesen wurden „the train is coming“, war das alles kein Problem.

Nach einer Stunde verließen wir die Gleise und machten uns auf den Weg bergauf, vorbei an Teeplantagen, durch dichtes Gebüsch und Eukalyptuswälder, den wir ohne Navi nie gefunden hätten. Trotzdem verpassten wir eine Abzweigung und keine zwei Minuten später stand ein Singhalese neben uns, auf einer Betelnuss kauend, die Zahnstümpfe tiefrot gefärbt, eine Machete in der Hand haltet und machte uns wild gestikulierend deutlich, dass wir auf dem falschen Weg seien. Kaum das wir uns versahen, hatten wir einen Guide am Hals, ohne das wir es verhindern konnten und zusätzlich hatte Eve wenige Minuten später auch einen perfekt geschnitzten Wanderstab.

Kokosnuss - lecker ...

Kokosnuss – lecker …

Langsam trotteten wir im hinterher und nach zwei Stunden anstrengendem Bergauf über Stock und Stein erreichten wir die Bergspitze, die uns dunstig empfing, trotz allem aber noch einen passablen Ausblick bot. Wir entlohnten unseren „Zufallsguide“ und konnten noch einige Minuten die Ruhe geniessen, bis weitere Wanderer auftauchten – natürlich Chinesen – was sonst … Woran erkennt man sie (unter anderem), richtig, am Selfiestick. Es gab Zeiten, in denen ich mir überlegt hatte, mir solch ein Gerät zuzulegen – davon habe ich jetzt Abstand genommen – es sieht einfach zu bescheuert aus, mit so ´nem Stab vor der Nase durch die Gegend zu laufen.

Chinesen mir ihrem Lieblingsgerät

Chinesen mir ihrem Lieblingsgerät

Wir genossen noch einen köstlichen Tee im „Bergrestaurent“, bevor wir uns wieder auf den Weg machten, einen anderen dieses Mal, der vom Navi (Outdooractive) durch das dichteste Dickicht führte, sodass wir doch manchmal an ihm zweifelten, letztlich aber alles seine Richtigkeit hatte, da wir irgendwann auch wieder die Bahngleise erreichten.

Bergrestaurant

Bergrestaurant

Teekessel kocht ...

Teekessel kocht …

Auf dem Rückweg fanden wir, unmittelbar neben den Gleisen gelegen, ein kleines Restaurant, wo wir uns fragten, wie denn die Gäste hier hin finden, denn es geht nur über die Gleise dorthin. Das Essen war köstlich, wie uns auch alle Gästebucheinträge bestätigten, die sich hier verewigt hatten. Müde, aber rundum zufrieden, letztlich auch froh, die Trekkingtouren alle gut überstanden zu haben, freuten wir uns auf die nächsten Tage und die Meeresküste …

Das Essen hier war köstlich ...

Das Essen hier war köstlich …

Teil 8 – Reisen mit dem Bus

Anhalten an der Bushaltestelle ist nicht unbedingt die Sache der Busfahrer hier – Geschwindigkeit verringern, okay, aber mehr auch nicht. Ist ja auch zuviel verlangt, wenn es ausreicht, am Straßenrand die Hand zu heben und das an jeder x-beliebigen Stelle, um einzusteigen. Beim Aussteigen verhält es sich nicht viel anders …

Aber wir mögen diese Art der Fortbewegung hier in Asien. Nachdem wir die ersten acht Tage nur mit dem Zug unterwegs waren, wurden im weiteren Verlauf unserer Tour die Busse zu unserem stetigen Begleiter. Um Land und Leute kennenzulernen gibt es kaum eine bessere Möglichkeit, als sich soweit in den Alltag zu integrieren, wie es unseren Möglichkeiten entspricht, d.h. über einheimisches Essen und eben deren Transportmittel.

Auch dabei zeigt sich unser immer wieder die offene und freundliche Art der Singhalesen. Wir brauchen nur irgendwo zu stehen und einen halbwegs fragenden Blick zu haben, weil wir wieder mal die Schriftzeichen nicht entziffern oder die Speisekarte nicht lesen können, schon ist Hilfe da. Zugegeben, nicht immer hilft mir das weiter (Eve hat das besser drauf), denn ich hab’ schon meine Probleme mit dem nuscheligen englischen Akzent hier. Auch steckt da hin und wieder ein finanzieller Aspekt dahinter, denn schließlich kann man an uns Reisende auch die eine oder andere Rupie verdienen – aber das ist selten aufdringlich. Zwei Sätze fallen immer zuerst: »What’s your name?« und »where you come from?«.

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Zurück zum Busfahren … Ich hatte den Fehler begangen und mich einmal direkt hinter den Busfahrer gesetzt – das habe ich kein zweites Mal gemacht. Es unterscheidet sich in keinster Weise von den anderen, mir bekannten ostasiatischen Ländern – sie heizen, als gäbe es kein morgen. Hupen ist hier eine normale Art der Kommunikation, Dauerhupen nur eine kleine Untermalung … man unterhält sich halt. Gegenverkehr ist eine lästige, aber nicht ernstzunehmende Erscheinung und auf engen Straßen passen auch mal zwei Busse, zwei Tuk-Tuks und ein PKW nebeneinander, man bremst halt etwas ab – ein bisschen – und lässt dem Entgegenkommenden seinen Freiraum. Ich weiß nicht wie – aber es funktioniert – auch wenn man da nicht wirklich zuschauen mag.

Ein Erlebnis sind auch die Busbegleiter, die selbst im rappelvollen Bus es hinkriegen, jeden einzelnen Fahrgast abzukassieren und wenn sie sich bis hinten durchgearbeitet haben, springen sie dort raus aus dem Bus, laufen nach vorne und springen wieder rein – abenteuerlich. So ähnlich mussten wir es auch mal machen. Rucksäcke waren verstaut, Eve und ich standen noch draußen, was aber den Fahrer nicht davon abhielt abzufahren. Was blieb uns anderes übrig als ebenfalls aufzuspringen – Eve’s Reaktion möchte ich hier nicht näher beschreiben …

Verhungern werden wir auch im Bus nicht, denn die fliegenden Imbissbuden beherrschen natürlich auch die „Währendderfahrtaufspringtechnik“. ich freue mich schon auf die nächste Fahrt …

Teil 5 – Ella – ein echtes Highlight

Wir haben es schon auf der Zugfahrt hier hin gespürt, es wurde wärmer und wärmer. Die Westhälfte der Insel mit seiner Regenzeit und dem Hochland mit seinen Regenwäldern, monsunartige Niederschlägen und kühleren Temperaturen verschwanden immer mehr hinter uns und die Osthälfte mit seiner Trockenzeit lag vor uns. Zugegeben, die Regenzeit hat uns ziemlich verschont und wir wurden nur selten nass, aber der Unterschied zu unserem jetzigen Aufenthaltsort Ella ist schon enorm, obwohl auch hier noch Regenzeit vorherrschen sollte.

Zwischendurch eine frische Mango

Zwischendurch eine frische Mango

Uns empfingen 30 Grad und strahlender Sonnenschein. Vom Bahnhof brachte uns wieder das übliche Tuk-Tuk in unsere Pension, das „Rawana Holiday Resort“, das wir uns als Loose-Empfehlung ausgesucht hatten, u.A. weil es auch ein Restaurant beherbergt, das mit seinen vielen vegetarischen Currys ein Highlight bildet (am Abend getestet und für fantastisch befunden – und das mir als fleischfressende Pflanze …). Außerdem bietet es eine traumhafte Aussicht (s. Bilder) von unserer Terrasse auf die umliegenden Berge und das zu einem Preis von 2500 Rps. – umgerechnet 20 Euro pro Nacht – da kann man nicht meckern, aber es ist ja auch noch Nebensaison. Ella selbst besteht nur aus einer Mainstreet, wobei street doch eher übertrieben ist, es handelt sich doch eher um eine Schotterpiste mit kleinen Läden und Restaurants rechts und links – hat aber was Backpackingmäßiges. Jedenfalls gefällt es uns hier super und wir haben unseren Aufenthalt direkt von 2 auf 3 Übernachtungen verlängert.

Little Adam's Peak

Little Adam’s Peak

Den heutigen Vormittag haben wir dann auf einer Trekking-Tour (eher kleine Wanderung) zum „Little Adam’s Peak“ bei herrlichem Sonnenschein und wenigen Touris, da wir doch früh aufgestanden sind. Anschließend war relaxen und schreiben angesagt …

Teil 4 – Sri Lanka mit dem Zug

Mittlerweile sind wir auf unserer letzten Fahrt mit dem Zug unterwegs und auf der Strecke von Nuwara Eliya nach Ella und es wird Zeit für ein kleines Resümee zum Thema »Mit dem Zug in Sri Lanka«. Auf allen Reiseblogs und in allen Reiseführern (Loose und Lonely Planet) wurde das Zugfahren hier in Sri Lanka als das beste Fortbewegungsmittel mit dem größten Erlebnisfaktor beschrieben – und so war es auch …

Das oft genannte Problem bei überfüllten Zügen und dem daraus folgenden Ellbogeneinsatz um die freien Sitzplätze erlebten wir nur auf unserem ersten Teilstück von Colombo nach Kandy, da wir dort keine Reservierungen tätigen konnten. Da ich aber darauf vorbereitet war, meine Ellbogen kräftig und meine Beine schnell genug waren, konnten wir auch hier entspannt die Zugfahrt genießen.

Auf den weiteren Teilstrecken – von Kandy nach Nuwara Eliya und weiter nach Ella – waren unserer Sitzplätze komfortabel, auch wenn wir nur 3. Klasse reisten. Anfangs war ich noch skeptisch, da im Vorfeld immer davon abgeraten und nur 1. und 2. Klasse empfohlen wurde, und meckerte Eve sogar dafür an, dass sie sich als unser Tourguide nicht vorher um die „besseren“ Tickets gekümmert hat. Sorry, sie macht das so toll! Zumal sie auch noch viel preiswerter sind – also wieder was dazugelernt. Wir genießen diese Zugfahrten so sehr!

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Das Erlebnis unterwegs ist unbeschreiblich schön. Von der Küste kommend geht es bei permanent geöffneten Fenstern und Türen (wird von den auch gerne als Sitzplatz genutzt) langsam aber stetig bergan ins Hochland, vorbei an Teeplantagen und Regenwald. Die Farben in unterschiedlich satten Grüntönen sind ein Erlebnis für die Augen. An jeder Haltestelle springen Lokals mit den unterschiedlichsten einheimischen Knabbereien auf und für wenige Rupien gibt’s Süßes und Herzhaftes, mal mit Fleisch oder Fisch, mal vegetarisch, meistens scharf, aber immer lecker. Beim nächsten Halt, oder auch bei einer langsamen Fahrt springen sie dann wieder ab und der Nächste wieder auf – es gibt immer etwas Neues – köstlich … besonders die mit Curryblättern frisch gerösteten Erdnüsse … auf Wunsch natürlich mit Chilli … was sonst? Das Anfahren des Zuges wird begleitet von einem heftigen Rucken und Stößen; mit Gepolter und Getöse setzt sich der Zug langsam in Bewegung. In den unzähligen Tunneln machen sich die in den offenen Türen Sitzenden einen Spaß daraus, ihr Gebrüll durch das Echo zu verstärken.

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Da wir im weiteren Verlauf unserer Reise auf den Bus umsteigen müssen, wird mir demnächst wohl etwas fehlen …